Krise im Seehandel erreicht Genossenschafts-Banken

Die Krise im Containerhandel drückt den Gewinn der genossenschaftlichen Finanzgruppe. Die DVB Bank erwirtschaftete einen Verlust.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Die seit Jahren andauernde Krise im Seehandel hat der zur genossenschaftlichen Finanzgruppe gehörenden DVB Bank im ersten Halbjahr einen Verlust von rund einer halben Milliarde Euro eingebrockt, berichtet Reuters. Wie die DZ Bank, das Spitzeninstitut der Volks- und Raiffeisenbanken, am Donnerstag in Frankfurt mitteilte, machte die Krise der maritimen Wirtschaft hohe Rückstellungen bei der Tochter nötig.

Die DZ Bank Gruppe, zu der auch der Versicherer R+V, die Bausparkasse Schwäbisch Hall und die Fondsgesellschaft Union Investment gehören, fuhr in den ersten sechs Monaten einen Gewinn vor Steuern von 939 Millionen Euro ein. Das Minus von rund 40 Prozent war erwartet worden war, weil Sondereffekte zu Beginn des Vorjahres die Gewinnentwicklung damals begünstigt hatten.

Vorstandschef Wolfgang Kirsch bekräftigte die Prognose, dass der Gewinn der DZ Bank in diesem Jahr vor Steuern bis auf 1,5 (2,2) Milliarden Euro sinken werde. Dieses Ziel sei auch weiterhin noch erreichbar, „ist jedoch ambitionierter geworden“, erklärte Kirsch. Das Kapitalpolster der DZ Bank lag per Ende Juni wie im ersten Quartal bei 13,0 Prozent. Ende 2016 waren es noch 14,5 Prozent. Grund dafür ist laut Kirsch, dass die Bank auf Geheiß der Regulierer mehr Kapital für ihre Beteiligung an der R+V zurücklegen muss, die zu den fünf größten deutschen Versicherern gehört.

Sehr zufrieden zeigte sich Kirsch mit dem Privat- und Firmenkundengeschäft. Hier lag der Zinsüberschuss ungeachtet der extrem niedrigen Zinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) im ersten Halbjahr bei 1,43 (1,36) Milliarden Euro und damit fast fünf Prozent über dem Wert des Vorjahres.

Bundesbank und Finanzaufsicht Bafin hatten kürzlich darauf hingewiesen, dass viele deutsche Banken aufgrund der anhaltend niedrigen Zinsen ihren Fokus in den kommenden Jahren wahrscheinlich mehr auf Gebühren und sonstige Einnahmen richten müssen, um noch Gewinne zu erwirtschaften.

Der Überschuss aus Gebühren und Provisionen stieg unter anderem wegen des guten Geschäftsverlaufs bei der Fondsgesellschaft Union Investment um fast ein Fünftel auf 977 (822) Millionen Euro. Die DZ Bank war im vergangenen Jahr mit der WGZ Bank fusioniert. Sie ist mit einer Bilanzsumme von rund 500 Milliarden Euro Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus nach der Deutschen Bank und das Spitzeninstitut von rund 1000 Volks- und Raiffeisenbanken.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung! Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***