Energie-Agentur erwartet weiteren Anstieg der Ölpreise

Die Internationale Energieagentur hält einen weiteren Anstieg der Rohölpreise für wahrscheinlich.

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Produktionsausfälle: Bohrtürme in den USA. (Foto: dpa)

Bohrtürme in den USA. (Foto: dpa)

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat vor einem weiteren Anstieg der Ölpreise aufgrund von Produktionsausfällen gewarnt. „Wenn die Ölexporte aus Venezuela und dem Iran weiter zurückgehen sollten, könnte sich das Angebot am Markt verknappen und die Preise könnten steigen“, heißt es im Monatsbericht der IEA, der am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Sollten andere wichtige Förderländer wie Saudi-Arabien die Ausfälle nicht ausgleichen, könnte demnach der Preis je Barrel Rohöl über die Marke von 80 US-Dollar steigen. Der Preis der Nordseesorte Brent hatte dieses Niveau bereits am Mittwoch erstmals seit Mai kurzzeitig überschritten. Seit Wochen befinden sich die Ölpreise im Aufwind.

In Venezuela drückt eine massive Wirtschaftskrise die Ölproduktion auf das niedrigste Niveau seit Jahrzehnten. Im Iran sorgten unterdessen US-Sanktionen bereits vor ihrem offiziellen Inkrafttreten im November für sinkende Exporte, weil westliche Ölfirmen Abstand vom Iran-Geschäft nehmen. Laut der IEA dürfte der Druck in den kommenden Monaten noch zunehmen.

China, Indien und Russland hingegen haben den Iran in den vergangenen Wochen auf dem Energiemarkt mit Importen gestützt.

Während ein hoher Ölpreis gut für die Produzenten ist, geraten die ersten Unternehmen dadurch in Bedrängnis.

So haben hohe Treibstoffpreise das Geschäft des weltgrößten Schifffahrtskonzern Maersk gedrückt. Unter dem Strich fuhr das Unternehmen im ersten Halbjahr zwar einen Gewinn von 2,79 Milliarden US-Dollar (2,45 Mrd Euro) ein. Dieser wurde aber stark etwa vom Verkauf der Öl-Sparte nach oben getrieben. Verkäufe herausgerechnet steckt Maersk tief in den roten Zahlen: Der Verlust der verbleibenden Geschäftsbereiche stieg im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum deutlich um mehr als das Doppelte – von 114 Millionen auf 305 Millionen Dollar.

Die Profitabilität sei durch die hohen Bunkerpreise „auf einem unbefriedigenden Niveau“, sagte Unternehmenschef Søren Skou am vergangenen Freitag. Der gestiegene Ölpreis koste Maersk innerhalb eines Jahres rund eine Milliarde US-Dollar.