Finanzen

Japanische Fluglinie akzeptiert Zahlungen mit Bitcoin

Die japanische Fluglinie Peach akzeptiert Zahlungen mit Bitcoin.
26.05.2017 01:14
Lesezeit: 1 min

Die japanische Fluggesellschaft Peach akzeptiert künftig Zahlungen ihrer Kunden mit der Digitalwährung Bitcoin. Möglich macht dies eine Gesetzesänderung im Bereich der Finanzregulierung, welche die Regierung Anfang des Jahres erlassen hat. Diese erlaubt Zahlungen in Bitcoin in bestimmten Wirtschaftsbereichen und verfolgt das Ziel, mehr Dynamik auf dem Markt für japanische Finanzinnovationen zu entfachen sowie Investitionen in kreative Fintech-Startups anzuregen.

Peach gehört zu den etwa 5.000 japanischen Unternehmen, die sich der Digitalwährung geöffnet haben. Dahinter steht das Ziel, für junge Touristen aus China attraktiver zu werden und mehr Umsatz in dieser wichtigen Kundengruppe zu generieren. Peach hofft, Werbung für die Verwendung von Bitcoin durch Kooperationen mit anderen Firmen sowie mit Provinzregierungen Japans machen zu können. „Wir möchten noch mehr ausländische Besucher anlocken und eine Revitalisierung der Regionen Japans einleiten“, wird Firmenchef Shinichi Inoue von der Financial Times zitiert.

In Europa stoßen Digitalwährungen wie Bitcoin noch auf Widerstand, was den öffentlichen Gebrauch anbelangt. Die Bundesbank warnte kürzlich angesichts der massiven Kurssteigerungen davor, den Bitcoin als verlässliches Zahlungsmittel einzustufen.

Trotz all der Vorteile finden sich in Deutschland laut dem Branchenportal btc-echo bislang nur etwas über hundert Unternehmen, die den Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren. In Österreich und der Schweiz sind es zusammengerechnet knapp zwanzig Firmen. Fragt man bei den Anbietern nach, wie oft es vorkommt, dass ein Kunde mit virtuellem Geld bezahlt, so erhält man häufig die gleiche Antwort: Kaum.

Bei Keycoon etwa, einem Frankfurter Onlineshop für 3D-Drucker-Zubehör, passiere das in nicht einmal einem Prozent aller Fälle, berichtet Geschäftsführer Deniz Isik. Wenig anders sieht es bei 4electric aus, einem Zulieferer von Ladezubehör für Elektroautos, ebenfalls aus Frankfurt. Auch hier habe man sich vielmehr aus Überzeugung für den Bitcoin entschieden, heißt es vom Inhaber. Bei der Fotografin Katrin Probst war es der Ehemann, der die Idee hatte, Bitcoins als Zahlungsoption anzubieten. „Er ist ein Nerd“, erzählt sie augenzwinkernd. Bisher habe aber noch niemand von der Zahlungsmöglichkeit Gebrauch gemacht. „Vielleicht ist das bei mir die falsche Zielgruppe.“

Vielleicht ist es aber auch die kollektive Angst vor der starken Volatilität, die mit der Angreifbarkeit digitaler Währungen einhergeht. Tatsächlich gab es seit 2014 mehrere markante Einbrüche, meistens als Folge von Hackerangriffen auf große Krypto-Tauschbörsen, wie MtGox oder BitFinex. Erst vor ein paar Tagen hatte Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele seine Warnung wiederholt, der Bitcoin sei „kein geeignetes Medium“ um Werte aufzubewahren. Vielmehr handele es sich hierbei um ein „Spekulationsobjekt“, dessen Wert sich rapide verändere.

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