Politik

Umfrage: Zwei Drittel der Franzosen fühlen sich vom Staat betrogen

Lesezeit: 1 min
19.01.2017 01:39
Eine große Mehrheit der Franzosen misstraut den Behörden und Institutionen des Landes. Die Ergebnisse einer Umfrage sind insbesondere mit Blick auf die anstehende Präsidentschaftswahl von Bedeutung.
Umfrage: Zwei Drittel der Franzosen fühlen sich vom Staat betrogen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Eine große Mehrheit der Franzosen misstraut den staatlichen Behörden und Institutionen. In einer von der PR-Agentur Edelman durchgeführten weltweiten Umfrage belegt Frankreich damit den letzten Platz. 72 Prozent der befragten Franzosen gaben an, dass das institutionelle System sie betrügen würde, berichtet der US-amerikanische Sender CNBC. In Italien sei das Misstrauen ähnlich hoch.

Immigration, Globalisierung und erodierende gesellschaftliche Werte seien maßgeblich für das schlechte Abschneiden verantwortlich und deuten eine negative Grundstimmung im Vorfeld der französischen Präsidentschaftswahlen in diesem Frühjahr an“, schreibt CNBC. Neben Frankreich und Italien fielen insbesondere auch die USA, Mexiko und Südafrika mit schlechten Umfragewerten auf.

Frankreichs scheidender Präsident Francois Hollande hat in seiner letzten Neujahrsansprache vor dem Nationalismus gewarnt. „Es gibt Momente in der Geschichte, wo sich alles dramatisch verändern könnte“, sagte er in seiner Rede. „Wir befinden uns in einem solchen Moment.“ Hollande griff die Politik des Front National an, ohne die Partei beim Namen zu nennen. Es sei unvorstellbar, dass sich Frankreich sich hinter Mauern verkrieche, zu einer nationalen Währung zurückkehre und „zwischen seinen eigenen Kindern aufgrund ihrer Herkunft“ Unterschiede mache. Das britische Brexit-Referendum und die Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten zeigten, dass Demokratie und Frieden „verletzlich und umkehrbar“ seien.

Front-National-Chefin Marine Le Pen wies die Kritik zurück. Das Brexit-Votum und die Wahl Trumps zeigten vielmehr, dass die Politik ihrer Partei „ein Teil des Flusses der Geschichte“ sei. Hollande habe ganz klar „die Entwicklung in der Welt und die tiefen Wünsche der Menschen“ nicht verstanden. Hollande hat angekündigt, bei der Präsidentenwahl 2017 nicht wieder antreten zu wollen. Le Pen dürfte Umfragen zufolge zumindest die zweite Runde erreichen.

***

Die kritische und unabhängige Berichterstattung der DWN ist auf die Unterstützung der Leser angewiesen.

Daher bitte wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, um Ihre

Unterstützung:

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht vom System und können dann das Abo auswählen, dass am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Halbzeit Urlaub bei ROBINSON

Wie wäre es mit einem grandiosen Urlaub im Juni? Zur Halbzeit des Jahres einfach mal durchatmen und an einem Ort sein, wo dich ein...

DWN
Politik
Politik Ampel-Regierung bringt Reform des Klimaschutzgesetzes und Solarpaket auf den Weg
15.04.2024

Mehr Solarkraft und neue Leitlinien beim Klimaschutz: SPD, Grüne und FDP haben sich auf eine Reform des umstrittenen Klimaschutzgesetzes...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Marktflaute bei E-Autos: Tesla plant massiven Stellenabbau
15.04.2024

Nach Jahren des schnellen Wachstums hat sich Markt für Elektroautos deutlich abgekühlt. Nun will Tesla-Chef Elon Musk im großen Stil...

DWN
Politik
Politik Angriff auf Israel: Warum die Revolutionsgarde im Iran eine große Gefahr ist
15.04.2024

Der massive Raketen- und Drohnenangriff aus dem Iran auf Israel markiert einen Wendepunkt im langjährigen Konflikt der beiden Länder. Was...

DWN
Finanzen
Finanzen Kurz vor dem nächsten "Halving": Wie geht es mit dem Bitcoin weiter?
15.04.2024

Der Bitcoin hat in diesem Jahr eine rasante Rally hingelegt. Die bevorstehende Halbierung des täglich neugeschöpften Bitcoin-Angebots...

DWN
Politik
Politik Bundestagswahl 2025 bei den Grünen: Habeck, Baerbock oder keine(r)?
15.04.2024

Die Debatte über die Spitzenposition bei den Grünen ist entbrannt. Doch bislang ist nicht einmal klar, ob die Partei bei der nächsten...

DWN
Politik
Politik Verkehrssektor verfehlt Klimaziele deutlich
15.04.2024

Die Klimaziele im Verkehrsbereich wurden erneut deutlich verfehlt. Die CO2-Emissionen müssten laut den politischen Vorstellungen so stark...

DWN
Politik
Politik Marktverzerrungen? Scholz fordert fairen Wettbewerb in China
15.04.2024

Deutsche Firmen klagen seit Jahren über einen verzerrten Wettbewerb auf dem chinesischen Markt. Die Elektroauto-Industrie steht im Fokus....

DWN
Technologie
Technologie Photovoltaik auf dem Dach: “Diese Anlagen weisen keine attraktiven Renditen auf”
15.04.2024

Die Solarbranche verspricht hohe Renditen mit Photovoltaik. Doch laut kritischen Finanzexperten lohnen sich die Anlagen für viele...