Gemischtes

Attraktiv ohne EU: Nachfrage nach britischen Autos steigt

Lesezeit: 3 min
13.02.2017 00:06
Autobauer aus Großbritannien sind weltweit begehrt. Besonders die Premium-Modelle steigern die Exportquote der Briten. Die Briten wollen den Deutschen Marktanteile abjagen und profitieren aktuell vom niedrigen Sterling.
Attraktiv ohne EU: Nachfrage nach britischen Autos steigt

Mehr zum Thema:  
Auto >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Auto  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Laut den neusten Zahlen des britischen Autofachverbandes „Society of Motor Manufacturers and Traders“ (SMMT) produzierte das Vereinigten Königreich seit 17 Jahren noch nie so viele Autos. 1.722.698 Fahrzeuge von 15 Herstellern gingen letztes Jahr vom Band, ein Anstieg um 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und das höchste Ergebnis seit 1999.

Es werden so viele Fahrzeuge wie nie zuvor aus dem Vereinigten Königreich exportiert – das Resultat von Investitionen der letzten Jahre in Produktionsanlagen, Designs und Technologie. Zehn neue Automodelle begannen letztes Jahr mit der Produktion im Vereinigten Königreich. Bei neun von ihnen handelt es sich um Premiummarken, die dem Land dazu verholfen haben, nach Deutschland der zweitgrößte Produzent von Premiumfahrzeugen in Europa und der drittgrößte weltweit zu werden.

Der Produktionsanstieg ergab sich vor allem durch die Nachfrage aus dem Ausland. Der Appetit nach britischen Fahrzeugen ist um 10,3 Prozent auf ein Rekordhoch von 1.354.216 gewachsen – der zweite Produktionsrekord in Folge. Ungefähr acht von zehn der im Vereinigten Königreich hergestellten Fahrzeuge werden auf einen der 160 Märkte weltweit exportiert.

Allerdings lässt sich der Großteil des Wachstums auf die anhaltende wirtschaftliche Erholung in Europa zurückzuführen. Die Exporte in die restlichen EU-Länder wuchsen um 7,5 Prozent auf 758.680 und machten mehr als die Hälfte der Autoexporte aus dem Vereinigten Königreich aus. EU-Länder umfassen genau die Hälfte der 10 globalen Märkte des Vereinigten Königreichs, angeführt von Deutschland und gefolgt von Italien, Frankreich und Belgien. Deutschland ist das größte Exportziel des vereinigten Königreichs – hinter den USA, aber vor China. Zudem stellt Europa die Mehrzahl der Bauteile (65 Prozent) in Fahrzeugen her, die im Vereinigten Königreich gebaut werden. Dies verdeutlicht die Bedeutung von tarif- und barrierefreiem Handel für die Zukunft der Automobilproduktion.

Allerdings lässt sich der Großteil des Wachstums auf die anhaltende wirtschaftliche Erholung in Europa zurückzuführen. Die Exporte in die restlichen EU-Länder wuchsen um 7,5 Prozent auf 758.680 und machten mehr als die Hälfte der Autoexporte aus dem Vereinigten Königreich aus. EU-Länder umfassen genau die Hälfte der 10 globalen Märkte des Vereinigten Königreichs, angeführt von Deutschland und gefolgt von Italien, Frankreich und Belgien. Deutschland ist das größte Exportziel des vereinigten Königreichs – hinter den USA, aber vor China. Zudem stellt Europa die Mehrzahl der Bauteile (65 Prozent) in Fahrzeugen her, die im Vereinigten Königreich gebaut werden. Dies verdeutlicht die Bedeutung von tarif- und barrierefreiem Handel für die Zukunft der Automobilproduktion.

In einer Reihe von Märkten wurde ein hohes Wachstum verzeichnet, darunter vor allem in den USA – das wichtigste Exportziel nach der EU –, wo die Anfrage um fast die Hälfte gestiegen ist (47,2 Prozent); damit umfasst es 14,5 Prozent des britischen Autoexports. Einen deutlichen Anstieg gab es in der Türkei, Japan und Kanada, während die Exportzahlen im drittgrößten Exportziel China um 3,1 Prozent auf 88.610 exportierte Fahrzeuge gewachsen ist.

Auch die Nachfrage im Inland stieg im selben Jahr um 2,4 Prozent. Das Vereinigte Königreich bleibt damit – wieder nach Deutschland – der zweitgrößte Automarkt. Eins von sieben im Vereinigten Königreich zugelassenen Fahrzeugen wird dort auch hergestellt. Drei Jahre zuvor war es noch eins von acht. Derweilen machen Autos aus Deutschland ein Drittel (33 Prozent) der zugelassenen Fahrzeuge im Vereinigten Königreich aus.

Mike Hawes, SMMT Chief Executive, meint: „Das enorme Wachstum der britischen Produktion ist ein Beweis für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der britischen Automobilbranche. (…) Das Vereinigte Königreich ist Deutschlands größter Autoexportmarkt in Europa und Deutschland ist das größte Exportziel für das Vereinigte Königreich, womit das gegenseitige Interesse unterstrichen wird, den barrierefreien Handel zwischen unseren Ländern zu erhalten. Wichtig ist, dass die meisten Bauteile in britischen Fahrzeugen aus Europa kommen und es ist entscheidend für die Zukunft der Automobilbranchen beider Länder, dass wir unsere derzeitigen Zoll- und Handelsabkommen beibehalten.“

SMMT ist der größte und einflussreichste Handelsverband des Vereinigten Königreichs. Er setzt sich für die Interessen der Automobilbranche des Vereinigten Königreichs ein und vertritt eine geschlossene Haltung gegenüber der Regierung, Interessenvertretern und den Medien.

Die Automobilindustrie ist ein wichtiger Motor der britischen Wirtschaft mit einem Umsatz von 71,6 Milliarden Pfund und einer Mehrwertleistung von 18,9 Milliarden Pfund. Es sind 169.000 Menschen in der Automobilherstellung und 814.000 in der Zulieferindustrie beschäftigt. Die Branche ist verantwortlich für 12 Prozent des gesamten britischen Warenexports und investiert jedes Jahr 2,5 Milliarden Pfund in Forschung und Entwicklung. Rund 30 Hersteller bauen mehr als 70 Fahrzeugmodelle, unterstützt von 2.000 Bauteil-Zulieferern und einigen der qualifiziertesten Ingenieuren der Welt.


Mehr zum Thema:  
Auto >

Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Halbzeit Urlaub bei ROBINSON

Wie wäre es mit einem grandiosen Urlaub im Juni? Zur Halbzeit des Jahres einfach mal durchatmen und an einem Ort sein, wo dich ein...

DWN
Technologie
Technologie KI-Revolution: Laut Studie Milliarden-Gewinne für deutsche Unternehmen
21.04.2024

Die Zukunft der deutschen Industrie wird durch Künstliche Intelligenz geformt: Eine Studie enthüllt nun ihre Auswirkungen - wie KI...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft US-Repräsentantenhaus bewilligt Hilfe für Ukraine – Russland kritisiert
21.04.2024

Ein wichtiger Schritt im globalen Konflikt mit weitreichenden Folgen: Das US-Repräsentantenhaus hat ein neues Hilfspaket für die Ukraine...

DWN
Finanzen
Finanzen Drohende Parität: Euro könnte gegenüber Dollar weiter schwächeln
20.04.2024

Euro-Dollar-Wechselkurs vor Herausforderungen: Unterschiedliche Zinspolitik könnte Euro bis Jahresende weiter schwächen. Experten sehen...

DWN
Finanzen
Finanzen Gewinngrößen verstehen: Auf welches Ergebnis kommt es in der Analyse wirklich an?
20.04.2024

Für Investoren ist es wichtig, die verschiedenen Kennzahlen rund um das Ergebnis eines Unternehmens zu verstehen. Jede dieser Kennzahlen...

DWN
Politik
Politik ​​​​​​​„Russland kann weder bezwungen noch eingeschüchtert werden.“
20.04.2024

Sergej J. Netschajew, Botschfter der Russischen Föderation in Deutschland, äußert sich im Gespräch mit den Deutschen...

DWN
Politik
Politik EU-Austritt für Deutschland? Der Wissenschaftliche Dienst gibt Aufschluss!
20.04.2024

Seit dem Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) gibt es auch in Deutschland Diskussionen um einen möglichen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Deutsche Öl- und Gasförderer am Tiefpunkt – jetzt soll Geothermie die Branche retten
20.04.2024

Die Öl- und Gasförderung in Deutschland sinkt immer weiter – ohne Fracking wird sich daran wohl auch nichts ändern. Die Bohr-Industrie...

DWN
Unternehmen
Unternehmen DWN-Interview: Absicherung von Unternehmen – worauf kommt es an?
20.04.2024

Kleine und mittelständische Unternehmen sind sich ihrer Risiken oft nicht bewusst. Der Studienautor und Versicherungsexperte Daniel Dewiki...