Bundeswehr eröffnet Zentrum für Zusammenarbeit mit Start-ups

Die Bundeswehr hat ein Zentrum für die Zusammenarbeit mit digitalen Start-ups eröffnet.

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Die Bundeswehr bereitet sich auf den Cyber-Krieg vor. (Foto: dpa)

Die Bundeswehr bereitet sich auf den Cyber-Krieg vor. (Foto: dpa)

Die Bundeswehr hat in Berlin ein Zentrum für die Zusammenarbeit mit digitalen Start-ups eröffnet. Das vermeldet das Verteidigungsministerium (BMVg). Das Cyber Innovation Hub (CIH) soll laut BMVg als „Schnittstelle zwischen Start-up-Szene und Bundeswehr“ fungieren. Sein Auftrag sei es, „digitale Innovationen innerhalb der Bundeswehr voranzutreiben“, indem es innovative Technologien identifiziert, sie bei Brauchbarkeit erwirbt und anschließend auf die Bedürfnisse der Bundeswehr zuschneidet. Dafür legt das CIH derzeit eine Datenbank mit internationalen Start-ups an. Darüber hinaus ist das Zentrum dafür zuständig, Mitglieder der Start-up-Szene für eine Zusammenarbeit mit der Bundeswehr zu begeistern und unter Umständen als neue Mitarbeiter zu rekrutieren. Der jährliche Etat des CIH beträgt fünf Millionen Euro. Die Belegschaft besteht aus 30 Mitarbeitern, darunter sowohl Soldaten als auch Zivilisten.

Im CIH soll laut BMVg ein Arbeitsklima herrschen, das von Freiräumen und selbstständigem Denken geprägt ist. Das Zentrum wurde im Hinterhof eines Altbaus im Berliner Stadtteil Moabit angesiedelt. Leiter des CIH ist mit Marcel Yon ein Gründer mehrerer Tech-Start-ups sowie Fregattenkapitan der Reserve. Yon war auch für die Gründungsvorbereitung des Zentrums verantwortlich – zusammen mit dem ehemaligen Google-Manager und Hauptmann der Reserve Nicolas Heyer.

Vorbild bei der Gründung des CIH waren ähnliche Einrichtungen der NATO, in Israel und in den USA:

  • das 2008 in Tallinn eröffnete „NATO Cooperative Cyber Defense Centre of Excellence”
  • die 1952 als Fernmeldeeinheit gegründete „Unit 8200“ der israelischen Streitkräfte, die mittlerweile als Eliteeinheit für digitale Spionage und den Cyberkrieg gilt
  • das 2010 in Dienst gestellte „United States Cyber Command“ für digitale Kriegsführung

Das Verteidigungsministerium hatte im Frühjahr 2015 in einem zunächst geheimen Strategiepapier erste Leitlinien für die Cyber-Kriegsführung aufgestellt. Diese wurden anschließend weiter konkretisiert. Darüber hinaus wurde daran gearbeitet, die in der Bundeswehr vorhandenen digitalen Kompetenzen zu bündeln. Im April 2017 stellte das BMVg das „Kommando Cyber- und Informationsraum“ (CIR) in Dienst, das für die Cyber-Kriegsführung zuständig ist. Das CIR ist ein eigenständiger militärischer Operationsbereich und als solcher Heer, Luftwaffe, Marine und Sanitätsdienst gleichgestellt. Ihm gehören rund 12.600 Soldaten an. Das CIH ist ihm untergeordnet. An der Bundeswehr-Universität in München entsteht zurzeit für 160 Millionen Euro ein Cyber-Forschungszentrum. In ihm wird unter anderem das Forschungsinstitut „Cyber Defence und Smart Data“ (CODE) untergebracht, das laut seiner Satzung „Innovationskompetenzen von Forschungsinstitutionen, Unternehmen und Providern von ziviler und militärischer Cyber-Sicherheit“ bündeln soll.

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