Politik

Kein EU-Staat wagt Einrichtung von Finanz-Vehikel gegen die USA

Lesezeit: 1 min
15.11.2018 16:46
Mit der Androhung einer harten Durchsetzung der Iran-Sanktionen hat die US-Regierung die EU-Staaten wirksam eingeschüchtert.
Kein EU-Staat wagt Einrichtung von Finanz-Vehikel gegen die USA

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die USA haben Unternehmen und Banken in Europa davor gewarnt, US-Sanktionen gegen den Iran durch die Mitarbeit an der von der EU geplanten Zweckgesellschaft zu umgehen. Wer sich an der EU-Initiative beteilige, um seine Geschäfte mit dem Iran zu sichern, gehe das Risiko ein, von US-Strafen getroffen zu werden, sagte der Iran-Beauftragte der USA, Brian Hook, am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. "Europäsche Banken und europäische Firmen wissen, dass wir rigoros Sanktionen gegen dieses brutale und gewalttätige Regime durchsetzen werden." Es sei daher keine Überraschung, dass das Vorhaben der EU, eine Zweckgesellschaft ("SPV") zu installieren, ins Schwimmen geraten sei.

Viele Experten bezweifeln, dass die Zweckgesellschaft funktionieren wird. Sie verwiesen darauf, dass die USA nur ihre Sanktionen auf Tauschgeschäfte erweitern müssten, um den Handel zu blockieren. Zudem bleibe das Grundproblem, dass Firmen, die mit dem Iran Handel treiben, ihr - meist größeres - Geschäft in den USA verlieren dürften. Eigentlich sollte die Gesellschaft Anfang November formell starten. EU-Diplomaten hatten aber vor wenigen Tagen der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, bislang habe kein Land angeboten, die Gesellschaft zu beherbergen.

"Das Ziel war von Anfang an, die Ölexporte des Iran auf Null zu bringen", sagte der Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, am Dienstag in Singapur. Die Absicht der USA sei es, die islamische Republik so massiv unter Druck zu setzen, "dass es quietscht".

Die EU hat eine solche Gesellschaft angekündigt, um die US-Sanktionen gegen den Iran zu umgehen und das Atomabkommen mit dem Land zu retten. Das Konstrukt soll die Bezahlung iranischer Exporte ermöglichen, darunter auch die für das Land wichtigen Erdölausfuhren. Dabei geht es eine Art Tauschbörse, bei der iranisches Öl gegen europäische Güter getauscht werden können, ohne dass Geld die Seiten wechselt. Anlass für die Gründung ist die US-Drohung, Strafen gegen alle Banken zu verhängen, über die Gelder aus Iran-Geschäften laufen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Wandel durch Corona? Deutsche investieren plötzlich stark in Aktien

In Zeiten der Corona-Krise ist die Zahl der deutschen Aktienbesitzer stark angestiegen. Ist dies lediglich eine logische Reaktion auf das...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Renaissance der Kernkraft in Europa: Polen steigt in die Atomenergie ein, Deutschland mit „Energiewende“ isoliert

Während die Bundesregierung aus „klimapolitischen“ Gründen massiv in die Windkraft investiert, startet unser östlicher Nachbar eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Derivate - Finanzielle Massenvernichtungswaffe oder wichtige Stütze der Wirtschaft? Teil 2

Die Politik hat versagt: Der Spekulationskreislauf an den Märkten ist aus dem Ruder gelaufen. Die eigentlich nützlichen Derivate...

DWN
Deutschland
Deutschland Neueste Zahlen zeigen extrem niedrige Sterblichkeitsrate bei Corona-Infektionen

Neueste Zahlen des Robert Koch-Instituts sowie der Weltgesundheitsorganisation zeigen eine extrem niedrige Wahrscheinlichkeit, dass...

DWN
Finanzen
Finanzen Riesenboom für Krypto-Währungen: 350 Millionen PayPal-Nutzer können jetzt mit Bitcoin bezahlen

PayPal hat offiziell bestätigt, dass es Online-Händlern und ihren Kunden ab 2021 Zahlungen mit den vier Kryptowährungen Bitcoin,...

DWN
Finanzen
Finanzen Serie „So werde ich zum Anleger“: Das Depot

Einsteiger verzweifeln oft, wenn sie in Fonds, ETFs oder Aktien investieren wollen. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, auf welche...

DWN
Politik
Politik Nach Mord in Dresden: „Abschiebepflichtige Gefährder und schwere Straftäter dürfen wir nicht nach Syrien abschieben“

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius beschwichtigt in der nach dem islamistischen Mord von Dresden aufgekommenen Debatte um eine...

DWN
Politik
Politik EILMELDUNG: Türkisches Schiff nähert sich griechischer Insel, Athen versetzt Marine in "hohe" Alarmbereitschaft

Der Streit im östlichen Mittelmeer zwischen Griechenland und der Türkei droht zu eskalieren.

DWN
Finanzen
Finanzen Derivate - Finanzielle Massenvernichtungswaffe oder wichtige Stütze der Wirtschaft? Teil 1

Die Finanz-Instrumente sind heftig umstritten. Einige sehen sie als notwendige Absicherungs-Vehikel, andere nur als reine...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldman: Wenn Biden die US-Wahlen gewinnt, explodiert der Silberpreis

Im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen am 3. November empfiehlt Goldman Sachs Investoren, sich vom Dollar zu trennen und Silber zu...

DWN
Deutschland
Deutschland Blühende Landschaften: Ostdeutschland entwickelt sich zum Zentrum der europäischen Elektro-Mobilität

Ostdeutschland steht eine glänzende Zukunft bevor: Das sagt die Ökonomin Dalia Marin.

DWN
Finanzen
Finanzen Preise für Strom und Gas ziehen weiter deutlich an

Die Preise für Strom und Gas in Deutschland zählen zu den höchsten weltweit. Ein Ende der Teuerung ist indes nicht abzusehen, wie Daten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Globale Institutionen: Es droht eine weltweite Nahrungsmittel-Knappheit

Nahrungsmittel werden immer knapper und deshalb immer teurer. Knappheits-Szenarien wurden bereits vor fünf Jahren von globalen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Siemens Gamesa zieht mit neuem Großauftrag deutsche Windparkbranche aus der Talsohle

Die deutschen Windpark-Entwickler, die schon länger unter Druck standen, entwickeln sich wieder besser. Während Siemens Gamesa (SG) eine...