Deutsche Ingenieurs-Kunst: PSA will mit Opel den russischen Markt aufrollen

 

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26.02.2019 17:24
Opel schreibt erstmals seit 20 Jahren wieder schwarze Zahlen. Der Gewinn des traditionsreichen deutschen Autobauers betrug im vergangenen Jahr 859 Millionen Euro, wie der französische Opel-Mutterkonzern PSA heute in Rueil-Malmaison (bei Paris) mitteilte. Es handelt sich um das erste Gewinn-Jahr seit 1999.
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Dank Opel blickt PSA auf das beste Jahr seiner Geschichte zurück. Der Konzern, zu dem unter anderem auch Peugeot und Citroen gehören, vergrößerte seinen Umsatz um stolze 18,9 Prozent auf 74 Milliarden Euro. Opels Anteil daran beträgt 18,3 Milliarden Euro, also fast 25 Prozent. Seinen Nettogewinn vergrößerte PSA auf 3,3 Milliarden Euro, ein Plus von stolzen 40,4 Prozent. Opels Anteil daran beträgt, wie gesagt, 859 Millionen Euro, was 26 Prozent entspricht. Das heißt, der Gewinn der Rüsselsheimer fiel sogar etwas höher aus als der des Gesamtkonzern – trotz der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen des letzten Jahres und der sich daraus ergebenden Probleme.

Jetzt hat PSA mit Opel Großes vor: Die Franzosen wollen mit den Produkten aus Rüsselsheim den russischen Markt aufrollen. Der ist derzeit dabei, sich nach dem 2016er-Tief (damals wurden in Russland lediglich 1,43 Millionen Euro verkauft, was einem Minus von 51 Prozent seit dem Boom-Jahr 2013 entspricht) wieder zu erholen. Seit 2017 steigt die Zahl der verkauften Autos wieder, 2018 betrug sie 1,80 Millionen. Für 2019 werden 1,86 Millionen prognostiziert.

Gute Nachrichten also für die Rüsselsheimer. Aber: Die Problemzone haben sie noch nicht verlassen. Im Handelsblatt weist der der Leiter des CAR-Centers der Universität Duisburg-Essen, Ferdinand Dudenhöffer, darauf hin, dass der Marktanteil Opels in Europa weiterhin nur bei „mageren“ 5,7 Prozent liegt (zum Vergleich: 2010 betrug er 10,2 Prozent und 1995 sogar 12,5 Prozent – genau jedes achte in Europa verkaufte Auto war damals ein Opel).

Darüber hinaus ist das Entwicklungszentrum ITEZ in Rüsselsheim bei weitem nicht ausgelastet, weswegen PSA 2.000 der dort beschäftigten 7.000 Ingenieure an den französischen Ingenieurs-Dienstleister „Segula“ auslagern will. Die Beschäftigten gehen davon aus, dass sie dort weitaus weniger verdienen würden als bei dem tarifgebundenen deutschen Autobauer, und dass ihre Jobs langfristig nicht gesichert wären. PSA-Chef Carlos Tavares warf heute der IG Metall vor, mit ihrer Blockade-Haltung Jobs zu gefährden: „In einer 38-jährigen Karriere in der Auto-Industrie in der ganzen Welt habe ich nie eine Lage erlebt … in der ein Gewerkschaftspartner nicht dafür kämpft, 2.000 Jobs zu sichern.“ Nach Informationen der DPA ist für den Segula-Deal eine Einigungsstelle unter Leitung eines ehemaligen Arbeitsrichters geschaffen worden, die zwischen dem Unternehmen und dem Betriebsrat vermitteln soll.


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