Obwohl China für Strafzölle Vergeltung ankündigt

Trump sieht den Handelskrieg locker: Für Gespräche „keinen Grund zur Eile“

Nach der von Donald Trump verkündeten Erhöhung der Strafzölle auf chinesische Importe verkündet Peking Vergeltungsmaßnahmen. Doch das lässt den US-Präsidenten vollkommen kalt.

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Der amerikanisch-chinesische Handelskrieg eskaliert. (Foto: dpa)

Amerikanisch-chinesischer Handelskrieg: Obwohl die Chinesen Vergeltungsmaßnahmen ankündigen, sieht US-Präsident Donald Trump für Gespräche „keinen Grund zur Eile“. (Foto: dpa)

Im Handelskrieg zwischen den USA und China hat US-Präsident Donald Trump die Welt auf eine längere Auseinandersetzung eingestimmt. «Es gibt überhaupt keinen Grund zur Eile», schrieb Trump am Freitag auf Twitter mit Blick auf die laufenden Gespräche beider Seiten. Schließlich würden die Chinesen nun bereits zusätzliche Zölle an die USA zahlen, was enorme Summen in die Kassen des Landes spüle, schrieb Trump weiter. Die Zölle brächten weit mehr Wohlstand für die USA als ein traditionelles Handelsabkommen, selbst wenn dies noch so phänomenal sei. Trump drohte erneut mit weiteren Sonderzöllen auf chinesische Waren, betonte aber zugleich, die Gespräche mit China gingen weiter.

Neben der jüngsten Erhöhung von Sonderzöllen droht Trump auch damit, die Zusatzzölle in dieser Höhe auf alle Importe aus China auszuweiten – nach seiner Darstellung beträfe das noch einmal Waren im Wert von 325 Milliarden Dollar. Der US-Präsident schrieb auf Twitter, der Prozess für die Verhängung solcher Sonderzölle in diesem Umfang habe begonnen. Konkreter wurde er nicht.

Die Führung in Peking hat Gegenmaßnahmen angekündigt, ohne allerdings Details zu nennen.

Gefährdet Trump seine Wiederwahl?

„Gießt Donald Trump weiteres Öl ins Feuer, droht auch Ungemach für die US-Wirtschaft“, warnte der Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank, Thomas Gitzel. Im Hinblick auf die im kommenden Jahr stattfindenden Präsidentschaftswahlen wären dies denkbar ungünstige Voraussetzungen für eine Wiederwahl Trumps. „Eine merkliche Wirtschaftsabkühlung oder gar eine Rezession würde wohl das Ende der Amtszeit von Donald Trump bedeuten“, sagte Gitzel. „Gerade aber der stark auf sich fokussierte US-Präsident dürfte dies verhindern zu versuchen.“