Fracking: USA wollen sich Marktanteile der OPEC schnappen

Fracking: USA wollen sich Marktanteile der OPEC schnappen.

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US-Außenminister Rex Tillerson am 12.04.2017 im Kreml in Moskau. (Foto: dpa)

US-Außenminister Rex Tillerson am 12.04.2017 im Kreml in Moskau. (Foto: dpa)

Während für die OPEC-Konferenz am 25. Mai 2017 erwartet wird, dass die OPEC-Mitglieder ihre Produktionskürzungen ausweiten, geht die US-Frackingindustrie dazu über, ihre Aktivitäten und Ausgaben zu erhöhen. Die US-Frackingindustrie will die Erholung des Ölpreises nutzen, um ihre Umsätze und Gewinne zu erhöhen. Die Ölpreiserholung hatte bereits im September 2016 eingesetzt, als die OPEC eine Drosselung der Fördermengen beschloss. US-Frackingunternehmen planen Investitionen in Höhe von 84 Milliarden Dollar, was einem 32-prozentigen Anstieg der Investitionen im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Diese Entwicklung spiegelt die Misere wieder, in der sich die OPEC-Staaten befinden. Die US-Frackingindustrie will ihre Produktion erhöhen, um die Gewinne in weitere Förderprojekte zu investieren. Die Gewinne der OPEC-Staaten gehen hingegen zurück. „Das Niveau der Erhöhung des Kapitalbudgets hat uns wirklich überrascht“, sagte der Wood Mackenzie-Analyst Roy Martin dem Blatt Bloomberg.

Die US-Energieagentur EIA geht in einer Prognose davon aus, dass im aktuellen Jahr in den USA durchschnittlich 9,3 Millionen Barrel pro Tag gefördert werden. Im vergangenen Jahr lag die Produktion noch bei 8,9 Millionen Barrel pro Tag. Ab dem Jahr 2018 soll sich die Produktion auf 10,0 Millionen Barrel pro Tag erhöhen, so die EIA.

Im Gegensatz zu den Öl-Riesen ExxonMobil, Chevron, BP, Shell und Total setzen Firmen der US-Frackingindustrie Kurz-Zyklus-Projekte und keine Projekte mit hohen Kosten und einer langen Planungszeit um, da der Ölpreis nach wie vor Schwankungen unterworfen ist. Ausschließlich Exxon plant im aktuellen Jahr, Investitionen in Höhe von 22 Milliarden Dollar zu tätigen, was im Vergleich im Vorjahr einem Anstieg von 16 Prozent der Investitionssumme gleichkommt. Chevron, BP, Shell und Total halten sich mit Investitionen komplett zurück.

Die schweizerische Energie-Analystin Corneliya Meyer sagt in einem aktuellen Interview mit dem SRF: „Während etwa Exxon 2014 noch kein einziges Fass Öl mittels Fracking produziert hatte, fördert das Unternehmen in Texas jetzt jedes fünfte Fass auf diese Weise (…). Denn Investitionen in die konventionelle Erdölproduktion führen erst nach 3 bis 10 Jahren zur Förderung von Öl, beim Fracking dauert das bloß 6-18 Monate. Die Anlaufzeit beim Fracking ist also wesentlich kürzer als bei konventionellen Ölbohrungen.“

Meyer geht davon aus, dass der Fracking-Boom weiterlaufen wird. Meyer wörtlich: „Derzeit macht das Fracking-Öl aus den USA etwa 4-6 Prozent am Ölmarkt aus. Der Anteil könnte womöglich auf 10-12 Prozent steigen, mehr dürfte es aber nicht werden. Allerdings könnte die Fracking-Methode auch in anderen Ländern wie Argentinien, Russland oder Algerien verstärkt angewendet werden, was den Fracking-Anteil am insgesamt produzierten Erdöl weiter erhöhen würde.“

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