Air-Berlin-Pleite kostet Steuerzahler dutzende Millionen

Die Insolvenz von Air Berlin könnte die deutschen Steuerzahler bis zu 200 Millionen Euro kosten.

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Die Pleite der Fluggesellschaft Air Berlin könnte die Steuerzahler Medienberichten zufolge bis zu 200 Millionen Euro kosten. Aus einem Bericht der Insolvenzverwalter gehe hervor, dass nicht nur die staatliche Kreditbank KfW, sondern auch der Fiskus, die Bundesagentur für Arbeit und die Sozialkassen auf Millionenforderungen sitzenblieben, berichtete AFP.

Derzeit gebe es ungesicherte Forderungen von knapp 760 Millionen Euro gegen Air Berlin, hieß es in den Berichten weiter. Das verwertbare Vermögen betrage nach derzeitigem Stand jedoch nur 88 Millionen Euro, viele Gläubiger dürften deshalb von dem Geld, das ihnen zustehe, kaum mehr etwas zurückbekommen. Die größten Außenstände habe Air Berlin bei Lieferanten, Dienstleistern, Vermietern und Leasing-Partnern sowie bei konzerneigenen Gesellschaften.

Auch die Bundesregierung komme das von ihr bewilligte Darlehen der staatlichen Kreditanstalt KfW über 150 Millionen Euro teuer zu stehen, berichteten NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung. Von diesem Darlehen seien noch 84 Millionen Euro nicht zurückbezahlt worden. Dieser Anspruch sei „ungesichert“. Zusammen mit Ansprüchen der Bundesagentur für Arbeit und der Finanzbehörden drohten dem Staat Ausfälle in Höhe von rund 200 Millionen Euro.

Die Bundesregierung hatte Air Berlin nach deren Insolvenz Mitte August einen Überbrückungskredit gewährt, um den Flugbetrieb aufrechtzuerhalten. Mitte Januar hatte die Regierung auf Anfrage der Linksfraktion mitgeteilt, dass der Bund bis zum 9. Januar Rückzahlungen in Höhe von rund 61 Millionen Euro erhielt, aber „von weiteren Rückzahlungen“ ausgeht. Die Bundesregierung hatte bereits Mitte Dezember gewarnt, der Kredit an Air Berlin werde wohl nur zum Teil zurückgezahlt werden.