Finanzen

Investoren sichern sich gegen möglichen Absturz bei Aktien ab

Lesezeit: 2 min
15.09.2017 17:26
Ein Einbruch bei Aktien wäre aktuell gravierend, weil die Kurse sehr hoch sind - und daher auch die Verluste entsprechend ausfallen würden.
Investoren sichern sich gegen möglichen Absturz bei Aktien ab

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

+++Werbung+++

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Beobachtern zufolge werden die hohen Bewertungen an den Aktienmärkten schon bald zu einem Kurs-Einbruch führen. Investoren haben damit begonnen, vermehrt Bargeld zu horten und ihre Investitionen abzusichern.

In einem Interview mit dem Sender Bloomberg identifiziert der Ökonom und Mathematiker Nassim Nicholas Taleb das Risiko, dass ein Kurseinbruch auch für US-Präsident Donald Trump mit sich bringen könnte:

„Trump wurde Präsident, als die Märkte bereits sehr hochstanden. Obama hingegen wurde Anfang 2009 Präsident, als sich die Märkte nahe ihres Tiefpunktes befanden. Mark Spitznagel sagte richtigerweise, dass sich Trump von den Märkten distanzieren sollte. Obama hatte den Marktzyklus hinter sich und er konnte die steigenden Kurse als eigenen Verdienst präsentieren. Nun präsentiert Trump die weiter steigenden Kurse als eigenen Verdienst, obwohl diese schon zu Beginn seiner Amtszeit sehr hoch bewertet waren. Das ist nicht rational. Er sollte sich schnell vom Marktgeschehen distanzieren, weil er eine sehr kranke Situation geerbt hat. Obama verließ uns nach acht Jahren Erholung. Im Jahr 2007 begann die Finanzkrise – vor 10 Jahren. Seit 10 Jahren behandeln wir den Patienten. Stellen Sie sich einen Patienten vor, der zum Krankenhaus geht und 10 Jahre später kriegt er noch immer Schmerzmittel. Trump könnte erklären, dass er ein schweres Erbe aus der Obama-Ära angetreten hat, dem er nicht zugestimmt hat. Aber indem er sich für die Steigerungen der Kurse brüstet, macht er sich im Falle eines Crashs anfällig.“

Mit „Schmerzmittel“ meint Taleb die seit Jahren expansive Geldpolitik zahlreicher Notenbanken und diverse Interventionen und Manipulationen wie beispielsweise das Anleihe-Kaufprogramm der EZB.

Die Aktienmärkte seien heute in einer gefährlichen Situation und das Potential für einen Abschwung sei extrem hoch:

„Es gibt noch ein anderes Problem: Aus meiner Sicht gibt es heute Risiken aus Altlasten, die wir davor nicht hatten. Und jeden Tag wird es schlimmer. Im Jahr 2007 waren die Märkte bereits kollabiert. Heute müssen Sie erstmal auf das Niveau von 2007 zurück und dann schauen, was sonst noch passieren wird. Die Situation heute ist schlimmer als vor der Krise von 2007. Die Bewertungen sind heute deutlich höher. Wenn heute etwas passiert, werden wir viel tiefer fallen. (…) Ich würde Ihnen heute folgendes raten: Wenn sie Aktien ohne Kursabsicherung haben, dann ist das nicht rational. Das ist, als ob man ein Haus ohne Versicherung kauft.“

Tatsächlich haben zahlreiche Fondsmanager inzwischen damit begonnen, Bargeld und Giralgeld zu horten und Kursabsicherungen für ihre Spekulationen abzuschließen. Wie die Financial Times berichtet, hätten die Höchststände bei Aktien und Anleihen und die verglichen damit extrem niedrige Volatilität bei vielen Anlegern zu Sorgen vor einem bevorstehenden Abschwung geführt.

Von der FT befragte Fondsmanager gaben an, dass sie eine plötzliche Korrektur der Märkte von bis zu 8 Prozent „jederzeit“ für möglich hielten und dass sich die Anleihemärkte in einer „Blase“ befinden könnten. Einer Umfrage der Bank of America zufolge ist die Zahl der Manager, die vor Kurzem Kursabsicherungen für ihre Investitionen abgeschlossen haben, um 9 Prozent gestiegen – so viel wie seit 14 Monaten nicht mehr.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Über den Umweg EU-Erweiterung: Will sich die Nato noch weiter ausdehnen?

DWN-Kolumnist Ronald Barazon analysiert die Bestrebungen, zwei weitere Länder in die EU aufzunehmen.

DWN
Politik
Politik Vor Corona: EU erarbeitete Aktionsplan zur umfassenden Impfung der Bevölkerung

Die EU-Kommission hatte zwei Jahre vor der Corona-Pandemie eine „Roadmap zur Impfung“ für die öffentliche Gesundheit ausgearbeitet....

DWN
Politik
Politik Demonstranten zünden Frankreichs Zentralbank an

Im Verlauf der regierungskritischen Massenproteste in Frankreich haben Demonstranten in Paris das Gebäude der französischen Zentralbank...

DWN
Politik
Politik „Nachhaltige“ Finanzierung und grüne Planwirtschaft: Hinter dem Great Reset stecken Sozialisten im Schafspelz

In nicht allzu ferner Zukunft dürfen Anleger vermutlich nur noch Wertpapiere „nachhaltiger“ Unternehmen kaufen. Die Big Player...

DWN
Deutschland
Deutschland Der ständige Vorwurf der „Verschwörungstheorie“ treibt die Deutschen zur Weißglut

Der inflationär erhobene Vorwurf der „Verschwörungstheorie“ gegen die Bürger ist hochgefährlich. Die Urheber dieser Kritik bewirken...

DWN
Finanzen
Finanzen So erfüllt sich Ihr Traum vom Eigenheim

Das Eigenheim als Altersvorsorge? Viele Deutsche träumen davon. Doch nur wenige besitzen hierzulande tatsächlich die Immobilie, die sie...

DWN
Politik
Politik DWN-Spezial: Schwere Unruhen erschüttern Paris, Lage ist sehr ernst

In Paris haben sich am Samstag 46.000 Menschen zu einer Kundgebung gegen Polizeigewalt und gegen ein neues Sicherheitsgesetz zur...

DWN
Politik
Politik Japans Dilemma: Heikler Balanceakt zwischen zwei Supermächten

In der siebten Folge der großen geopolitischen DWN-Serie analysiert Moritz Enders, welch schwierigen Spagat der Inselstaat Japan...

DWN
Deutschland
Deutschland Radio Russkij Berlin: "Wir senden für die größte Migrantengruppe in Deutschland"

"Radio Russkij Berlin" geht für die russischsprachigen Migranten in Deutschland, die mittlerweile eine lukrative Kundengruppe bilden, auf...

DWN
Politik
Politik Russland will Kooperation mit der Türkei auf die Schwarzmeer-Region ausweiten

Russland will seine Kooperation mit der Türkei auf die Schwarzmeer-Region ausweiten. Die beiden Länder führen bereits in Syrien,...

DWN
Technologie
Technologie Die unbekannten deutschen Väter der Raumfahrt

Die Raumfahrt wurde in den Anfangsjahren maßgeblich von den USA und der Sowjetunion vorangetrieben. Ohne deutsche Vorarbeit wären die...

DWN
Finanzen
Finanzen Die Befürworter des digitalen Euro starten eine PR-Offensive

EZB-Direktor Panetta fordert die rasche Einführung eines digitalen Euro. Unterstützung erhält er dabei auch von Bundesfinanzminister...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Krise bei Daimler - ein Vorgeschmack auf die internen Kämpfe, die deutschen Autobauern noch bevorstehen

Im zunehmend eskalierenden Streit bei Daimler droht die Führung dem Betriebsrat nun offen. Die Auseinandersetzungen sind Folge des...

DWN
Finanzen
Finanzen Inflation voraus? Die in der Eurozone zirkulierende Geldmenge M1 wächst stark

Die in der Eurozone zirkulierende Geldmenge zeigt deutliche Zuwachsraten. Insbesondere das starke Wachstum der liquiden Menge M1 könnte...