Kurden-Milizen wollen im Osten Syriens weiterkämpfen

 

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18.10.2018 00:39
Die von den USA unterstützten Kurden-Milizen wollen die Autorität Syriens für die Gebiete östlich des Euphrats nicht anerkennen.
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Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), die von den Kurden-Milizen dominiert und von den USA kontrolliert werden, führen in einer Erklärung aus, dass der Vorwurf des syrischen Außenministers Walid Al-Moallem, wonach der Abbruch der Friedensgespräche zwischen der syrischen Regierung und den Kurden-Milizen durch den Einfluss „ausländischer Mächte“ abgebrochen wurden, falsch sei. Auslöser des Abbruchs der Gespräche seien die „Vorbedingungen des Regimes“ gewesen. Die aktuelle syrische Verfassung stelle das Hauptproblem dar. Zuvor hatte Al-Moallem gesagt, dass die Gebiete östlich des Euphrats, die unter der Kontrolle der SDF stehen, ebenfalls zurückerobert werden sollen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte gesagt, dass die größte Bedrohung für die syrisch-russische Koalition von den Gebieten östlich des Euphrats ausgehe.

Amjad Osman, ein Sprecher der SDF, sagte der Nachrichtenagentur Kurdistan 24: „Wir unterstreichen, dass wir nicht an eine militärische Lösung glauben. Wir haben nicht gegen die syrische Regierung gekämpft; Wir haben uns nur verteidigt, als wir angegriffen wurden. Jeder erkennt die Opfer der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) im Kampf gegen [den Islamischen Staat (IS)], die größte Terrororganisation der Welt, an.“

Tatsächlich haben die Kurden-Milizen die syrische Armee (SAA) während des Syrien-Konflikts nicht angegriffen.

Die syrische Regierung wirft den Kurden-Milizen hingegen eine Kollaboration mit den USA vor. Al-Moallem wörtlich: „Wenn sie (Kurden-Milizen, Anm. d. Red.) einen Dialog wollen, dann wird der Dialog auf einer klaren Grundlage stattfinden: Es gibt eine Verfassung, es gibt Gesetze, die das Verhältnis zwischen den Fraktionen regeln, und der syrische Staat akzeptiert keinen Föderalismus in dieser Region, weil dies der Verfassung widerspricht. Wenn die kurdischen Brüder den amerikanischen Versprechungen und der amerikanischen Täuschung Glauben schenken wollen, ist das ihr Geschäft, und sie werden den Preis dafür bezahlen müssen.“

Joshua Landis von der Oklahoma University sagte Kurdistan 24: „[Präsident Baschar] al-Assad braucht die Kurden, um den Norden zu regieren, aber ich bezweifle, dass er es mit einer echten Form der Autonomie ernst meint, die die Forderungen der Kurden befriedigen würde. Er glaubt an ein zentralisiertes Syrien. Vielleicht ist er bereit, den Kurden zu erlauben, mehr vom Reichtum der Region zu behalten, aber eine echte kulturelle oder regionale Autonomie, die mit dem Irak vergleichbar ist? Ich bezweifle das.“

Seit geraumer Zeit gibt es auch Spannungen zwischen den Kurden-Milizen und syrischen Christen. In der Provinz Hasaka wurden die Schulen von assyrischen Christen geschlossen, um ein Curriculum der SDF durchzusetzen. Dem Curriculum zufolge soll in den Schulen nur noch in kurdischer Sprache gelehrt werden. Andere Sprachen sind nicht zugelassen. Die assyrischen Christen verfügen jedoch über eine eigene semitische Sprache, die im Vorkriegs-Syrien zugelassen war. Sie sind zudem politische Unterstützer des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Der assyrische Pater Saliba von der Kirche der Jungfrau Maria in Qamischli sagte der Nachrichtenagentur AFP: „Keine Universität, ob syrisch oder ausländisch, erkennt diesen Lehrplan oder das Diplom der Ausbildungskommission der autonomen Verwaltung an.“

Die Nachrichtenagentur Rudaw zitiert Saliba: „Wer erkennt diesen Lehrplan international an? Gibt es einen Staat, der die Realität dieser Region tatsächlich anerkennt? Die Legitimität unserer Schulen kommt von der Legitimität der Regierung der Arabischen Republik Syrien.“

Es bleibt unklar, wie sich das Verhältnis zwischen Christen und Kurden im Nordosten Syriens entwickeln wird, falls es tatsächlich zu einer militärischen Kampagne der syrisch-russischen Koalition östlich des Euphrats kommen sollte. Die Kurden im Nordosten Syriens sehen die USA und die Christen Syrien und Russland als Schutzmacht an.


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