Politik

Poroschenko liefert nicht: IWF stoppt neuen Kredit an die Ukraine

Lesezeit: 1 min
21.03.2017 02:26
Der IWF hat einen neuen Kredit an die Ukraine vorerst gestoppt. Der Grund ist die Wirtschaftsblockade der Regierung in Kiew gegen den Donbass.
Poroschenko liefert nicht: IWF stoppt neuen Kredit an die Ukraine

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

[vzaar id="9625861" width="600" height="338"]

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hält wegen der Wirtschaftsblockade in den Rebellengebieten die Auszahlung einer neuen Kredittranche an die Ukraine zurück. Die Finanzinstitution kündigte am Montag in Washington an, ein Treffen des IWF-Verwaltungsrats zu der Auszahlung in Höhe von einer Milliarde Dollar (930 Millionen Euro) zu verschieben. Zunächst sollten die „Auswirkungen der aktuellen Entwicklungen“ auf das Hilfsprogramm geprüft werden.

Der IWF hatte 2014 ein Hilfsprogramm von insgesamt 17,5 Milliarden Dollar für die hochverschuldete und wirtschaftlich schwer angeschlagene Ukraine beschlossen. Aus Unzufriedenheit über die Korruptionsbekämpfung und die Umsetzung der geforderten Sparpolitik wurden aber immer wieder Auszahlungen zurückgehalten. Anfang März hatte der IWF angekündigt, eine neue Kredite zu prüfen.

In der vergangen Woche hatte sich dann aber der Konflikt in der Ostukraine stark zugespitzt: Die Regierung in Kiew stoppte am Mittwoch den Transport sämtlicher Güter in die Rebellengebiete. Die Regierung reagierte damit auf die Besetzung ukrainischer Unternehmen in den Separatistenhochburgen Donezk und Luhansk.

Am Sonntag hatte bereits das Finanzministerium in Kiew eine Verzögerung bei der IWF-Hilfe wegen der Blockade angekündigt. Auch Präsident Petro Poroschenko erklärte die Verzögerung mit den „Folgen der Blockade“. Er kündigte ein Treffen mit dem Ministerpräsidenten, dem Finanzminister und mit dem Zentralbankchef an, um „in nächster Zeit“ eine Auszahlung der Kredittranche zu erreichen.

Die prorussischen Aufständischen kontrollieren seit 2014 weite Gebiete im Osten der Ukraine, die auch als Donbass oder Donezbecken bekannt sind. Der Handel zwischen der Zentralregierung und den Gebieten im Osten war trotzdem fortgeführt worden, obwohl in dem Konflikt bereits mehr 10.000 Menschen getötet wurden.


Mehr zum Thema:  

Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Halbzeit Urlaub bei ROBINSON

Wie wäre es mit einem grandiosen Urlaub im Juni? Zur Halbzeit des Jahres einfach mal durchatmen und an einem Ort sein, wo dich ein...

DWN
Finanzen
Finanzen Gewinngrößen verstehen: Auf welches Ergebnis kommt es in der Analyse wirklich an?
20.04.2024

Für Investoren ist es wichtig, die verschiedenen Kennzahlen rund um das Ergebnis eines Unternehmens zu verstehen. Jede dieser Kennzahlen...

DWN
Politik
Politik ​​​​​​​„Russland kann weder bezwungen noch eingeschüchtert werden.“
20.04.2024

Sergej J. Netschajew, Botschfter der Russischen Föderation in Deutschland, äußert sich im Gespräch mit den Deutschen...

DWN
Politik
Politik EU-Austritt für Deutschland? Der Wissenschaftliche Dienst gibt Aufschluss!
20.04.2024

Seit dem Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) gibt es auch in Deutschland Diskussionen um einen möglichen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Deutsche Öl- und Gasförderer am Tiefpunkt – jetzt soll Geothermie die Branche retten
20.04.2024

Die Öl- und Gasförderung in Deutschland sinkt immer weiter – ohne Fracking wird sich daran wohl auch nichts ändern. Die Bohr-Industrie...

DWN
Unternehmen
Unternehmen DWN-Interview: Absicherung von Unternehmen – worauf kommt es an?
20.04.2024

Kleine und mittelständische Unternehmen sind sich ihrer Risiken oft nicht bewusst. Der Studienautor und Versicherungsexperte Daniel Dewiki...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Erdbeer-Saison in Deutschland beginnt - hartes Geschäft mit süßen Früchten
20.04.2024

Geschützt unter Folientunneln sind in Deutschland die ersten Erdbeeren der Saison gereift. Bisher zeichnet sich eine gute Ernte ab - doch...

DWN
Politik
Politik Einigung auf Solarpaket - das sind die Neuerungen
20.04.2024

Ein Maßnahmenpaket soll den Ausbau der Solarenergie in Deutschland beschleunigen. Es geht vor allem um weniger Bürokratie. Einen Bonus...

DWN
Technologie
Technologie Der Chefredakteur kommentiert: Kleiner Blackout - kein neuer Strom mehr in Oranienburg! Echt jetzt?
19.04.2024

Liebe Leserinnen und Leser, jede Woche gibt es ein Thema, das uns in der DWN-Redaktion besonders beschäftigt und das wir oft auch...