Shell erwirbt Anteile an Blockchain-Start-up

Shell hat eine Minderheitsbeteiligung am Start-up Applied Blockchain erworben. Das Unternehmen erarbeitet Blockchain-Lösungen bei Transaktion von Öl und Gas.

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Auch der Rohstoffhandel soll weiter digitalisiert werden. (Foto: dpa)

Auch der Rohstoffhandel soll weiter digitalisiert werden. (Foto: dpa)

Der Energie-Riese Shell hat eine Minderheitsbeteiligung an einem Londoner Start-up namens Applied Blockchain erworben, so Oilprice.com. Applied Blockchain existiert bereits seit drei Jahren und hat Kunden aus der Banken-, Telekommunikations-, Automobil-, Fertigungs- und Luftfahrtindustrie.

Zu dem Deal wurden bisher keine öffentlichen Angaben gemacht. Applied Blockchain wurde im Jahr 2015 gegründet. Das Start-up entwickelt Blockchain-Anwendungen im Bereich der Distributed Ledger Technology (DLT) und Smart Contracts. DLT ist eine spezielle Form der elektronischen Datenverarbeitung und Datenspeicherung. Es handelt sich dabei um eine dezentrale Datenbank, die den Teilnehmern eines Netzwerks eine kollektive Schreib- und Leseberechtigung erteilt. Bei einer zentral verwalteten Datenbank gibt es hingegen eine zentrale Instanz, die die einzelnen Einträge in die Datenbank vornimmt.

Smart Contracts ermöglichen es den Unternehmen, dass unter bestimmten Bedingungen Verträge automatisch in Kraft treten. Sie garantieren Rechtssicherheit, obwohl keinerlei Notare benötigt werden.

In der Öl- und Gasbranche würde die Anwendung von Blockchain-Technologie dazu führen, dass Rohstoffgüter-Transaktionen günstiger vorgenommen werden, wobei auch die Überwachung der Transaktionen wesentlich einfacher wäre. Für die Energieunternehmen würde dies enorme Einsparungen nach sich ziehen.

Im Januar 2017 kündigte das Energiehandelsunternehmen Mercuria in Partnerschaft mit ING und Societe Generale die Vorbereitung des ersten Öl-Deals mit Hilfe der Blockchain-Technologie an. Der Deal umfasst eine afrikanische Öllieferung an den Mercuria-Aktionär ChemChina. Mercuria-Chef Marco Dunnand sagte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, dass die Energiewirtschaft ihre Ölproduktion, Raffinerien und die Schifffahrt „immer mehr und mehr” digitalisieren müsse, berichtet der englischsprachige Dienst von Reuters.

Im vergangenen Jahr hatte ein Konsortium aus Shell, BP Statoil, sowie den Finanz-Häusern Societe Generale, ABN, ING und AMRO dazu entschieden, eine Handelsplattform für Energiegüter auf Basis der Blockchain-Technologie zu entwickeln.