Finanzen
Vorboten der Rezession

Zahl der Kurzarbeiter steigt sprunghaft an

Die Zahl der in Kurzarbeit Beschäftigten ist im Verlauf der vergangenen Monate deutlich gestiegen. Die Eintrübung des Arbeitsmarktes ist vor allem Folge des Abschwungs in der Industrie.
28.08.2019 10:41
Lesezeit: 1 min

Die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit ist binnen eines Jahres stark gestiegen: Im Mai 2018 bezogen rund 12.000 Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld, im Mai 2019 waren es mehr als dreimal so viel, nämlich 41.000. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Politikers Wolfgang Strengmann-Kuhn hervor.

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher seiner Fraktion sagte der Nachrichtenagentur AFP dazu, der starke Anstieg sei ein Indikator für die sich abschwächende Konjunktur. Nun gelte es, durch eine kluge Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Wichtiger als die kurzfristigen konjunkturellen Probleme seien aber die mittelfristigen strukturellen Herausforderungen, sagte Strengmann-Kuhn: "Der notwendige ökologische Wandel und die Digitalisierung erfordern grundlegendere Reformen am Arbeitsmarkt." Nötig seien Maßnahmen, die dafür sorgten, dass die Menschen besser für die Herausforderungen des Arbeitsmarktes der Zukunft gewappnet seien.

Die kürzlich von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) vorgelegten Vorschläge für ein "Arbeit-von-morgen-Gesetz" griffen allerdings "viel zu kurz", kritisierte Strengmann-Kuhn. Er forderte eine sogenannte Arbeitsversicherung und die Einführung eines Rechts auf Weiterbildung für alle, das mit einer angemessenen sozialen Absicherung verknüpft ist. Mit einer Arbeitsversicherung ist also gemeint, dass nicht nur Arbeitslose, sondern alle Beschäftigten von Angeboten profitieren.

"Die Menschen sollen sich motiviert fühlen, wenn sie sich auf die neuen Tätigkeiten und Jobs durch Qualifizierung vorbereiten", erläuterte Strengmann-Kuhn. Existenzsorgen dürften die Menschen mit geringen beruflichen Qualifikationen und niedrigen Gehältern nicht länger davon abhalten, neue Chancen zu ergreifen.

Heil hatte Mitte August ein Konzept für das "Arbeit-von-morgen-Gesetz" vorgelegt. Bei einer Weiterbildung soll es demnach die Möglichkeit höherer Zuschüsse an Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowohl zum Entgelt als auch zu den Weiterbildungskosten geben. Der Minister will zudem längere Weiterbildungen unabhängig vom Alter und Beruf ermöglichen. Kurzarbeit soll wenn möglich mit Qualifizierung verbunden werden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold erlebt ein Comeback: Wie das MTS Money Transfer System Sicherheit und digitale Freiheit verbindet

Steigende Staatsverschuldung, Inflation und geopolitische Spannungen stärken die Bedeutung von Gold als Vermögenswert. Das MTS Money...

 

DWN
Finanzen
Finanzen Silberpreis fällt zum Monatsende deutlich: Warum selbst ein Angebotsdefizit den Kurs nicht stützt
30.10.2026

Der Silberpreis steht zum Monatsende erneut unter Druck. Am Freitagmorgen rutschte der Kurs des Edelmetalls zeitweise nur rund 50,65...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Warum der Körper im Urlaub schlappmacht
30.10.2026

Der letzte Arbeitstag ist geschafft, der Urlaub beginnt – und plötzlich kommen Kopfschmerzen, Erschöpfung oder Infekte. Warum der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Audi rutscht fast in die roten Zahlen - Audi-Chef weiter unter Druck
30.10.2026

Die Krise trifft Autobauer Audi immer härter. Im dritten Quartal fahren die Ingolstädter nur noch einen vergleichsweise winzigen Gewinn...

DWN
Politik
Politik Elterngeld vor Reform: Mindest- und Höchstsatz sollen erstmals steigen
30.10.2026

Das Bundesfamilienministerium hat die Elterngeldreform trotz Sparziele neu zugeschnitten: Mindest- und Höchstsatz sollen erstmals seit...

DWN
Politik
Politik Bahn, Kredite, Weihnachtsmarkt – was sich im November ändert
30.10.2026

Für Familien wird eine ICE-Fahrt mit der Bahn zum Pauschalpreis dauerhaft angeboten. Was sich im neuen Monat außerdem bei kleinen...

DWN
Finanzen
Finanzen Alphabet-Aktie stürzt ab: Warum der KI-Boom den Konzern Milliarden kostet
30.10.2026

Alphabet steigert im dritten Quartal 2026 den Umsatz um 25 Prozent, trotzdem bricht die Google-Aktie nachbörslich an der Nasdaq um mehr...

DWN
Panorama
Panorama Unter Corona-Niveau: Rund 17,7 Millionen Patienten lagen 2025 im Krankenhaus
30.10.2026

Die Zahl der vollstationär behandelten Menschen in Deutschland stieg leicht, blieb aber deutlich unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie....

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs aktuell: Binance-Angriff erschüttert den Kryptomarkt
30.10.2026

Ein schwerer Angriff auf die Kryptobörse Binance belastet die Stimmung bei Bitcoin, Ethereum und Co. Offenbar haben nordkoreanische Hacker...