Politik

Wall Street: Comey-Statement keine Gefahr für US-Präsident Trump

Lesezeit: 2 min
08.06.2017 01:56
Die Aussagen des früheren FBI-Direktors Comey dürften nach Einschätzung der Wall Street keine Gefahr für US-Präsident Trump darstellen.
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Investoren an der Wall Street haben laut Reuters eine erste Aussage von Ex-FBI-Chef James Comey mit Erleichterung aufgenommen. Die Erklärung enthalte nichts Neues, was Präsident Donald Trump in ernsthafte Schwierigkeiten bringen könnte, sagte Peter Costa, Präsident des Handelshauses Empire Executions. "Es wird wahrscheinlich kein großes Fiasko werden, mit dem sich der Präsident beschäftigen muss." Die Investoren hoffen nun, dass Trump seine Pläne für eine umfassende Steuerreform vorantreiben kann, so Reuters.

Der Dow Jones mit den 30 Standardwerten schloss 0,2 Prozent fester bei 21.173 Punkten. Der S&P 500 legte ebenfalls knapp 0,2 Prozent zu, und zwar auf 2433 Zähler. Der Nasdaq gewann 0,4 Prozent auf 6297 Stellen. In Frankfurt war der Dax mit einem Minus von 0,1 Prozent aus dem Handel gegangen.

Das Statement von Comey bestätigt die Aussage Trumps, dass der frühere FBI-Direktor ihm gesagt habe, dass gegen Trump keine Ermittlungen laufen. Trump soll laut einem vorab veröffentlichten Statement von Comey gesagt haben, er hoffe, dass Comey die Ermittlungen gegen Flynn werde fallenlassen können. Comey teilte bei dem Gespräch die Wertschätzung Trumps für Flynn. Aus dem Statement geht auch hervor, dass Trump gesagt haben soll, dass das FBI ermitteln solle, wenn einer seiner Mitarbeiter etwas Unrechtes getan hätte. Der frühere Obama-Jurist Bob Bauer von Perkins Coie schreibt ein seinem Blog, dass das Statement Deutungen in jede Richtung offen lasse. Politisch entscheidend für Trump dürfte allerdings sein, dass sich der republikanische Senator John McCain zwar abfällig über Trumps Verhalten äußerte, jedoch nicht erkennen ließ, dass die Republikaner nun auf Konfrontationskurs mit Trump gehen würden. Auch die Stimmen von Seiten der Demokraten nach einem Amtsenthebungsverfahren hielten sich nach der Veröffentlichung von Comeys Statement in Grenzen (das Statement Comeys im Wortlaut hier).

Comey soll am Donnerstag vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats auch mündlich aussagen. Es ist der erste öffentliche Auftritt seit seiner Entlassung im Mai.

Mit Spannung blicken auch US-Anleger nach Großbritannien, wo am Donnerstag gewählt wird. Das Abschneiden der Konservativen um Premierministerin Theresa May könnte darüber entscheiden, ob das Land weiter eng mit der EU zusammenarbeitet oder ob es einen "harten Brexit" gibt. In Umfragen liegt May vorne. Der Vorsprung ihrer Konservativen auf die Labour-Partei ist aber nicht mehr so groß wie noch vor wenigen Wochen. Drittes Großereignis am Donnerstag ist die EZB-Ratssitzung.

Am Ölmarkt kam es zum Ausverkauf: Ein Fass der US-Sorte WTI verbilligte sich um gut fünf Prozent auf 45,76 Dollar je Barrel. Hintergrund sind Zweifel, ob die Förderbremse des Ölländerverbandes OPEC hält. In der Staatengruppe selbst gibt es etwa zwischen Saudi-Arabien und Katar Streit. Zudem steigt die Ölproduktion in den USA, die nicht Mitglied in der OPEC sind. Der sinkende Preis zog auch die Aktien von ExxonMobil und Chevron nach unten, die um 0,4 Prozent nachgaben.

Um ein Prozent ging es für den Lastwagenbauer Navistar bergab. Das Unternehmen, an dem Volkswagen beteiligt ist, hatte einen Quartalsverlust bekanntgegeben.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 880 Millionen Aktien den Besitzer. 1359 Werte legten zu, 1523 gaben nach und 195 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,81 Milliarden Aktien 1515 im Plus, 1336 im Minus und 235 unverändert.

Die Erleichterung über Comeys Aussage war auch an den US-Kreditmärkten zu spüren. Die zehnjährigen Staatsanleihen gaben um 9/32 auf 101-24/32 nach. Sie rentierten mit 2,18 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 19/32 auf 103-7/32 und hatten eine Rendite von 2,84 Prozent.

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