Kurse an der Wall Street drehen ins Plus

Der US-amerikanische Aktienhandel startet am Dienstag mit deutlichen Verlusten, drehte dann jedoch ins Plus.

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Ein Händler an der Wallstreet am 5.2.2018. (Foto: dpa)

Ein Händler an der Wallstreet am 5.2.2018. (Foto: dpa)

Der Verlauf des VIX-Index auf Sicht eines Jahres. (Grafik: ariva.de)

Der Verlauf des VIX-Index auf Sicht eines Jahres. (Grafik: ariva.de)

Auch am Dienstag geht es zur Handelseröffnung an der Wall Street mit den Kursen weiter bergab: Der Dow Jones fiel im Anfangsgeschäft um 2,3 Prozent auf 23.778 Punkte und halbiert dann seine Verluste. Immerhin sah es zunächst nicht nach einem neuen Kurssturz aus. Der S&P500 und der Nasdaq-Composite fielen zunächst ebenfalls um rund zwei Prozent und holten dann wie der Dow rasch auf.

Nach dieser schwachen  Eröffnung machte der Dow Jones seine Verluste wett und stieg um 1,4 Prozent. Auch der S&P500 und der Nasdaq-Composite drehen ins Plus.

„Für einige ist das niedrigere Kursniveau durchaus attraktiv für den Wiedereinstieg“, sagte ein Börsianer. „Es ist schwer zu sagen, ob der Ausverkauf heute noch weiter geht“, erläuterte Scott Brown, Chef-Ökonom beim Vermögensberater Raymond James. Der Absturz von 4,6 Prozent im Dow habe viele Leute auf dem falschen Fuß erwischt und sei auch vom Computerhandel beschleunigt worden. Aber solche Korrekturen seien ein normaler Prozess. „Wo aber der Boden ist, weiß ich nicht“, fügte Brown hinzu.

Fed-Notenbanker James Bullard versuchte die Anleger zu beruhigen: Die jüngsten Arbeitsmarktdaten, die einen Anstieg der Löhne in den USA gezeigt und damit die Spekulationen auf stärkere Zinserhöhungen der Fed ausgelöst hatten, seien kein Signal für eine Inflationsbeschleunigung.

Am jüngsten Börsen-Ausverkauf waren laut Goldman-Analyst John Marshall vor allem die extrem angestiegenen Kursschwankungen schuld. „Der Anstieg des VIX-Index um 20 Punkte war die größte absolute und auch prozentuale Veränderung jemals“, schrieb der Experte. Der Volatility Index ist ein Gradmesser für die erwarteten Schwankungen des marktbreiten S&P-500 Index – der VIX gilt daher als eine Art Angstbarometer. Er war am Montag von 17 auf 37 Punkte nach oben geschnellt auf den höchsten Stand seit August 2015.

Am Dienstag überstieg der VIX-Index die Marke von 50 Punkten, sackte dann jedoch auf etwa 25 Punkte ab.

Nach einem Kurseinbruch kauft die Credit Suisse ein in den USA gehandeltes Finanzprodukt für geringere Kursschwankungen zurück. Die Anleger erhalten eine Barzahlung entsprechend des Werts der VelocityShares Daily Inverse VIX Short Term ETN (XIV) genannten Papiere am 15. Februar, wie die Schweizer Großbank am Dienstag mitteilte. Keine anderen Exchange Traded Notes (ETN) der Credit Suisse seien von dieser Ankündigung betroffen.

Bei den Papieren mit dem Börsenkürzel XIV handelt es sich um ein komplexes Finanzprodukt, mit dem Investoren auf eine rückläufige Volatilität an den US-Aktienbörsen wetten können. Doch mit dem Kurssturz an der Wall Street, die am Montagabend teilweise 1600 Punkte und damit so stark wie noch nie einbrach, sackten die Derivate anschließend im nachbörslichen Handel 84 Prozent ab. Laut dem Börsenprospekt ist ein Rückkauf grundsätzlich ab einem Wertverlust von 80 Prozent möglich.