Geprellte Anleger verklagen Kryptowährung Bitconnect

 

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28.01.2018 18:23
Die Betreiber der Kryptowährung Bitconnect werden beschuldigt, ihre digitale Währungen mit falschen Versprechen beworben zu haben.
Geprellte Anleger verklagen Kryptowährung Bitconnect

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Sechs Personen haben Klage gegen Bitconnect eingereicht, den Betreiber der gleichnamigen Kryptowährung. Die Kläger hatten insgesamt rund 771.000 Dollar in Bitconnect investiert. Sie werfen dem Unternehmen vor, ein Schneeballsystem betrieben und gegen eine Reihe von Wertpapiergesetzen verstoßen haben.

Die Kläger wollen von den dort verantwortlichen Personen eine Entschädigung erreichen, nachdem die Plattform des Unternehmens in der vergangenen Woche plötzlich aus dem Internet verschwunden und der Wert des Bitconnect-Tokens (BCC) um mehr als 95 Prozent eingebrochen war.

Die Klage wurde von Charles Wildes, Francisco Doria, Aric Harod, Akiva Katz, James Gurry und Ronald Nelson bei einem Gericht im US-Bundesstaat Florida eingereicht. Die sechs Personen klagen nicht nur für sich selbst, sondern auch im Namen aller anderen Investoren von Bitconnect.

Das Verfahren betrifft alle drei Unternehmen im Zusammenhang mit Bitconnect sowie eine Reihe von Einzelpersonen, darunter Glenn Arcaro, Trevon Brown auch bekannt als Trevon James, Ryan Hildreth, Craig Grant und Cryptonick. Diese sollen in den sozialen Medien aggressiv neue Investoren für das vermeintliche Schneeballsystem angeworben haben.

Nach Angaben der Kläger haben Bitconnect und die beklagten Personen die Handelsplattform und das Darlehensprogramm „betrügerisch beworben und betrieben“ und auf diese Weise Kryptowährungen im Wert von vielen Millionen Dollar eingesammelt.

Laut Klageschrift hat Bitconnect den Investoren einen Gewinn in Höhe von einem Prozent täglich versprochen. So hätte man aus 1.000 Dollar innerhalb von drei Jahren 50 Millionen Dollar machen können. Der Gewinn sollte demnach durch einen automatisierten Handels-Algorithmus erreicht werden. Die Auszahlung sollte unabhängig von der Marktentwicklung erfolgen.

Die sechs Kläger sprechen von einem „weitreichenden Schneeballsystem, das Investoren betrogen, die Wertpapiergesetze des Bundesstaats sowie der USA verhöhnt und eine Armee von Söldnern in den sozialen Medien angestellt hat, die dafür bezahlt wurden, weitere nichts ahnende Opfer in den Betrug hineinzubringen“.

Anfang Januar hatte Bitconnect noch eine Marktkapitalisierung von mehr 2,5 Milliarden Dollar. Als sich dann die Vorwürfe eines Schneeballsystems verstärkten, kündigte das Unternehmen plötzlich an, dass es seine Plattform schließe. Dadurch hatten viele Kunden keinen Zugriff mehr auf ihre Guthaben. Deren Wert brach sehr schnell um mehr als 95 Prozent ein.

Trotz all der Verwerfungen befindet sich Bitconnect noch immer in der Top 200 der Kryptowährungen und hat eine Marktkapitalisierung von aktuell rund 100 Millionen Dollar. Grund dafür ist offenbar, dass man für die BCC-Tokens in Kürze die neuen BCCX-Tokens erhalten können soll.

Denn das Unternehmen will laut der neuen Webseite 11,76 Millionen BCCX-Tokens mit einem Initial Coin Offering (ICO) in Umlauf bringen und weitere 2,94 Millionen Token für sich behalten. Die BCCX-Tokens können im Verhältnis 2:1 für die alten BCC-Tokens erworben werden.

Der aktuelle Preis von rund 11 Dollar pro BCC lässt erkennen, dass das Interesse der Investoren trotz allem weiter anhält. Mit dem ICO könnten die Macher von Bitconnect nun erneut eine dreistellige Millionensumme einnehmen.



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