Katalonien-Wahl erwischt Spekulanten auf dem falschen Fuß

Spekulanten haben offenbar nicht mit einem Sieg der Separatisten gerechnet und mussten Verluste hinnehmen.

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Die neu entfachte Furcht vor einer Eskalation des Streits über die Unabhängigkeit Kataloniens hat die spanische Börse am Freitag auf Talfahrt geschickt. Der Leitindex der Börse Madrid verlor bis zu 1,6 Prozent und die Banken des Landes büßten zeitweise sogar 2,5 Prozent an Wert ein. In diesem Sog gaben Dax und EuroStoxx50 jeweils etwa ein halbes Prozent auf 13.072,79 und 3553,29 Punkte nach. An der Wall Street lagen die Indizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 ebenfalls knapp im Minus.

Bei der Wahl des katalanischen Regionalparlaments verteidigten die Separatisten ihre absolute Mehrheit. „Der Wahlausgang ist schlimmer als vom Markt erwartet“, urteilten die Experten des Vermögensberaters Kepler Cheuvreux. „Die Unabhängigkeitsbefürworter haben nicht an Rückhalt verloren und Carles Puigdemont ist der heimliche Sieger.“ Der katalanische Ex-Regierungschef und der spanische Ministerpräsidenten Mariano Rajoy wollen zwar aufeinander zugehen, aber nur unter bestimmten Bedingungen. Puigdemont war im Herbst von der Zentralregierung in Madrid abgesetzt worden, nachdem das Parlament in Barcelona einseitig die Unabhängigkeit proklamiert hatte.

Die aktuellen Kursverluste seien aber nur auf Verkäufe einiger Hedgefonds zurückzuführen, sagte Christopher Peel, Chef-Anleger des Vermögensverwalters Tavistock. Langfristig orientierte Investoren blickten über die aktuellen politischen Verwerfungen hinweg. „Die Wirtschaft Spaniens und der Euro-Zone wächst. Die Zinsen werden niedrig bleiben. Die meisten Anleger schauen auf diese Fundamentaldaten.“ Auch die Analysten der US-Bank Citigroup mahnten zur Besonnenheit: „Die Chance, dass die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens eine Blaupause für separatistische Bestrebungen in anderen Teilen der EU bilden können, ist gering.“

Spanische Wertpapiere flogen dennoch aus den Depots: Dies trieb die Rendite der zehnjährigen spanischen Staatsanleihen auf ein Viereinhalb-Wochen-Hoch von 1,527 Prozent. Am Aktienmarkt gehörten die katalanischen Institute Banco de Sabadell und Caixabank mit Kursverlusten von jeweils etwa 3,5 Prozent zu den größten Verlierern. Der Index für die Banken der Euro-Zone gab um ein Prozent nach. Dem Euro machte die Unsicherheit der Investoren ebenfalls zu schaffen. Er verbilligte sich auf 1,1841 Dollar.