Gemischtes

Opel will Mitarbeiter mit Abfindung zur Kündigung bewegen

Lesezeit: 1 min
27.03.2018 15:27
Der Autobauer Opel versucht über Abfindungen, seine Ziele bei der Stellenstreichung zu erreichen.
Opel will Mitarbeiter mit Abfindung zur Kündigung bewegen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der anhaltend Verluste schreibende Autobauer Opel will Mitarbeitern das Ausscheiden aus dem Konzern schmackhaft machen und hat ein Abfindungsprogramm gestartet. Dieses freiwillige Abfindungsprogramm hätten Geschäftsleitung und Betriebsrat im Rahmen der Einigungsstelle vereinbart, teilte der seit August zur französischen PSA gehörende Autobauer am Dienstag laut Reuters mit. Es bleibe aber der Plan, bei der Sanierung betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen zu vermeiden. „Schritt für Schritt schaffen wir mit Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit eine nachhaltige Zukunft für unser Unternehmen in Deutschland – so wie wir es gegenwärtig in ganz Europa tun“, erklärte Opel-Chef Michael Lohscheller.

Die Marke mit dem Blitz gehört seit August zum französischen Autokonzern, der noch die Marken Peugeot und Citroen herstellt. Seitdem fiel in Rüsselsheim ein Betriebsverlust von 179 Millionen Euro an. Peugeot-Chef Carlos Tavares und Lohscheller hatten im November den Sanierungsplan „Pace“ für Opel präsentiert, mit dem anfangs 1,1 Milliarden Euro im Jahr gespart werden sollen. Das Programm sieht vor, dass das deutsche Traditionsunternehmen bis 2020 aus den roten Zahlen geführt wird, in denen es fast 20 Jahre unter Regie der früheren US-Mutter General Motors steckte. Rund 30 Prozent der Kosteneinsparungen sollen durch gemeinsamen Einkauf realisiert werden.

Auch die Personalkosten sollen sinken durch Altersteilzeit, Vorruhestand und Kurzarbeit für Verwaltung und Entwicklung in Rüsselsheim, die zunächst bis Mitte des Jahres beantragt ist. Jobs für Leiharbeitnehmer fallen weg. Seit der Übernahme sank die Beschäftigtenzahl in Europa bis Ende 2017 um 1150 auf 35.670 Köpfe. Die Abfindungssumme soll sich pro Kopf auf bis zu 275.000 Euro belaufen, berichtete die WirtschaftsWoche. Das Unternehmen wollte die Zahl nicht kommentieren.

Während die Zentrale in Frankreich Opel-Standorten außerhalb Deutschlands schon neue Projekte zur Produktion zusagte, stocken in Deutschland die dafür notwendigen Verhandlungen von Management, Betriebsrat und Gewerkschaft. Die Arbeitnehmervertreter forderten vergangene Woche von der Unternehmensführung Vorschläge für die deutschen Standorte, wie die Produktionszusagen in den bestehenden Tarifverträgen neu mit Leben gefüllt werden. Sie warfen dem Management vor, im Nachhinein die Bedingungen in den schon anerkannten Tarifverträgen verschlechtern zu wollen.

Die Vereinbarungen, die noch mit der alten Konzernmutter General Motors geschlossen wurden, sicherten die Auslastung der Werke in Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern bis nach 2020 ab. Aber nicht alle bisherigen Modelle sollen den Eigentümerwechsel überleben, daher brauchen die Standorte neue Projekte im französischen PSA-Konzern. Das Unternehmen erklärte, weiter in die deutschen Standorte investieren zu wollen, aber nur bei wettbewerbsfähigen Strukturen.

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Finanzen
Finanzen Russland: Sind auf Ausschluss aus globalem Zahlungsnetzwerk Swift vorbereitet

Die russische Regierung ist eigenen Angaben zufolge auf einen möglichen Ausschluss aus dem weltweit wichtigsten Zahlungsnetzwerk...

DWN
Deutschland
Deutschland Europa erlebte den kältesten April seit 2003

Der zurückliegende April war in ganz Europa der kühlste April seit 2003. Glaubt man den Weinbauern, ist auch der Mai bislang auffallend...

DWN
Technologie
Technologie Die Renaissance der deutschen Atomkraft wirft ihre Schatten voraus

Die US-Regierung hat offenbar erkannt, dass die Abkehr von fossilen Energieträgern nur unter Einbeziehung der Atomkraft machbar sein wird....

DWN
Politik
Politik Bundesregierung führt Zweiklassengesellschaft ein: Geimpfte erhalten Teile ihrer Bürgerrechte zurück

Die Bundesregierung hat offiziell eine Zweiklassengesellschaft in Deutschland verordnet.

DWN
Finanzen
Finanzen Extreme Märkte werden viele in Panik versetzen, aber wenige sehr reich machen

Banken und Politik fürchten sowohl Inflation als auch Deflation, wenn diese zu stark werden. Doch verhindern können sie beide letztlich...

DWN
Politik
Politik Mitglieder der Grünen wollen „Deutschland“ aus Wahlprogramm-Titel streichen

Hunderte Mitglieder der Grünen haben ein Problem mit Deutschland.

DWN
Deutschland
Deutschland Hohe Baukosten, Mangel an Bauland: In Deutschland fehlen hunderttausende Wohnungen

Hohe Baukosten und ein Mangel an Bauland bremsen nach Darstellung mehrerer Verbände weiterhin den Wohnungsbau.

DWN
Finanzen
Finanzen Siemens stupst den Dax an - nachmittags Arbeitsmarktdaten aus den USA

Zwei Aktien von Dax-Schwergewichten stehen heute im Mittelpunkt. Und was kungelt da die EZB-Chefin Lagarde mittags mit einem griechischen...