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13.09.2017 16:59
Nach der Präsentation des neuesten iPhone-Modells trennen sich Anleger von Apple-Aktien.
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Wachsende Skepsis bezüglich des neuesten iPhone-Modells iPhone X verdirbt Anlegern die Kauflaune. „Apple kann den Märkten keine neuen Impulse geben“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners zur Nachrichtenagentur Reuters. Die seien aber für eine Fortsetzung des jüngsten Aufschwungs an den Aktienmärkten notwendig. An der Wall Street herrscht nach der Präsentation des neuen iPhones von Apple Katerstimmung. Die US-Börsen starteten am Mittwoch mit Kursverlusten in den Handel, nachdem sie tags zuvor noch auf Rekordständen geschlossen hatten. Im Rampenlicht stand die Apple-Aktie. Sie schloss den Mittwoch mit Verlusten von rund 0,8 Prozent ab. Am Donnerstagmittag lag sie erneut mit rund 0,8 Prozent im Minus.

Die Technik des iPhone X, das zehn Jahre nach dem ersten Modell auf den Markt kommt, sei der von Samsung so ähnlich wie nie zuvor, bemängelten Analysten. Zudem bringe der koreanische Rivale sein neues Flaggschiff Galaxy Note 8 früher auf den Markt als Apple, das als Verkaufsstart für das neueste Modell den 3. November angibt. Es sei eher mit Anfang bis Mitte Oktober gerechnet worden, sagte Analystin Kim Forrest von der Investmentfirma Fort Pitt Capital. In den USA beginnt die umsatzstärkste Saison mit Halloween am 31. Oktober. Die Südkoreaner jubilierten bereits und teilten mit, die Zahl der Vorabbestellungen sei 2,5 Mal größer als beim Vorgängermodell.

In New York waren Apple-Papiere am Vorabend mit einem Minus von knapp einem halben Prozent aus dem Handel gegangen. Zuvor waren allerdings bereits einige Details der Geräte durchgesickert, weshalb Anleger Gewinne mitnahmen. Analyst Steven Milunovich von der UBS bemängelte allerdings den höher als erwartet ausgefallenen Preis.

Die US-Bank Keybac kritisierte, dass das Gerät keine zusätzlichen Funktionalitäten aufweise, die den Preis von 999 Dollar rechtfertigen könnten. Dies sei eine Enttäuschung. In künftigen Zyklen könnten daher die Geschäfte nachlassen und der Preisdruck steigen. Apple-Zulieferer des US-Konzerns wie Dialog Semiconductor, AMS, IQE, Laird und Imagination büßten bis zu 6,5 Prozent ein.

Konzernchef Tim Cook sprach am Dienstag bei der Präsentation im neugebauten Firmenhauptquartier im kalifornischen Cupertino vom „größten Schritt nach vorn“, seit Apple vor zehn Jahren sein erstes iPhone auf den Markt gebracht hatte. Apple stellte noch zwei andere neue Modelle des iPhone vor, die kostengünstiger sind. Das iPhone 8 wird 699 Dollar, das iPhone 8 Plus 799 Dollar kosten. Diese beiden Modelle werden noch im September auf den Markt kommen.

Die britische Investmentbank Barclays hat die Einstufung für Apple nach der Vorstellung der neuen iPhone-Modelle auf „Equal Weight“ belassen. Das Kursziel lautet weiterhin 146 US-Dollar, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie hervorgeht. Die Analysten sehen den hohen Preis für das iPhone X kritisch und bleiben daher zurückhaltend. In nächster Zeit trauen sie der Apple-Aktie keinen allzu großen Zuwachs zu und erwarten die Kurse in einer engen Handelsspanne.

Seit 2007, als Apple mit dem ersten iPhone den Handymarkt revolutionierte, hat der Konzern 1,2 Milliarden Geräte verkauft. Mittlerweile gilt der Markt allerdings als gesättigt. Zuletzt haben vor allem aufstrebende chinesische Konkurrenten wie Huawei und Xiaomi den Amerikanern in der Volksrepublik, dem mittlerweile weltgrößten Smartphone-Markt, den Rang abgelaufen. Hinzu kommt die große Abhängigkeit vom iPhone: Es steht für mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes.

Der chinesische Anbieter Huawei hat im vergangenen Quartal beim Smartphone-Absatz fast die langjährige Nummer zwei Apple eingeholt. Huawei habe die Verkäufe im Jahresvergleich um ein fünftel auf 38 Millionen Computer-Telefone gesteigert, berichtete die Marktforschungsfirma Canalys. Apple meldete zuvor für vergangene Vierteljahr den Absatz von gut 41 Millionen iPhones. Mit einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 606 Dollar pro Gerät blieb Apple aber weiter der mit Abstand profitabelste Smartphone-Anbieter.

Marktführer Samsung setzte im vergangenen Quartal nach Berechnungen von Canlys 79 Millionen Smartphones ab und blieb damit in etwa auf Vorjahresniveau. Bei seinem iPhone-Konkurrenten Galaxy S8 stoße Samsung aber auf Grenzen. „Der Absatz des S8 war in einigen Regionen stark, aber es gibt Anzeichen dafür, dass die Nachfrage überschätzt wurde“, erklärte Canalys-Analyst Tim Coulling. So bauten sich Lagerbestände in Europa auf und zusammen mit Rabattaktionen in den USA könne das bedeuten, dass die Bereitschaft der Android-Käufer, viel Geld für Smartphones zu bezahlen, eingeschränkt sei.

Android ist das dominierende Smartphone-Betriebssystem mit mehr als 80 Prozent Marktanteil, den Großteil der Verkäufe machen aber eher günstige Geräte aus. Chinesische Anbieter sind gut darin, technisch hochgerüstete Telefone zu Kampfpreisen zu verkaufen. Damit sind sie - auch dank der Größe des chinesischen Marktes - zu den weltgrößten Smartphone-Verkäufern aufgestiegen. Auf Platz vier der globalen Rangliste sieht Canalys die Firma Oppo nach einem Plus von 44 Prozent auf knapp 30 Millionen verkaufte Smartphones, gefolgt von Xiaomi mit fast 25 Millionen, ein Zuwachs von 52 Prozent.


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