Börsen in Europa bekommen Zins-Anstieg zu spüren

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
08.10.2018 11:54
Festverzinsliche Wertpapiere werden wieder zu einer Alternative zu Aktien.
Börsen in Europa bekommen Zins-Anstieg zu spüren

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Aus Furcht vor aggressiveren Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed ziehen sich weitere Anleger aus den europäischen Aktienmärkten zurück. Dax und EuroStoxx50 fielen am Montag um jeweils ein knappes Prozent auf 12.008 beziehungsweise 3319 Punkte. "Aktien bekommen jetzt echte Konkurrenz durch festverzinsliche Wertpapiere", erklärte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets.

Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen war am Freitag auf ein Siebeneinhalb-Jahres-Hoch von 3,248 Prozent gestiegen, nachdem Fed-Chef Jerome Powell angesichts der brummenden US-Konjunktur schnellere Zinsanhebungen für möglich hält. "Darauf sind die Investoren noch nicht vorbereitet", sagte Analyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader. Am Montag wurde am US-Anleihemarkt feiertagsbedingt nicht gehandelt. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe blieb mit 0,576 Prozent auf Tuchfühlung mit ihrem Viereinhalb-Monats-Hoch vom Freitag.

Kopfschmerzen bereitete Börsianern auch der Streit über den italienischen Haushalt für 2019. Die EU monierte, dass im aktuellen Entwurf das strukturelle Defizit, bei dem Einmal-Effekte und Konjunkturschwankungen herausgerechnet werden, um 0,8 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung steigt. Die Kommission hatte eine Reduzierung dieses Fehlbetrags um 0,6 Prozent gefordert. Italienische Staatsanleihen flogen daraufhin aus den Depots der Anleger. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Viereinhalb-Jahres-Hoch von 3,581 Prozent. "Offenbar geht der Markt davon aus, dass die EU-Kommission eine harte Verhandlungslinie fahren will, wenn Italien seinen Haushalt einreicht", sagte Anlagestratege Antoine Bouvet von der Investmentbank Mizhuo. Bis zum 15. Oktober muss die Regierung in Rom ihren Etat bei der EU zur Prüfung vorlegen.

Am Rohstoffmarkt geriet der Ölpreis ins Rutschen. Die Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich um 1,4 Prozent auf 83,02 Dollar je Barrel (159 Liter). Investoren spekulierten darauf, dass die Ausfälle iranischer Öllieferungen durch die US-Sanktionen geringer ausfallen als zunächst gedacht. Die USA denken Regierungskreisen zufolge darüber nach, diejenigen Staaten nicht mit Strafen zu belegen, die ihre Öllieferungen aus dem Iran bereits deutlich reduziert haben.

Wegen ihrer vorangegangenen überdurchschnittlichen Kurssteigerungen seien Technologiewerte besonders anfällig für Gewinnmitnahmen, so AxiTrader-Experte Cutkovic. "Ein Ausverkauf dieser könnte eine stärkere Korrektur am Gesamtmarkt auslösen." Im Dax war das Neumitglied Wirecard mit einem Kursminus von zeitweise gut elf Prozent das Schlusslicht. Damit waren die Aktien des Online-Zahlungsabwicklers aber immer noch etwa doppelt so teuer wie zu Jahresbeginn.

In Wien stürzten die Titel von FACC um rund zehn Prozent ab. Der operative Quartalsgewinn des Luftfahrtindustrie-Zulieferers ging überraschend auf 8,7 von 11,3 Millionen Euro zurück.


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik SPD schliesst Sarrazin aus - weil sie keine besseren Argumente hat

Die SPD wirft Thilo Sarrazin aus der Partei. Mit den Thesen des umstrittenen Autors setzt sich die Parteiführung nicht auseinander -...

DWN
Politik
Politik Entscheidung gefallen: SPD schließt Sarrazin aus der Partei aus

Die SPD hat den ehemaligen Bundesbanker Thilo Sarrazin aus der Partei ausgeschlossen.

DWN
Politik
Politik Nach Berliner Libyen-Konferenz: Wird die deutsche Außenpolitik ein Opfer ihres eigenen Erfolges?

Die von Deutschland initiierte Libyen-Konferenz war ein Erfolg. Doch hat sich die Bundesregierung damit selbst unter Zugzwang gesetzt. Denn...

DWN
Finanzen
Finanzen Trotz Iran-Konflikt: Saudi-Arabien zeichnet milliardenschwere Anleihen

Trotz der regionalen Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt, hat Saudi-Arabien Anleihen im Wert von fünf Milliarden US-Dollar...

DWN
Deutschland
Deutschland Schon wieder Ärger: Jetzt muss Daimler auch das Absatzziel für Elektro-SUV kürzen

Die schlechten Nachrichten reißen nicht ab: Der Autobauer Daimler hatte gerade eine dritte Gewinnwarnung verkündet. Jetzt reduziert das...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Lagarde lässt sich nicht beirren: Niedrigzinsen bleiben

Christine Lagarde hat eine strategische Überprüfung des EZB-Kurses angekündigt. In Sachen Geldpolitik bleibt jedoch unter der neuen...

DWN
Deutschland
Deutschland Umweltschützer fordern Erhöhung von Diesel-Preis um 53 Cent, Behörde um 70 Cent

Nach Vorstellungen des Umweltverbands BUND soll sich der Literpreis für Diesel bis 2030 um 53 Cent verteuern. Das Umweltbundesamt fordert...

DWN
Politik
Politik DWN aktuell: Al-Nusra tötet 40 syrische Soldaten, Armee muss sich zurückziehen

In der Provinz Idlib haben Söldner der al-Nusra-Front eine Offensive gegen die syrische Armee gestartet. Bei dem Angriff wurden 40...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutscher Ökonom appelliert an Europas Machthaber: Niedrigzinsen stoppen, Haushalts-Disziplin einhalten

Der deutsche Ökonom und Denkfabrik-Chef Daniel Gros richtet einen dringenden Appell an Europas Entscheider: Stoppt endlich die...

DWN
Politik
Politik Russland und Syrien führen gemeinsames Manöver im Mittelmeer durch

Im östlichen Mittelmeer haben Russland und Syrien ein Seemanöver durchgeführt.

DWN
Deutschland
Deutschland Präzisionswerkzeugbau bricht 2020 um sieben Prozent ein

Die deutschen Präzisionsmaschinenbauer werden dieses Jahr sieben Prozent weniger Umsatz machen.

DWN
Politik
Politik Ehemaliger deutscher EU-Diplomat soll für China spioniert haben

Ein ehemaliger deutscher EU-Diplomat soll Wirtschaftsspionage für China geleistet haben. Im Zuge der Ermittlungen fanden mehrere...

DWN
Politik
Politik Saudischer Kronprinz hackt Handy von Amazon-Chef Bezos

Der saudische Kronprinz Bin Salman hat offenbar das Handy von Amazon-Chef Bezos gehackt.

DWN
Unternehmen
Unternehmen USA liefern Überwachungs-Technologie an China

Diverse US-Technologieunternehmen versorgen China mit Technologien, um Peking die Überwachung von ethnischen Minderheiten zu erleichtern.

celtra_fin_Interscroller