EZB-Aufsicht: Krisen-Sitzung zu Banken in Italien

Die EZB ist besorgt wegen der Lage der Banken in Italien.

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Die oberste EZB-Bankenaufseherin, Daniele Nouy, wird Insidern zufolge wohl kommende Woche zu Gesprächen mit hochrangigen Vertretern der Branche nach Italien reisen. Bei den Gesprächen am 17. Januar würden eine Reihe drängender Themen behandelt, unter anderem das Problem fauler Kredite, sagten mehrere eingeweihte Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Nouy werde wohl zunächst Spitzenvertreter der italienischen Notenbank treffen und später Bankvorstände und Vertreter des italienischen Bankenverbandes ABI. Auch die jährliche Bankenprüfung (SREP) sei Thema der Gespräche.

Die EZB drängt die italienischen Banken seit längerem dazu, ihren Berg an faulen Krediten abzubauen. Die Großbank Intesa SanPaolo prüft dazu einen Verkauf fauler Darlehen und des Inkassogeschäfts an die schwedische Intrum Justitia, wie die beiden Unternehmen am Mittwochabend mitteilten. Per Ende September hatte Intesa faule Kredite im Gesamtvolumen von 54 Milliarden Euro in ihren Büchern – 13,7 Prozent des gesamten Kreditbestands. Intesa-Chef Carlo Messina will in den kommenden Wochen eine neue Unternehmensplanung vorstellen. Er hat bereits erklärt, dass er der Bank ein ehrgeizigeres Ziel zum Abbau der faulen Kredite vorgeben wird. Bislang soll der Anteil dieser Darlehen am gesamten Kreditvolumen bis 2019 auf 10,5 Prozent sinken.