Finanzen

Bank Monte dei Paschi rechnet mit Milliardenverlust

Lesezeit: 1 min
25.10.2016 10:58
Aufgrund des Sanierungsplans für die Krisenbank Monte dei Paschi di Sienna steht das italienische Geldinstitut vor einem Milliardenverlust. Die Bank plant Stellenstreichungen und weitere Sparmaßnahmen.
Bank Monte dei Paschi rechnet mit Milliardenverlust

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Höhere Abschreibungen auf faule Kredite brocken der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi di Siena in diesem Jahr erneut tiefrote Zahlen ein. Der Verlust werde sich auf 4,8 Milliarden Euro belaufen, teilte die älteste Bank der Welt am Dienstag mit. Insgesamt hat das Institut somit seit 2011 rund 20 Milliarden Euro Minus gemacht. Eine Ausnahme bildete das vergangene Jahr, in dem die Bank dank Sondererträgen einen Gewinn einfuhr.

Wegen fauler Kredite im Zuge der Wirtschaftsmisere in Italien steht Monte Paschi extrem unter Druck. Das Geldhaus aus der Toskana schnitt beim europäischen Banken-Stresstest 2014 und in diesem Sommer jeweils am schlechtesten ab. Auch andere Institute in Italien ächzen unter einer Milliardenlast an ausfallgefährdeten Krediten. Insgesamt ist die Rückzahlung von Darlehen über 360 Milliarden Euro fraglich.

Bei Monte dei Paschi soll jetzt Ex-Finanzvorstand Marco Morelli, der im September neuer Chef des Instituts wurde, das Ruder herumreißen. Er präsentierte am Dienstag Details zu seinem Sanierungsplan. Neben dem Verkauf von faulen Krediten in Höhe von 28 Milliarden Euro ist eine Kapitalerhöhung über fünf Milliarden vorgesehen. Das ist bereits die dritte Finanzspritze innerhalb von drei Jahren. Zudem ist bis 2019 die Schließung von 500 Filialen sowie die Streichung von 2600 Stellen vorgesehen. Das entspricht zehn Prozent der Arbeitsplätze. Der Verwaltungsrat gab bereits am Montagabend grünes Licht, die Aktionäre sollen den Plan bei einer außerordentlichen Hauptversammlung am 24. November abnicken.

An der Börse in Mailand wurde der Schwerpunkt auf den Sanierungsplan gelegt. Die Papiere der Bank schossen um über 20 Prozent in die Höhe. Bereits in der vergangenen Woche waren die Aktien von Monte dei Paschi bei Anlegern wieder gefragt gewesen. Trotz des jüngsten Kursplus haben sie in diesem Jahr aber mehr als 70 Prozent an Wert verloren.

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Politik
Politik Kissinger fordert Verhandlungen für einen Waffenstillstand - bevor der Konflikt aus dem Ruder läuft

Henry Kissinger mahnt auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos schnellstmögliche Friedensverhandlungen an. Der Westen solle nicht versuchen,...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Handel ohne Regeln: Wie die Rohstoffhändler sich jeder Kontrolle entziehen

Ohne den Rohstoffhandel könnte die moderne Welt nicht existieren. Doch so immanent wichtig dieses Geschäft auch ist, findet es fast...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Staaten erlassen vermehrt Export-Beschränkungen bei Lebensmitteln

Mehrere Länder haben in den vergangenen Wochen Exportbeschränkungen oder -verbote von Grundnahrungsmitteln erlassen.

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Politik
Politik Big-Data-Unternehmen: Risiko eines Atomkriegs liegt bei „20 bis 30 Prozent“

Alex Karp sagt, dass ein Atomkrieg sehr viel wahrscheinlicher ist, als die meisten Menschen glauben. Der Gründer und Vorstand der...

DWN
Politik
Politik Deutschland verkündet engere Zusammenarbeit mit Ostsee-Staaten beim Windkraftausbau

Am 1. Juli übernimmt Deutschland den Vorsitz im Ostseerat. Früher hat man in dem Forum mit Moskau zusammengearbeitet. Nach dem Angriff...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Top-Investor: Die Rezession ist bereits hier

Der Finanz-Insider Peter Schiff sieht die US-Wirtschaft bereits in der Rezession. Wenn die größte Volkswirtschaft der Welt ins Straucheln...

DWN
Politik
Politik EU-Kommission will Umgehen von Sanktionen strafbar machen

So soll die Beschlagnahme russischer Oligarchen-Vermögen vereinfacht werden.