Deutliche Anhebung

Ministerium: Brief-Porto wird auf etwa 90 Cent steigen

Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet damit, dass die Post das Briefporto auf etwa 90 Cent anheben wird.

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Die Sonderbriefmarke „150 Jahre Technische Universität München“. (Foto: dpa)

Die Sonderbriefmarke „150 Jahre Technische Universität München“. (Foto: dpa)

Das Briefporto wird in diesem Jahr aller Voraussicht nach teurer als bisher erwartet. Auf Basis einer Verordnung des Bundeswirtschaftsministeriums soll es der Deutschen Post ermöglicht werden, das Porto deutlich anzuheben, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete. Branchenkreisen zufolge könnte das Porto für einen Standardbrief von aktuell 70 Cent auf 85 bis 90 Cent steigen. Der genaue Wert ist noch unklar – es geht nun um einen größeren Preisspielraum für alle regulierten Postprodukte zusammen, also auch für Postkarte oder Auslandsbrief. Wie hoch genau das Porto für einen Standardbrief sein soll, legt die Post später selbst fest.

Die Marke für einen Standardbrief wird dem Wirtschaftsministerium zufolge 2019 weniger als 90 Cent kosten. „Wir gehen nicht davon aus, dass die Post in diesem Jahr für den Standardbrief ein Porto von 90 Cent erheben wird“, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Montag in Berlin. In Branchenkreisen werde nun eine Erhöhung des Briefportos in Richtung 85 bis 90 Cent als denkbar bezeichnet. Bislang waren der April als Termin und 80 Cent als Preis im Gespräch.

Positiv für den Verbraucher: Das Porto steigt später als bisher geplant. Statt zum April dürfte der Preissprung erst im Sommer erfolgen.

Wegen der Digitalisierung sinkt die Briefmenge seit Jahren – um profitabel wirtschaften zu können, pocht das ehemalige Staatsunternehmen angesichts ihrer mehr oder minder konstanten Kosten auf eine satte Erhöhung. Laut FAZ gesteht das Wirtschaftsministerium der Post nun eine höhere Umsatzrendite zu. Ein Sprecher der Post begrüßte das Vorhaben der Regierung.

Mitte Januar bekam der Bonner Konzern zunächst einen Dämpfer von der Bundesnetzagentur – die Regulierungsbehörde gewährte der Post nur einen eher geringen Erhöhungsspielraum von 4,8 Prozent für alle regulierten Produkte zusammen. Damit hätte der Standardbrief wohl maximal auf 80 Cent steigen können und die anderen Briefsorten hätten etwa gleich teuer bleiben müssen. Der Post war das zu wenig. Nun bekommt sie Rückenwind aus dem Bundeswirtschaftsministerium, das die Postentgeltverordnung ändern und einen größeren Preisspielraum ermöglichen will. Ein Sprecher der Bundesnetzagentur sagte: „Wir sind informiert über die Pläne, die Verordnung anzupassen.“ Details nennen wollte er nicht. Die Netzagentur ist dem Ministerium unterstellt.