Gerüchte lösen Einbruch bei Wanda-Aktie aus

Gerüchte über die Festnahme des Firmenchefs haben die Aktie des Hotelkonzerns Wanda unter Druck gesetzt.

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Ein Bericht über eine angebliche vorübergehende Festnahme von Firmenchef Wang Jianlin hat den Aktienkurs der großen chinesischen Hotel-Kette Wanda am Montag auf Talfahrt geschickt, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Nach vorübergehenden Kursverlusten von fast zehn Prozent schloss die Aktie bei 8,1 Prozent. Wanda Hotel gehört zum chinesischen Mischkonzern Wanda.

Zuvor hatte die wenig bekannte Website „Bowen Press“ berichtet, Wang Jianlin, drittreichster Mann Chinas, sei am Freitag auf dem Flughafen von Tianjin im Norden Chinas festgenommen worden, als er mit seiner Familie ein Flugzeug nach London besteigen wollte. Demnach wurde Wang erst mehrere Stunden später wieder freigelassen und von den Behörden angewiesen, das Land nicht zu verlassen.

Die Wanda-Gruppe wies den Bericht am Montag zurück und erklärte, Wang sei Opfer „böser Gerüchte“, die „völlig unbegründet“ seien und „andere Motive“ hätten.

Ursprünglich ein reiner Immobilienkonzern, hat sich Wanda in den vergangenen Jahren durch Zukäufe breiter aufgestellt. Unter anderem gehören die US-Kinokette AMC und das Hollywood-Studie Legendary zur Unternehmensgruppe; auch einen 20-Prozent-Anteil an Real Madrid kaufte der chinesische Konzern.

Inzwischen hat er jedoch Probleme, seine Schulden zurückzuzahlen, und geriet ins Visier der chinesischen Aufsichtsbehörden. Im Juli verkündete Wanda den Verkauf von 77 Apartmenthotels und Anteilen an 13 anderen Tourismus- und Kulturprojekten für umgerechnet 7,7 Milliarden Euro.

Die Regierung in Peking bremst inzwischen die umfangreichen Kapitalabflüsse ins Ausland, welche in den vergangenen Monaten maßgeblich durch Zukäufe chinesischer Unternehmen in Übersee realisiert wurden. Im Dezember warnte sie vor „irrationalen Tendenzen bei Auslandsinvestitionen.“

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