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Goldman Sachs ersetzt seine Banker durch Algorithmen

 

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18.02.2017 01:38
Goldman Sachs dürfte in Zukunft noch profitabler werden: Die Investment-Bank beschäftigte früher 600 Händler in New York. Heute wird deren Arbeit von zwei Mann erledigt.
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Auf dem Höhepunkt der New Economy im Jahr 2000 beschäftigte die US-amerikanische Investmentbank Goldman Sachs in ihrer New Yorker Zentrale 600 Händler. Diese kauften und verkauften Aktien für die Großkunden der Investmentbank.

Heute wird deren Arbeit von nur noch zwei Händlern bewältigt. Die Händler wurden durch automatisierte Handelsprogramme ersetzt, die von 200 Computer-Ingenieuren betreut werden, berichtet die Technology Review. Marty Chavez, stellvertretender Chief Financial Officer und ehemaliger Chief Information Officer von Goldman Sachs, gab diese Entwicklung bei einen Vortrag am Harvard Institute for Applied Computational Science über die Auswirkungen von Computing auf die Wirtschaftstätigkeit. Seine eigene Karriere ist typisch für den Wandel in der Branche: Früher wurden die besten Buchhalter CFO, heute sind es die Programmierer.

Chavez wird im April Chief Financial Officer von Goldman Sachs. Mittlerweile erfolgt fast 45 Prozent des Handels elektronisch. An den Handels-Computern der Wall Street sitzen zahlreiche hochbezahlte Menschen, die den elektronischen Handel überwachen. Der durchschnittliche Lohn für Mitarbeiter im Vertrieb, Handel und Forschung an den zwölf größten globalen Investmentbanken, von denen Goldman eins ist, beträgt 500.000 Dollar und plus Boni. Etwa 75 Prozent der Löhne an der Wall Street geht an diese wichtigen Front End-Mitarbeiter, sagt Amrit Shahani, Leiterin der Forschungsabteilung bei Coalition – eine britische Firma, die die Branche überwacht und dokumentiert.

Komplexe Handelsalgorithmen, einige mit maschinellen Lernfähigkeiten, ersetzten zuerst den Handel, wo der Preis für das, was verkauft wird, leicht am Markt zu bestimmen war, einschließlich der Aktien, die von Goldmans alten 600 Händlern gehandelt wurden. Jetzt kommen Handelsbereiche wie Währungen und Futures, die nicht an einer Börse wie der New York Stock Exchange gehandelt werden, sondern eher schwankende Preise haben, auch zu mehr Automatisierung. Um diese „Trades“ auszuführen, werden Algorithmen entworfen, um so genau wie möglich zu emulieren, was ein menschlicher Händler tun würde, erklärt Shahani.

Goldman Sachs hat bereits damit begonnen, den Devisenhandel zu automatisieren und hat konsequent festgestellt, dass vier Händler durch einen Computertechniker ersetzt werden können, sagt Chavez. Rund 9.000 Menschen, etwa ein Drittel der Mitarbeiter von Goldman, sind Informatiker.

Die neue Konsumentenkreditplattform von Goldman, Marcus, die auf die Konsolidierung der Kreditkarten-Guthaben abzielt, wird komplett von einer Software betrieben, ohne menschliches Eingreifen, so Chavez.

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