Deutschland

Mieten in Großstädten steigen weiter an

Lesezeit: 1 min
24.12.2018 12:49
Die Mieten in den großen Ballungszentren steigen weiter, während die Preise in ersten Regionen zu fallen beginnen.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Auch im neuen Jahr ist nach Einschätzung von Fachleuten keine Entspannung auf dem Immobilienmarkt in Sicht. "Ich rechne mit einer weiteren Steigerung der Mieten in Ballungszentren", sagte der Freiburger Ökonom Lars Feld, als Mitglied im Sachverständigenrat einer der fünf sogenannten Wirtschaftsweisen, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Als Grund führte er an, dass "das zusätzliche Angebot noch immer nicht die zusätzliche Nachfrage decken kann".

Bezüglich der Eigenheime sieht Feld dagegen in einigen Städten ein Ende der Preisspirale erreicht. "Ein wichtiger Einflussfaktor für Immobilienpreise ist die Bevölkerungsentwicklung", sagte er. "München hatte zuletzt kaum mehr Nettozuzüge, so dass die Preisentwicklung dort abflachen könnte - in Frankfurt stehen die Zeichen jedoch weiter auf Wachstum." Kritik übte Feld an den Kommunen. Sie seien "weiterhin die Preistreiber in dem Sinne, dass zu wenige Bauflächen zur Verfügung gestellt werden".

Auch Andreas Mattner, Präsident des Zentralen Immobilienausschusses, kritisierte immer mehr Regulierung durch die Politik. "Die aktuellen Vorhaben sind in vielen Bereichen das exakte Gegenteil von dem, was es braucht, um die angespannte Situation zu lösen", sagte er der Zeitung. Mattner geht deshalb auch davon aus, "dass die avisierten eineinhalb Millionen neuen Wohnungen in der laufenden Legislaturperiode wohl schlichtweg nicht erreicht werden können."

Einer Auswertung der Onlineplattform Immowelt zufolge stiegen die Neuvertragsmieten im zu Ende gehenden Jahr in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart um mindestens drei Prozent. Den größten Anstieg gab es in Berlin mit plus zwölf Prozent auf 11,50 Euro Nettokaltmiete je Quadratmeter. Absolut liegt München mit 18 Euro - plus fünf Prozent - an der Spitze.

Laut einer bislang unveröffentlichten Studie des Institut der deutschen Wirtschaft Köln können sich allerdings zwei Drittel der Deutschen heute mehr Wohnfläche leisten als im Jahr 2013. In 269 der 401 Landkreise seien die Medianlöhne stärker gestiegen als die Neuvertragsmieten. Dies gelte auch für Großstädte wie Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und Köln.


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Zukunft der Marine: Pistorius denkt über zusätzliche U-Boote nach
19.07.2024

Die U-Boote spielen eine zentrale Rolle in der Marine. Deutschland hat bereits zusätzliche Boote in Auftrag gegeben. Wird trotz der...

DWN
Politik
Politik Der Chefredakteur kommentiert: Verbot des Compact-Magazins - Schutz der Demokratie oder Angriff auf die Freiheit?
19.07.2024

Liebe Leserinnen und Leser, jede Woche gibt es ein Thema, das uns in der DWN-Redaktion besonders beschäftigt und das wir oft auch...

DWN
Immobilien
Immobilien BGH-Urteil: Siegreiche Eigentümer müssen nun auch Prozesskosten tragen!
19.07.2024

Streitigkeiten sind in Wohnungseigentümergemeinschaften keine Seltenheit und landen oft vor Gericht. Müssen die siegreichen Parteien dann...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft IT-Ausfälle weltweit: Flughäfen, Banken und Kliniken teilweise im Chaos - Ursache inzwischen gefunden
19.07.2024

Flugzeuge am Boden, Fernsehsender zeigen nur Standbilder, Operationen abgesagt: Es kommt selten vor, dass ein Computerproblem globale...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Düstere Prognose für Deutschland: IWF senkt Wachstumserwartung!
19.07.2024

Die Konjunktur in Deutschland bleibt anscheinend auch 2024 Schlusslicht. Der IWF sieht nur ein Wachstum von 0,2 Prozent und langfristig...

DWN
Politik
Politik Biden-Rückzug naht? – Trump glänzt nach Attentat
19.07.2024

Biden allein in der Isolation, Trump umgeben von seiner Familie im Regen von Konfetti: Die Bilder der beiden Kontrahenten im US-Wahlkampf...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft E-Autos: Scholz setzt auf serbisches Lithium
19.07.2024

Bundeskanzler Olaf Scholz schließt am Freitag in Belgrad mit Serbien ein Abkommen über den umweltfreundlichen Abbau von Lithium im...

DWN
Politik
Politik Aids-Konferenz: Sorge um Finanzierung und politische Lage
19.07.2024

In München treffen sich tausende Experten zur weltgrößten Konferenz zu HIV und Aids. Sorgen macht ihnen die politische Weltlage. Sind...