Erdogan verkündet Beginn von Offensive in Syrien

Lesezeit: 2 min
21.01.2018 00:23
Die Türkei kämpft in Syrien nun offiziellen gegen die Verbündeten des Nato-Partners USA.
Erdogan verkündet Beginn von Offensive in Syrien

Aus der Kurdenregion im Norden Syriens sind am Sonntagmorgen vier Raketen auf die südtürkische Stadt Kilis abgefeuert worden. Eine Frau sei durch Glassplitter leicht verletzt worden, meldete die türkische Nachrichtenagentur Dogan. Zwei Häuser und ein Geschäft wurden demnach beschädigt. "Niemand hat sein Leben verloren", sagte der Gouverneur von Kilis, Mehmet

Tekinarslan, laut Dogan. "Sie können eine Rakete auf uns abfeuern, und wir werden hundert zurückfeuern, es gibt keinen Grund zur Sorge", sagte er.

Dogan zufolge wurden die Raketen von Stellungen rund um die syrische Kurden-Enklave Afrin aus abgefeuert. Die Stadt wird von den Kurdischen

Volksverteidigungseinheiten (YPG) kontrolliert, welche die Türkei als Terrorgruppe einstuft. Die türkische Armee reagierte dem Medienbericht zufolge mit Artilleriefeuer auf den Beschuss.

Die Türkei hat nach den Worten von Präsident Recep Tayyip Erdogan mit ihrer Militäroffensive gegen kurdische Milizen in der syrischen Region Afrin begonnen. Von Westen her werde der "Terrorkorridor" schrittweise zerstört, kündigte Erdogan am Samstag an. "Die Afrin-Operation hat de facto im Feld begonnen." Damit eröffnet die Türkei eine neue Front im syrischen Bürgerkrieg, indem sie sich direkt gegen mit Nato-Partner USA verbündete kurdische Milizen stellt.

Russland äußerte sich besorgt und rief alle Seiten zur Zurückhaltung auf. Allerdings scheint Russland die Türkei nicht aktiv zu behindern. Beobachter halten einen Deal für möglich: Am Samstag hat die syrische Armee nämlich den wichtigen Abu Dahur-Flughafen eingenommen. Zuvor hatten sich türkische und al-Kaida-Verbände zurückgezogen. Damit haben Russen und Syrer den IS eingekesselt. Russland sieht den IS als Hauptfeind an und will auch alle anderen islamistischen Söldner aus Syrien vertreiben.

Von den USA unterstützten Kurdenvertretern zufolge traf die türkische Luftwaffe Wohngebiete in Afrin.

Türkische Kampfflugzeuge beschossen türkischen Regierungskreisen zufolge Stellungen der Kurdenmilizen in Afrin. Die Truppen würden von der oppositionellen Freien Syrischen Armee unterstützt. Ziel sei, den kurdischen Gruppen YPG und PYD die Macht in Afrin zu entreißen, sagte ein türkischer Militärvertreter. Nach Afrin solle Manbidsch befreit werden. Die Kurdenmiliz YPG erklärte, bei den Luftangriffen seien mehrere Menschen verletzt worden. Derzeit gebe es "Scharmützel" mit türkischen Kräften am der Grenze Afars.

Wie Reuters unter Berufung auf Hisbollah-Medien meldet, eroberten die türkische Armee und mit ihr verbündete Kräfte von Aufständischen den Flugplatz Abu al-Duhur in der Provinz Idlib. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die eigenen Militärkräfte und Angehörige der Militärpolizei seien aus dem Kampfgebiet gebracht worden.

Die Türkei verfolgt das Erstarken kurdischer Milizen in Syrien schon lange mit Argwohn. Die Regierung in Ankara betrachtet diese als Schwesterorganisationen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK, die in der Türkei seit Jahrzehnten für mehr Autonomie der Kurden kämpft. Erdogan hat wiederholt erklärt, er werde die kurdischen Milizen in Afrin zerschlagen. Bereits am Freitag beschoss die türkische Armee die Grenzregion. Die USA haben die Türkei aufgefordert, sich auf den Kampf gegen die Islamisten-Miliz IS zu konzentrieren. Die türkischen Aktivitäten in Afrin bezeichneten sie laut Reuters als destabilisierend.

Das russische Außenministerium erklärte, Russland halte an seiner Position fest, die syrische Krise durch die Bewahrung der territorialen Integrität und die Respektierung der Souveränität Syriens zu lösen. In russischen Parlamentskreisen hieß es laut Reuters die Regierung in Moskau werde bei den Vereinten Nationen den Stopp der Militäraktionen fordern.

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