Politik

Geheimdienste starten Frontal-Angriff gegen Donald Trump

Lesezeit: 2 min
11.01.2017 02:20
Die US-Geheimdienste haben gemeinsam mit dem britischen Geheimdienst ein Dossier gegen Donald Trump vorgelegt. Demnach soll der designierte Präsident wegen sexueller Ausschweifungen von den Russen erpressbar sein.
Geheimdienste starten Frontal-Angriff gegen Donald Trump

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die russische Regierung soll laut CNN kompromittierende Informationen über den künftigen US-Präsidenten Donald Trump in der Hand haben. Der Fernsehsender CNN berichtete am Dienstag, dies gehe aus einem Memo der US-Geheimdienstchefs hervor, das diese Trump in der vergangenen Woche präsentiert hätten. Laut dem zweiseitigen Dokument verfüge Moskau über Informationen zum Privatleben und den Finanzen des designierten Präsidenten. Zu den Details dieser angeblichen Informationen machte CNN keine Angaben. Das Dokument umfasst insgesamt 35 Seiten und wurde nach der CNN-Veröffentlichung von Buzzfeed ins Internet gestellt. BuzzFeed räumt allerdings ein, dass man selbst Zweifel habe, ob die Anschuldigungen zutreffend seien. Die Vorwürfe sind nicht ganz neu: Das investigative Magazin Mother Jones hatte bereits im Oktober darüber berichtet, hatte aber Zweifel an der Glaubwürdigkeit geäußert. Auch die Washington Post behauptet, die Dokumente schon vor geraumer Zeit gesehen zu haben, sie jedoch nicht veröffentlicht habe, weil man ihre Echtheit nicht habe überprüfen können.

Die New York Times, im Wahlkampf prononciert gegen Trump, kritisiert die Veröffentlichung:

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Tatsächlich gibt es keinerlei Belege für die Anschuldigungen. Sie wurden von einem ehemaligen britischen Spion zusammengestellt, der sich wiederum auf sein Informanten in Russland beruft.

Trump bezeichnete die Anschuldigungen über Twitter als "Fake-News" und "Hexenjagd:

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Das Dossier schildert Trumps angebliche Ausschweifungen im Moskauer Hotel Ritz Carlton. Trump soll dort in der Präsidentensuite genächtigt haben und von mehreren Prostituierten unterhalten worden sein. Die Geheimdienste berufen sich auf Spione, die im Hotel als Personal tätig gewesen sein sollen. Es soll "perverse sexuelle Akte" gegeben haben, die vom russischen Geheimdienste FSB organisiert worden sein sollen. Auch in St. Petersburg soll es sexuelle Ausschweifungen gegeben haben, weshalb sich Trump nicht um seine geschäftlichen Vorhaben habe kümmern können. Trump habe sich während seiner Russland-Aufenthalte so "unorthodox" benommen haben, dass die russischen Geheimdienste ausreichend Material hätten, ihn nach einem Wahlsieg erpressen zu können, wenn sie dies wünschten.

Vertreter von Trump sollen sich in Moskau mit Kreml-Leuten getroffen und vereinbart haben, dass die USA ihre Ukraine-Politik revidieren. Im Gegenzug werde es zu Erdöl-Deals zwischen Russland und den USA kommen.

Anders als das erste Geheimdienst-Papier hat das nun aufgetauchte Dossier enorme Sprengkraft. Es bezieht sich nicht mehr auf Hacker-Angriffe oder Propaganda-Maßnahmen der Russen, sondern stellt Trump als massiv erpressbar dar. Sollten die Geheimdienste die US-Öffentlichkeit und die politischen Eliten in Washington mit den neuen Vorwürfen überzeugen können, könnte diese Entwicklung weitreichende Konsequenzen für Trump haben.

Das Papier soll von den Spitzen der vier großen Geheimdienste an Präsident Obama und Donald Trump übermittelt worden sein.

Unter Berufung auf verschiedene anonyme Quellen berichtete der Sender auch, dass es dem Memo zufolge während des Wahlkampfs einen Kommunikationsaustausch zwischen dem Trump-Team und den Russen gegeben haben soll. So soll sich Trumps Anwalt Michael Cohen im August 2016 mit "Vertretern des Kreml" in Prag getroffen haben.

Cohen konterte auf Twitter und sagte, er sei nie in seinem Leben in Prag gewesen:

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Die angeblichen russischen Informationen über den gewählten US-Präsidenten seien von einem früheren Agenten des britischen Geheimdienstes MI-6 an die US-Behörden übermittelt worden, hieß es bei CNN. Die frühere Arbeit dieses Agenten werde von US-Geheimdienstmitarbeitern als vertrauenswürdig eingestuft. Carl Bernstein konkretisierte den Vorgang auf CNN: Der frühere MI-6-Mann sei von den republikanischen Gegnern von Trump und später von den Demokraten angeheuert worden, um belastendes Material über Trump zu finden. Er habe sich dann mit seinen russischen Informanten in Verbindung gesetzt und die entsprechenden Hinweise an die Amerikaner weitergegeben. Später seien die Vorwürfe an den republikanischen Senator John McCain weitergereicht worden, welcher sie an FBI-Direktor James Comey in einem fünfminütigen Treffen übergeben habe.

Die US-Bundespolizei FBI untersuche nun, ob die von dem Ex-Agenten gelieferten Informationen über Trump zuverlässig und korrekt seien. CNN behauptet, dass das FBI bereits gegen Trump-Mitarbeiter wegen der Treffen mit Kreml-Leute ermittle.

Träfen die Vorwürfe zu, dass es Absprachen zwischen der Trump-Kampagne und Russland gegeben habe und die Unabhängigkeit des angehenden Präsidenten dadurch kompromittiert sei, dann wäre dies "schockierend" und "explosiv", sagte der Senator Chris Coons von den Demokraten zu CNN. Auch der Demokrat Al Franken sagte, dass die Anschuldigungen, wenn sie zuträfen, sehr "ernst" seien. Der Republikaner Devin Nunes sagte der Washington Post dagegen, dass er nicht glaube, dass die Behauptungen stimmen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektromobilität: In jedem Wandel stecken Chancen

Emissionen verringern, Kosten sparen und Imagegewinne erzielen – die Gründe für Unternehmen, in der Flotte auf Fahrzeuge mit...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Renaissance der Kernkraft in Europa: Polen steigt in die Atomenergie ein, Deutschland mit „Energiewende“ isoliert

Während die Bundesregierung aus „klimapolitischen“ Gründen massiv in die Windkraft investiert, startet unser östlicher Nachbar eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Derivate - Finanzielle Massenvernichtungswaffe oder wichtige Stütze der Wirtschaft? Teil 1

Die Finanz-Instrumente sind heftig umstritten. Einige sehen sie als notwendige Absicherungs-Vehikel, andere nur als reine...

DWN
Deutschland
Deutschland Neueste Zahlen zeigen extrem niedrige Sterblichkeitsrate bei Corona-Infektionen

Neueste Zahlen des Robert Koch-Instituts sowie der Weltgesundheitsorganisation zeigen eine extrem niedrige Wahrscheinlichkeit, dass...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldman: Wenn Biden die US-Wahlen gewinnt, explodiert der Silberpreis

Im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen am 3. November empfiehlt Goldman Sachs Investoren, sich vom Dollar zu trennen und Silber zu...

DWN
Politik
Politik US-Experten warnen vor Inlands-Terrorismus vor der US-Wahl

Einer Analyse der Pentagon-Denkfabrik RAND zufolge könnte es vor und während der US-Präsidentschaftswahlen zu Terroranschlägen kommen....

DWN
Marktbericht
Marktbericht Ständiges Warten aufs neue US-Konjunkturpaket drückt Dax immer weiter in die Verlustzone - heute Blick in die Türkei

Die Woche läuft derzeit an den deutschen Börsen alles andere als gut. So treiben unter anderem die steigenden Corona-Zahlen den Anlegern...

DWN
Deutschland
Deutschland Blühende Landschaften: Ostdeutschland entwickelt sich zum Zentrum der europäischen Elektro-Mobilität

Ostdeutschland steht eine glänzende Zukunft bevor: Das sagt die Ökonomin Dalia Marin.

DWN
Finanzen
Finanzen Preise für Strom und Gas ziehen weiter deutlich an

Die Preise für Strom und Gas in Deutschland zählen zu den höchsten weltweit. Ein Ende der Teuerung ist indes nicht abzusehen, wie Daten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Globale Institutionen: Es droht eine weltweite Nahrungsmittel-Knappheit

Nahrungsmittel werden immer knapper und deshalb immer teurer. Knappheits-Szenarien wurden bereits vor fünf Jahren von globalen...

DWN
Deutschland
Deutschland Messerattacke in Dresden hat islamistischen Hintergrund, Generalbundesanwalt ermittelt

Die tödliche Messerattacke auf zwei Touristen am 4. Oktober in Dresden hat offenbar einen islamistischen Hintergrund. Der 2015 eingereiste...

DWN
Politik
Politik Ägypten, Zypern und Griechenland bauen Sicherheits-Kooperation weiter aus

Die drei Staaten haben eine Vertiefung ihrer Zusammenarbeit im östlichen Mittelmeer vereinbart. Die türkische Regierung reagiert mit...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Euler Hermes: Deutscher Mittelstand kommt im Europavergleich vergleichsweise gut durch die Krise

Die deutschen Unternehmen sind zwar nach einem aktuellen Bericht von Euler Hermes angeschlagen. Doch sieht es in anderen Ländern noch...

DWN
Politik
Politik Macron kündigt „Schlacht“ gegen den Islamismus in Frankreich an

Der französische Staatspräsident Emanuel Macron hat eine lange „Schlacht“ gegen die islamistische Ideologie angekündigt. Diese werde...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Fertighaus-Hersteller befinden sich trotz Corona auf Rekordkurs

Die Produzenten von Fertighäusern zählen zu den ganz wenigen Branchen, die sich während der Krise sehr gut entwickeln. Der Bundesverband...