Banken stoßen italienische Staats-Anleihen an EZB ab

Italienische Großbanken stoßen in großem Umfang italienische Staatsanleihen an die EZB ab.

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Italienische Großbanken haben gegen Ende des vergangenen Jahres damit begonnen, in großem Umfang italienische Staatsanleihen an die EZB zu verkaufen. Überhaupt ist seit einigen Monaten der Trend zu beobachten, dass immer mehr Anleger Schuldpapiere des italienischen Staates verkaufen. Der mit Abstand größte Käufer der Papiere ist die Europäische Zentralbank.

„Die Daten-Übersicht der EZB zeigt signifikante Entwicklungen bei den Banken in den vier größten Euro-Staaten. Doch die italienischen Banken stehen einmal mehr im Rampenlicht. Sie reduzierten im Dezember ihre Bestände an italienischen Staatsanleihen massiv um etwa 12,6 Milliarden Euro und um rund 40 Milliarden Euro im gesamten letzten Quartal 2017 – dies entspricht 10,5 Prozent des gesamten ausstehenden Bestandes. Im Anleihehandel existieren starke saisonale Schwankungen, weil Banken gegen Jahresende versuchen, ihre Bilanz durch Wertpapierverkäufe aufzupäppeln. Aber auch mit Blick auf die vergangenen Jahre sind die Bewegungen in den vergangenen Monaten beispiellos“, wird ein Analyst der Investmentbank Jefferies von Zerohedge zitiert.

Wie bedeutend der Umfang der Verkäufe von etwa 40 Milliarden Euro ist, zeigt sich anhand von Schätzungen, wonach seit Beginn des umstrittenen Anleihe-Kaufprogramms der EZB seit März 2015 insgesamt italienische Anleihen im Wert von 100 Milliarden Euro an die EZB verkauft wurden.

Ende Dezember war zudem bekannt geworden, dass sich Investoren aus den verschiedensten Anlegergruppen (Großbanken, andere Finanzdienstleister wie beispielsweise Hedgefonds, Privatinvestoren) aus dem Markt für italienische Staatsschulden zurückziehen. Die EZB ist seitdem der mit Abstand wichtigste Käufer der Wertpapiere.

Aus einer Grafik der Citigroup geht hervor, dass italienische Banken, andere Finanzinstitute und Ausländer im Jahr 2016 nahezu geschlossen auf die Verkäuferseite des Marktes gewechselt waren.

Zuletzt hatte die EZB deutlich mehr italienische und französische Anleihen gekauft, als aus dem sogenannten Kapitalschlüssel der nationalen Notenbanken an der EZB hervorgehen müsste. Dies könnte darauf hindeuten, dass insbesondere die Renditen dieser Anleihen unter einem hohen Aufwertungsdruck stehen. Mit den Käufen versucht die EZB, die Zinskosten zu drücken, damit die entsprechenden Länder nicht in Zahlungsschwierigkeiten geraten.

Die Rendite italienischer Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren waren in den vergangenen Monaten bereits deutlich gestiegen. Im Jahr 2016 lagen sie noch bei etwa 1,3 Prozent. Derzeit sind es 2 Prozent.