Finanzen

US-Händler Nordstrom stoppt Verkauf der Kollektion von Ivanka Trump

Lesezeit: 1 min
06.02.2017 02:04
Die Kaufhauskette Nordstrom nimmt das Modelabel Ivanka Trump aus dem Sortiment - offiziell wegen schlechter Zahlen. Mit einem Boykott soll die Maßnahme nichts zu tun haben.
US-Händler Nordstrom stoppt Verkauf der Kollektion von Ivanka Trump

Mehr zum Thema:  
USA > Handel >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
USA  
Handel  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Nordstrom, eine der größten US-Kaufhausketten, stellt den Verkauf der Modelinie von Ivanka Trump noch in dieser Saison ein, berichtet Bloomberg. Der Einzelhändler macht diesen Schritt nach verschiedenen Streikandrohungen und Beschwerden. Der offizielle Grund seien jedoch schlechte Verkaufszahlen, so das Unternehmen. Bei den tausenden Labels, die man in den Filialen kaufen könne, würden jedes Jahr etwa 10 Prozent aus dem Sortiment genommen, sagt Nordstrom. Trumps Verkaufszahlen seien seit längerem rückläufig, nun habe man die Konsequenzen gezogen.

Auch die Kette Neiman Marcus erklärte, Trumps Mode nicht weiter anbieten zu wollen - wegen schwacher Nachfrage.

Ursprünglich hatte Nordstrom Schuhe und Bekleidung für die Frühjahrskollektion bestellt. Kurz darauf nur noch Bekleidung. Eine sofortige Erklärung blieb das Unternehmen schuldig.

Nordstrom war allerdings während der sogenannten „Grab your Wallet“-Kampagne unter Druck geraten. Aktivisten hatten die Kunden aufgefordert, Geschäfte zu boykottieren, die Waren der Marke Trump im Angebot haben. Zudem kam das Geschäft von Ivanka Trump in Verruf, weil man ihr vorwarf, die Grenzen zwischen Politik und Business zu verwässern. Ihr Unternehmen hatte einen „style alert“ an verschieden Modejournalisten geschickt, wo eine Kette beworben wurde, die sie während eines Interviews trug.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Die Kampagne „Grab your wallet“ sieht sich bereits siegessicher: „Ich bin absolut begeistert und ich weiß, die große Mehrheit der Teilnehmer auch“, sagt Shannon Coulter, Mitbegründerin der Kampagne.

Ivanka Trump zeigt sich wenig beeindruckt und expandiert weiter. Die neuesten Errungenschaften ihres Sortiments sind Baby-Bettwäsche und Modeschmuck. Und der Erfolg gibt ihr recht, denn das Geschäft boomt, so Rosemary Young, Marketing-Verkaufsleiterin des Labels zu Bloomberg. „Die Stärke einer Marke misst man nicht an Gewinnen, sondern an der Integrität“, so Young weiter.

Der Stellvertretende Geschäftsführer von Nordstrom, Pete Nordstrom, sieht die Situation als schwierig an: „Egal, was wir tun, wir werden am Ende enttäuschen einige unserer Kunden. Jede einzelne Marke, die wir anbieten, wird auf ihre Ergebnisse hin ausgewertet – wenn die Leute es nicht kaufen, werden wir es nicht verkaufen.“ Auf eine Kundenbeschwerde hin twitterte das Unternehmen: „Wir hoffen, dass das Produktangebot eines Verkäufers nicht als politisches Statement missverstanden wird – denn wir haben keines. Wir wissen, dass unsere Kunden selbst Entscheidungen bezüglich ihres Kaufverhaltens treffen, und versuchen weiterhin, ihnen viele Möglichkeiten anbieten zu können.“

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Das Geschäft befindet sich derzeit im Umbruch. Denn viele Kunden bevorzugen das Online-Shopping. Für ein Unternehmen wie Nordstrom bedeutet das Wertverlust, sinkende Gewinne und Filial-Schließungen.Formularende

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
USA > Handel >

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Der grüne Eifer wird zum Bumerang: Wie die Begeisterung fürs Holz den Wald gefährdet

In seiner äußerst detaillierten und tiefschürfenden Analyse zeigt DWN-Kolumnist Ronald Barazon, warum deutscher und europäischer Wald...

DWN
Finanzen
Finanzen Spekulanten setzen auf Inflation und auf Joe Biden: Die eine Wette ist sicher - die andere hochriskant

Die großen Akteure im US-Anleihemarkt ändern zunehmend ihre Strategie: Sie wetten jetzt auf steigende Anleihe-Renditen. Die Märkte...

DWN
Politik
Politik Verzerrte Statistiken, verschleierte Tatsachen: Wie die deutschen Medien Schwedens Corona-Politik verunglimpfen

Die Berichterstattung vieler deutschen Medien über Schwedens Umgang mit der Corona-Pandemie ist unzureichend und fehlerhaft. Das findet...

DWN
Finanzen
Finanzen Serie „So werde ich zum Anleger“: Das Depot

Einsteiger verzweifeln oft, wenn sie in Fonds, ETFs oder Aktien investieren wollen. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, auf welche...

DWN
Finanzen
Finanzen Gazprom: Steuer-Querelen ärgern die Aktionäre

Die russischen Börsen sind auch für die deutschen Anleger von besonderem Interesse, weil hier mit Gazprom, Lukoil und Rosneft Unternehmen...

DWN
Politik
Politik China dominiert, die Agenda lautet "grün": So sieht die Welt im Jahr 2030 aus

Harvard-Professor Joseph S. Nye entwirft fünf Szenarien, wie das internationale Staatensystem in zehn Jahren beschaffen sein könnte.

DWN
Unternehmen
Unternehmen "Spaßkäufe" für kleine Internet-Händler zunehmend existenzbedrohend

Eigentlich brummt während der Krise das Geschäft mit dem Verkauf von Waren über das Internet. Doch betrifft das nur die großen...

DWN
Finanzen
Finanzen Erstes Land der Welt führt eine Digitalwährung als legales Zahlungsmittel ein

Die Bahamas haben eine digitale Zentralbankwährung zum legalen Zahlungsmittel gemacht. Der sogenannte Sand-Dollar muss nun von allen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Dunkle Wolken am Konjunktur-Himmel: KfW-Studie deckt verheerende Folgen des Lockdowns auf

Eine aktuelle Studie der KfW zeichnet ein düsteres Bild der Lage, in der viele kleine und mittelgroße Unternehmen in Deutschland stecken....

DWN
Politik
Politik Lagebericht Syrien: Islamisten treffen sich an türkischer Grenze und werden von US-Drohnen liquidiert

Die amerikanische Armee hat im Nordwesten Syriens zahlreiche Islamisten-Söldner mithilfe von Drohnenangriffen liquidiert.

DWN
Politik
Politik Nach Mord in Dresden: „Abschiebepflichtige Gefährder und schwere Straftäter dürfen wir nicht nach Syrien abschieben“

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius beschwichtigt in der nach dem islamistischen Mord von Dresden aufgekommenen Debatte um eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Derivate - Finanzielle Massenvernichtungswaffe oder wichtige Stütze der Wirtschaft? Teil 2

Die Politik hat versagt: Der Spekulationskreislauf an den Märkten ist aus dem Ruder gelaufen. Die eigentlich nützlichen Derivate...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Renaissance der Kernkraft in Europa: Polen steigt in die Atomenergie ein, Deutschland mit „Energiewende“ isoliert

Während die Bundesregierung aus „klimapolitischen“ Gründen massiv in die Windkraft investiert, startet unser östlicher Nachbar eine...

DWN
Deutschland
Deutschland Neueste Zahlen zeigen extrem niedrige Sterblichkeitsrate bei Corona-Infektionen

Neueste Zahlen des Robert Koch-Instituts sowie der Weltgesundheitsorganisation zeigen eine extrem niedrige Wahrscheinlichkeit, dass...