Frankreich, Spanien und Portugal forcieren Importe von US-Flüssiggas

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 2 min
12.08.2018 00:05
Frankreich, Spanien und Portugal haben sich darauf geeinigt, künftig als Energie-Achse für den Import von LNG zu fungieren.
Frankreich, Spanien und Portugal forcieren Importe von US-Flüssiggas

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Frankreich, Spanien und Portugal haben auf einem Energiegipfel am Freitag in Lissabon eine Entscheidung der Europäischen Union zur Unterstützung der Lieferung von Flüssigerdgas (LNG) aus Nordamerika gebilligt, so Forbes. Die iberische Halbinsel ist zu einem wichtigen Versorgungs-Knoten für den Import von Erdgas nach Europa geworden, vor allem aufgrund der Verbindungen der Region mit den Erzeugerländern in Nordafrika und ihren Wiederverdampfungs-Anlagen. Die so genannte „östliche Gasachse” zwischen Portugal, Spanien und Frankreich soll die bidirektionalen Flüsse zwischen der Iberischen Halbinsel und Frankreich erleichtern.

Die Europäische Union hat versucht, die Kapazität für LNG-Importe zu erhöhen, um die wachsende Divergenz zwischen der rückläufigen einheimischen Produktion und dem steigenden Verbrauch auszugleichen.

In einer am Freitag veröffentlichten Erklärung gaben der französische Präsident und die Premierminister von Spanien und Portugal folgende Erklärung ab:

„Portugal, Frankreich und Spanien begrüßen die im Februar 2016 angenommene Strategie der Europäischen Kommission für LNG und Gasspeicherung. Sie unterstreichen die Bedeutung von LNG zur Diversifizierung der Quellen und Routen der Energieversorgung in der EU, um die Abhängigkeit zu verringern Stärkung der Energiesicherheit (...) Die drei Länder äußern ihre Genugtuung darüber, dass sie mit der bestehenden LNG-Infrastruktur einen Beitrag zur Strategie leisten können, die es ihnen ermöglicht, den Großteil des in Europa importierten LNGs zu berücksichtigen.”

Engas, ein Energieunternehmen mit Sitz in Madrid, besitzt und betreibt Spaniens Erdgas-Übertragungsnetz und betreibt die weltweit größte Flotte von Regasifizierungs-Terminals für verflüssigtes Erdgas. Die spanische Gastransport-Gesellschaft arbeitet mit Terega, dem französischen Erdgasfernleitungsnetz, an der Entwicklung der südöstlichen Pyrenäen (STEP) zusammen. Das STEP-Projekt gilt als entscheidender Bestandteil der Bemühungen, einen regionalen Gasmarkt in Südwesteuropa zu schaffen. Es wird eine Gas-Pipeline bauen, die die Gasnetze von Frankreich und Spanien in den östlichen Pyrenäen verbindet.

Der Nahe Osten ist derzeit der größte LNG-Produzent und machte 2015 mehr als ein Drittel der gesamten LNG-Produktion der Welt aus. Die erste Lieferung von LNG aus den USA nach Europa fand im April 2016 im portugiesischen Sines-Terminal statt.

In der vergangenen Woche besuchte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker US-Präsident Donald Trump in Washington. Nach Trumps Angaben wird die EU mehr Flüssiggas (LNG) importieren. Der US-Präsident hatte Deutschland dafür kritisiert, vergleichsweise viel Erdgas von Russland zu kaufen und dafür die Pipeline Nord Stream 2 zu bauen. „Sie werden ein wichtiger Käufer von LNG“, erklärte er mit Blick auf die EU. Internationale Energie-Analysten bezweifeln, dass US-LNG eine Konkurrenz für Pipeline-Gas aus Russland darstellen wird, zumal US-LNG teurer ist als Pipeline-Gas.

Auf eine Anfrage der Deutschen Wirtschaftsnachrichten, ob US-LNG eine Konkurrenz für das Pipeline-Gas aus Russland werden könnte, sagte Eugen Weinberg von der Commerzbank: „Es ist mir bewusst, dass Medien und die Politik meinen, LNG-Gas aus den USA sei ein großer Konkurrent zum russischen Gas und deshalb seien die Sanktionen auch als Handelskrieg zu werten. Ich würde diesen Effekt nicht überbewerten. Denn auch ohne Nord Stream 2 würden die USA Flüssiggas (LNG) nach Europa liefern. Allerdings wird der Effekt von US-LNG im gesamten Energiemix recht gering sein. Zum anderen aber wird auch Russland weiterhin Erdgas nach Europa im gleichen Umfang liefern. Natürlich ist LNG aus den USA eine Konkurrenz für russisches Gas, doch sind die Dimensionen überhaupt nicht vergleichbar. LNG aus den USA wird einen kleinen Einfluss haben und dürfte eher den Konkurrenzkampf um europäische Kunden stärken.”

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Marktbericht
Marktbericht Zukunft des Bankensystems ungewiss?

Unser Partner MTS Money Transfer System informiert

DWN
Politik
Politik Frankreich ist dran: Anti-Rassismus-Proteste in Paris, Polizei setzt Tränengas ein

In Paris haben Tausende von Menschen am Dienstagabend gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. Der Protest in Paris war von der...

DWN
Politik
Politik Golfstaaten erleben die schlimmste Wirtschaftskrise ihrer Geschichte

Die Golfstaaten stehen vor dem wirtschaftlichen Kollaps. Der Petro-Dollar wirkt aufgrund des Ölpreisverfalls nicht mehr. Die Saudis hatten...

DWN
Politik
Politik Terrorismus: Das FBI ermittelt gegen die Antifa

US-Generalstaatsanwalt William P. Barr hat verkündet, dass das FBI und die Generalstaatsanwaltschaft gegen die Antifa aufgrund des...

DWN
Politik
Politik Plünderer ermorden afroamerikanischen Polizisten

In St. Louis haben unbekannte Plünderer den pensionierten Polizeihauptmann David Dorn erschossen. Die Täter konnten bisher nicht...

DWN
Finanzen
Finanzen Golfstaaten stehen vor dem Bankrott: Oman kann kaum noch seine Stromrechnung bezahlen

Der Oman hat sowohl seine Wasser- als auch sein Stromrechnung aus finanziellen Gründen mit Verspätung beglichen.

DWN
Politik
Politik Sachsen: CDU gegen Erhöhung von GEZ-Gebühren, SPD und Grüne dafür

Die CDU-Fraktion in Sachsen-Anhalt lehnt eine Erhöhung der GEZ-Gebühren, die mittlerweile Rundfunkgebühren genannt werden, ab. Doch die...

DWN
Technologie
Technologie Versorgungs-Sicherheit: Deutschlands Bauern setzen auf Digitalisierung ihrer Ernte-Maschinen

Die Bauern haben zahlreiche Probleme - beispielsweise dürfte die Getreide-Ernte Prognosen zufolge in der kommenden Saison zurückgehen....

DWN
Politik
Politik Militäreinsatz im Inland: Pentagon erteilt Trump eine Absage

Beamte des US-Verteidigungsministeriums sagen, dass ein Militäreinsatz im Inland zur Niederschlagung der Proteste nicht in Frage komme....

DWN
Politik
Politik Droht in den USA ein gewaltsamer Umsturz?

Eine renommierte US-Moderatorin meint, dass die gewaltsamen Proteste in den USA ausschließlich auf den Sturz der Trump-Regierung abzielen...

DWN
Politik
Politik Anti-Hass-Gesetz: Facebook und Twitter müssen IP-Adressen dem BKA melden

Dem „Gesetz gegen Rechtsextremismus und Hasskriminalität“ zufolge müssen Twitter und Facebook strafbare Inhalte künftig dem BKA...

DWN
Politik
Politik Grenell tritt als US-Botschafter in Deutschland zurück

Zwei Jahre war Richard Grenell der wichtigste Mann von US-Präsident Donald Trump in Europa. Jetzt hat er seinen Posten als US-Botschafter...

DWN
Politik
Politik China meldet: Millionen Menschen in Wuhan getestet, kaum noch Corona-Infizierte

Wuhan gilt als Ursprungsort der Pandemie mit dem Coronavirus. In der chinesischen Metropole gab es die meisten Infektionen und Toten in...

DWN
Politik
Politik Corona: Massenausbruch in Göttingen, alle Schulen werden geschlossen

In Göttingen werden alle Schulen wegen eines Massenausbruchs des Coronavirus geschlossen.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lufthansa braucht zeitweise den Vater Staat, aber keinen langfristigen Übervater

Es ist völlig in Ordnung, wenn Vater Staat verhindert, dass die Lufthansa flügellahm wird. Doch problematisch wird es, wenn der Staat...

celtra_fin_Interscroller