Finanzen

RWE hält vorerst an Innogy-Paket fest

Lesezeit: 2 min
14.11.2016 09:43
Der Energieversorger RWE möchte seine Anteile an der Ökostromtochter vorerst halten. Deren Gewinn schrumpft im laufenden Jahr.
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RWE hält nach eigenen Angaben gegenwärtig an seiner Beteiligung von 76,8 Prozent der Anteile an der Ökostromtochter Innogy fest, berichtet Reuters. „Es gibt derzeit keine konkreten Pläne, weitere Innogy-Aktien zu verkaufen“, sagte Finanzchef Markus Krebber in einem am Montag vom Konzern veröffentlichten Video-Interview. Die Möglichkeit wolle sich der Versorger aber nicht frühzeitig nehmen. Sie hänge von der eigenen Finanzlage und dem zu erzielendem Preis ab.

Für Innogy wachsen auch nach dem milliardenschweren Börsengang die Bäume nicht in den Himmel. „2016 ist für uns ein Jahr des Übergangs“, sagte Finanzchef Bernhard Günther am Freitag bei der Vorlage der Neunmonatszahlen. Von Januar bis Ende September schrumpfte der operative Gewinn (Ebitda) um gut sieben Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Höhere Kosten beim Betrieb der Stromnetze machten dem Versorger ebenso zu schaffen wie Verluste im britischen Vertriebsgeschäft. Günther erneuerte sein Versprechen einer Dividende. Diese könnte für 2016 nach Reuters- Berechnungen bei 1,39 bis 1,58 Euro je Aktie liegen.

Günther bekräftigte die Prognose, wonach der operative Gewinn in diesem Jahr auf 4,1 bis 4,4 Milliarden Euro nach 4,5 Milliarden 2015 sinken werde. 2017 sollten es 4,3 bis 4,7 Milliarden Euro sein. Die Innogy-Aktie geriet am Freitag weiter unter Druck. Sie verlor zeitweise mehr als sieben Prozent. Mit rund 31 Euro lag der Kurs fünf Euro unter dem Ausgabepreis. „So kurz nach dem Börsengang hatten alle mit einer positiven Überraschung gerechnet“, sagte ein Händler. Daher werde Innogy nun abgestraft. RWE-Titel verloren zeitweise über vier Prozent und notierten bei 12,13 Euro. Ein Gewinnrückgang bei Innogy schlägt auf den RWE-Konzern durch, der von einer guten Entwicklung seiner wichtigsten Beteiligung abhängig ist.

Innogy will das Ökostromgeschäft weiter ausbauen und setzt auch nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten auf den dortigen Markt. „Natürlich haben bei uns am Mittwochmorgen wie in vielen anderen Büros und Orten in Europa nicht die Sektkorken geknallt“, berichtete Günther. Ein großer Teil der Projekte, für die sich der Konzern interessiere, werde aber in den Bundesstaaten reguliert und nicht von der Regierung in Washington. „Unsere Pläne sind nach wie vor unverändert.“ Innogy will in dem Land Windkraftanlagen aufbauen.

Günther war wie der frühere RWE-Chef Peter Terium zu Innogy gewechselt, wo der Konzern die zukunftsträchtigen Geschäfte mit Ökostrom, Strom- und Gasnetzen und dem Vertrieb konzentriert. RWE hatte Innogy am 7. Oktober an die Börse gebracht. Mit einem Erlös von 4,6 Milliarden Euro war es der größte Börsengang in Deutschland seit dem Jahr 2000. RWE hält nun noch 76,8 Prozent der Anteile und betreibt weiter die Kohle- und Gaskraftwerke. Der Konkurrent E.ON hatte am Mittwoch nach hohen Abschreibungen auf die Kraftwerkstochter Uniper einen Nettoverlust von 9,3 Milliarden Euro vorgelegt.

Das Ökostromgeschäft bei Innogy schloss operativ zwei Prozent schwächer ab. Hier belasteten wie schon bei den Kohle- und Gaskraftwerken der Mutter RWE die schwächelnden Strom-Großhandelspreise das Ergebnis. Nicht alle Ökostromanlagen erhalten feste Vergütungen, sondern müssen sich am Markt behaupten. Der Gewinn der Netzsparte - die Ertragsperle des Versorgers - sei wegen der höheren Kosten um zehn Prozent zurückgegangen. Im Vertrieb konnte Innogy zwar das Vorjahresergebnis halten. In Großbritannien stand noch ein Verlust von sechs Millionen Euro in den Büchern nach einem Fehlbetrag von 20 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Tochter npower hatten ein Kundenschwund und Abrechnungsprobleme zu schaffen gemacht.

Innogy hatte damit geworben, ein starker Dividendentitel zu sein. Erstmals nannte der Konzern am Freitag das Jahresziel für den um Sondereffekte bereinigte Nettogewinn. Dieser solle bei 1,1 Milliarden Euro liegen, wovon Innogy 70 bis 80 Prozent an die Aktionäre ausschütten will. Von der gemessen an der Aktienzahl möglichen Dividende von 1,39 bis 1,58 Euro je Papier würde vor allem Hauptaktionär RWE profitieren. Der Mutterkonzern legt am Montag seine Zahlen für die ersten neun Monate vor.

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