Finanzen
Erfolgreiche Wetten am Anleihemarkt

Hedgefonds machen massive Gewinne trotz negativer Zinsen

Einige Hedgefonds haben zuletzt massive Profite mit negativ verzinsten Anleihen erzielt, obwohl diese einen garantierten Verlust ausweisen.
17.08.2019 18:44
Lesezeit: 1 min

Die Menge an negativ verzinsten Anleihen hat die Schwelle von 15 Billionen Dollar überschritten. Wer derartige Papiere kauft und sie bis zur Fälligkeit hält, der wird garantiert Geld verlieren. Dennoch gelingt es einigen Hedgefonds, in diesem Markt massive Gewinne zu erzielen.

Die Idee dabei ist, die Papiere zu einem höheren Preis weiterzuverkaufen, als man sie gekauft hat. So können Hedgefonds, die zu Jahresbeginn negativ verzinste Anleihen gekauft haben, diese jetzt in der Regel mit massivem Gewinn wieder abstoßen - oder auf weitere Anstiege wetten.

Die Nachfrage nach Anleihen ergibt sich daraus, dass diese im Vergleich zu Aktien als sichere Anlagen gelten. Negative Zinsen können akzeptabel sein, wenn sie weniger schlimm sind als die Strafzinsen, welche Geschäftsbanken etwa in der Eurozone und Japan an die Zentralbanken zahlen müssen.

Hinzu kommt, dass zahlreiche Zentralbanken Käufer von Staats- oder Unternehmensanleihen sind. Mit dem Aufkauf von Wertpapieren verfolgen sie das erklärte Ziel, eine gewisse Inflation herbeizuführen. Spekulanten wetten also darauf, dass sie Anleihen mit Gewinn an Zentralbanken weiterverkaufen können.

Zu den größten Gewinnern auf dem Markt mit negativ verzinsten Anleihen gehörten zuletzt computergesteuerte Hedgefonds, berichtet die Financial Times. Menschliche Investoren hatten offenbar eine größere Abneigung gegen Wertpapiere, die formal einen garantierten Verlust ausweisen.

So hat der Cantab Quantitative Fonds von GAM Systematic laut eigenen Zahlen seit Jahresbeginn um 36,1 Prozent zugelegt, wobei die größten Gewinne aus Wetten auf fallende Anleiherenditen stammten.

Auch der Hauptfonds von Lynx Asset Management mit Sitz in Stockholm ist um 20,7 Prozent gestiegen. Und ein kleinerer stärker gehebelter Fonds, den Lynx Asset Management verwaltet, hat laut eigenen Zahlen sogar um 30,6 Prozent zugelegt.

Unterdessen hat die Winton Group, einer der weltweit größten Hedgefonds mit rund 20 Milliarden Dollar an verwaltetem Vermögen, mit ihrem Flaggschifffonds in diesem Jahr 3,5 Prozent gewonnen, unterstützt durch Wetten auf deutsche und japanische Anleihen, die negativ verzinst werden.

Doch auch einige menschliche Händler haben in diesem Jahr Profite auf dem Markt mit negativ verzinsten Anleihen gemacht. Brevan Howard, angeführt vom Milliardär Alan Howard, hat in seinem Hauptfonds rund 8,5 Prozent gewonnen, während Caxton Associates um 16,3 Prozent und Kirkoswald Capital Partners von Greg Coffey um 18 Prozent zulegten.

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