Wichtige Autobahn-Trasse der Seidenstraße durch Russland genehmigt

Lesezeit: 2 min
11.07.2019 17:04
Der Ausbau der Seidenstraße kommt voran. Russland hat ein wichtiges Teilstück der Meridian-Autobahn genehmigt, die später einmal Schanghai mit Hamburg verbinden soll. Doch zeigen sich russische Experten skeptisch, ob der Weg überhaupt international konkurrenzfähig ist.
Wichtige Autobahn-Trasse der Seidenstraße durch Russland genehmigt
Der russische Präsident Wladimir Putin mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping im November 2014. (Foto: dpa)

Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping gilt als der wichtigstes Protagonist des sogenannten Seidenstraßen-Projektes, das die wirtschaftliche Macht des Riesenreiches ausbauen soll. 2013 stellte Xi das riesige Vorhaben erstmals vor, das den Ausbau der internationalen Verkehrswege von und nach China zum Ziel hat. Und die Summe, um die es hierbei geht, ist gewaltig: So steht eine gesamte Investitionssumme von einer Billion Dollar im Raum – also Investitionen, die es bis dato nur selten der Geschichte gegeben hat.

Jetzt kann das chinesische Staatsoberhaupt einen wichtigen politischen Erfolg für sich verbuchen. Denn Russland hat den Bau einer Autobahntrasse mit einer Länge von 1.250 Kilometern genehmigt, die von der kasachischen Grenze bis nach Weißrussland führen soll. Sie gehört zum „Meridian“-Highway, der den Planungen zufolge Schanghai mit Hamburg verbinden und rund 12.000 Kilometer lang sein wird.

Dadurch wird auch Deutschland von der neuen Trasse profitieren, die als strategisch wichtig gilt. Denn sie wird sich über ein Viertel der gesamten Autobahn erstrecken und einen Großteil des Projektes ausmachen. Darüber hinaus soll die Strecke internationale Waren übernehmen, die bisher über die Trans-Sibirische Autobahn befördern werden. Doch das ist noch nicht alles: Die Trasse soll nicht nur einheimischen Wegen Konkurrenz machen, sondern sogar dem Suez-Kanal.

Investoren sichern sich gegen politische Risiken ab

Der Kostenpunkt liegt bei 600 Millionen Rubel (8,4 Milliarden Euro) – finanzielle Mittel, die grundsätzlich eine private Investorengruppe zur Verfügung stellt. Doch besteht die Möglichkeit, dass der Staat trotzdem noch in das Vorhaben eingebunden wird - und zwar rückwirkend. So haben die Unternehmen weitreichende staatliche Garantien zur Risikoabsicherung erhalten, wie die russische Presse schreibt – etwa die russische Tageszeitung Kommersant.

Und die Summen, um die es geht, sind nicht gering. Die Führungsriege der Investorengruppe verlangt den Angaben zufolge 35 Milliarden Rubel oder 500 Millionen Euro pro Jahr gegen politische Risiken, die das Projekt mit sich bringt. Das könnte dann der Fall sein, wenn es zu politischen Verstimmungen zwischen den Ländern kommt, die in das Gesamtprojekt eingebunden sind. Das ist ein Hinweis darauf, dass selbst die Investoren nicht so ganz vom Erfolg des Projektes überzeugt sind.

Experte: "Fracht per See oder Luft möglicherweise lukrativer"

Darüber hinaus zeigen sich die Fachleute durchaus skeptisch – beispielweise der Ökonom Mikhail Blinkin von der Moskauer Hochschule für Wirtschaft HSE: „Wenn ein Transporteur Waren verschickt, die nicht leicht kaputt gehen und die nicht sehr schnell befördert werden müssen, dann dürfte er wohl den Seeweg wählen”, glaubt der Wissenschaftler, das die neue Trasse möglicherweise nicht so ganz konkurrenzfähig sein könnte. „Und wenn es sich um Güter handelt, die besonders schnell geschickt werden müssen, dann wird das Unternehmen wohl den Luftweg wählen”, sagte der Experte.

Fazit: Die Verantwortlichen des „Seidenstraßen”-Projektes haben zwar einen wichtigen Schritt gemacht. Doch ob nach der Inbetriebnahme des Abschnittes alles reibungslos funktioniert, ist noch nicht klar. Die Chinesen treiben den Ausbau der Seidenstraße zwar insgesamt voran, doch wird es noch lange dauern, ehe sie das gesamte Infrastruktur-Netz funktionstüchtig ausgebaut haben.

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