Finanzen
Hohe Investitionen trotz Volatilität

Hedgefonds wetten auf weiteren Anstieg des Goldpreises

Wenn die Hedgefonds mit ihren letzten Gold-Investments richtig liegen, dann hat die aktuelle Gold-Rallye gerade erst begonnen.
19.08.2019 12:13
Aktualisiert: 19.08.2019 12:13
Lesezeit: 2 min

Der Goldpreis in Dollar liegt aktuell auf dem höchsten Stand seit mehr als sechs Jahren. Doch die Großbanken Goldman Sachs und Citigroup prognostizieren, dass der Preis für das Edelmetall in den kommenden sechs Monaten auf 1.600 Dollar pro Unze steigen wird. Und Vermögensverwalter kaufen so viel Gold wie zuletzt im Jahr 2016.

Gold als sicherer Hafen wird attraktiver, da die globale Unsicherheit durch den anhaltenden Handelskrieg zwischen den USA und China und die Verlangsamung des Weltwirtschaaftswachstums wächst. Daneben gibt es weitere Konfliktherde, welche jederzeit auf die Finanzmärkte übergreifen können - etwa die Konflikte um Kaschmir, Jemen und das Südchinesische Meer.

Zugleich ist die globalen Schuldenmenge mit negativen Renditen auf mehr als 15 Billionen Dollar angewachsen, und die Nachfrage der Anleger zeigt keine Anzeichen eines Rückgangs. Zudem hat US-Präsident Donald Trump darauf gedrängt, dass die Federal Reserve die Zinsen weiter senkt und den Dollar schwächt. "Wir gehen jetzt von Handelskriegen fast in Währungskriege über", zitiert Bloomberg Whitney George, den Präsidenten von Sprott Inc., einem auf Edelmetalle ausgerichteten Fonds. Gold werde der Gewinner sein, wenn die Staaten ihre Währungen entwerten, um global wettbewerbsfähiger zu sein.

In den vergangenen drei Monaten ist der Goldpreis um 17 Prozent angestiegen. Hintergrund sind auch starke Investitionen durch Hedgefonds. So erhöhten Hedgefonds in der Woche bis zum 6. August ihre Netto-Longposition bei Gold um 23 Prozent auf 285.082 Futures und Optionen, so die am Freitag veröffentlichten Daten der US-Börsenaufsicht CFTC.

Die Differenz zwischen Wetten auf eine Preiserhöhung und Wetten auf einen Preisrückgang war die höchste seit Juli 2016. Auch die long-only Bestände erreichten ein Dreijahreshoch, während die Short-Wetten eine dritte Woche in Folge fielen.

Doch die Preise steigen nicht immer direkt nach oben. Der CBOE/Comex Gold Volatility Index, ein Maß für Preisschwankungen, hat kürzlich den höchsten Stand seit Dezember 2016 erreicht. Der Index ist aber immer noch weniger als halb so hoch wie im Jahr 2011, als das Edelmetall in US-Dollar gemessen sein bisheriges Rekordhoch erreichte.

Die Hedgefonds sind in der Hoffnung auf Kursgewinne offenbar dazu bereit, die stark gestiegene Volatilität hinzunehmen. Die Bestände an globalen börsengehandelten mit Gold gedeckten Fonds (Gold-ETFs) sind auf dem höchsten Stand seit März 2013. Der Aberdeen Standard Physical Gold Shares ETF hat gerade die 1-Milliarden-Dollar-Marke überschritten und ist nunmehr der drittgrößte Gold-ETF der USA mit einem verwalteten Vermögen von 1,02 Milliarden Dollar. Unterdessen haben Händler und Analysten zuletzt eine stark bullische Position eingenommen, so eine von Bloomberg durchgeführte Umfrage. Demnach erwarten 69 Prozent von ihnen Kursgewinne, und zum ersten Mal seit März kein einziger von ihnen eine Baisse.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Während der Markt panikartig verkauft, setzt das "kluge Geld" fieberhaft Bitcoin-Druckmaschinen ein?

Der Markt hat kürzlich eine scharfe Korrektur durchlaufen, wobei sich Panik wie eine Seuche ausbreitete, als Verkäufer ihre...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiepreise unter Druck: KI-Rechenzentren treiben US-Strompreise in die Höhe
11.02.2026

Der Ausbau von KI-Rechenzentren treibt den Stromverbrauch in den USA nach oben und erhöht regional die Strompreise. Wie stark verändert...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Wirtschaft: Krisen kosten Deutschland fast 1.000 Milliarden Euro
11.02.2026

Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg, Zoll-Streit: Seit 2020 reiht sich eine Krise an die andere. Das kommt die deutsche Wirtschaft teuer zu...

DWN
Panorama
Panorama Allensbach-Studie: Weniger Rückhalt der Deutschen für Energiewende
11.02.2026

Fossile Energieträger wie Kohle und Gas sollen in Deutschland schrittweise durch erneuerbare Energien ersetzt werden - für mehr...

DWN
Politik
Politik Neuwahlen Ukraine: Selenskyj könnte Präsidentenwahl für 15. Mai ansetzen
11.02.2026

Die USA wollen ein schnelles Ende des Ukraine-Kriegs: Einem Bericht der Financial Times zufolge könnte Präsident Selenskyj die Flucht...

DWN
Politik
Politik Epstein Files: Von Adel bis Politik - das „Wer ist wer“ der Epstein-Akten
11.02.2026

Royals, Regierungsmitglieder und Diplomaten: Das Netzwerk des US-Multimillionärs und Sexualstraftäters Jeffrey Epstein umspannte die Welt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Polizeieinsatz in Grünheide: Tesla gegen IG Metall
11.02.2026

Wenige Wochen vor der Betriebsratswahl kommt es im Werk von US-Elektroautobauer Tesla in Grünheide zu einem Eklat. Damit spitzt sich der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Stahlhütte HKM soll bleiben - aber starker Stellenabbau
11.02.2026

Salzgitter will die Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) schon bald komplett übernehmen. Der größte Anteilseigner Thyssenkrupp Steel ist...

DWN
Finanzen
Finanzen Steuererklärung 2025: Wie Sie außergewöhnliche Belastungen richtig nutzen
11.02.2026

Die Steuererklärung bietet mehr Sparpotenzial, als viele vermuten. Wer außergewöhnliche Belastungen korrekt angibt, kann seine...