Finanzen

Griechenland verkauft erste Anleihe seit 2014

Lesezeit: 1 min
25.07.2017 17:23
Griechenland hat erstmals seit 2014 wieder eine Staatsanleihe am internationalen Kapitalmarkt verkauft.
Griechenland verkauft erste Anleihe seit 2014

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Griechenland hat am Dienstag erstmals seit 2014 eine Anleihe über drei Milliarden Euro mit einer Laufzeit von fünf Jahren am globalen Kapitalmarkt begeben. Die Nachfrage übertraf mit 6,5 Milliarden Euro das Angebot deutlich, berichtet Reuters.

Griechenland kann bei seinem Kapitalmarkt-Comeback wohl günstiger neue Schulden aufnehmen als erwartet. Das Wertpapier werde Anlegern wahrscheinlich mit einer Rendite von 4,625 Prozent angeboten, teilte eine der federführenden Banken am Dienstag mit. Damit läge die Rendite niedriger als ursprünglich geschätzt. Dank der günstigen Konditionen beläuft sich die Nachfrage den Angaben zufolge auf mehr als das Doppelte des geplanten Volumens.

Vor der mit Spannung erwarteten Rückkehr Griechenlands an den Markt für Staatsanleihen hatten sich die Risikoaufschläge für Staatsanleihen des Landes nahe dem niedrigsten Wert seit 2010 gehalten. Die Anleihe mit zweijähriger Laufzeit wies am Dienstag eine Rendite von 3,29 Prozent auf, womit sie nur knapp über dem am Vortag erreichten Sieben-Jahres-Tief von 3,21 Prozent lag.

„Der Zeitpunkt ist günstig – sowohl aus konjunktureller als auch aus Marktsicht“, sagte der Europa-Chefvolkswirt von Barclays, Antonio Garcia Pascual zur Schuldenaufnahme des hochverschuldeten Landes. Das sieht EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici genauso. Er sei optimistisch, dass Griechenland „ein neues Kapitel aufschlägt“ und sich zu einer „schlüssigen Rendite“ selbst mit frischem Kredit-Geld eindecken könne. Gleichzeitig drang er bei einem Besuch in Athen darauf, die wirtschaftlichen Reformen fortzusetzen.

Die Regierung in Athen hat ein Konsortium aus sechs Banken mit der Emission beauftragt – Deutsche Bank, BNP Paribas, Bank of America Merrill Lynch, Citigroup, Goldman Sachs und HSBC. Der Deal gilt als Testlauf, wie Griechenland nach dem Ende des Euro-Rettungsschirms finanziell auf eigenen Beinen stehen kann.

Es ist die erste Schuldenaufnahme seit 2014, als Griechenland sich zwei Mal über den Kapitalmarkt Geld besorgte, bevor es wieder Finanzierungsprobleme gab. Zuletzt hatte auch der Chef des Euro-Rettungsschirms ESM, Klaus Regling, das Euro-Land gedrängt, die Rückkehr an den Finanzmarkt vorzubereiten. Das dritte Hilfspaket von bis zu 86 Milliarden Euro endet im August 2018.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Ausweg aus der Krise durch alternative Bezahlplattform

Das Vertrauen in die Banken und die Politik schwindet zusehends. Die aktuell schwierige wirtschaftliche Lage, welche aufgrund der Covid-19...

DWN
Technologie
Technologie Ein nationaler Stromausfall rückt immer näher: Deutschland schaufelt sich mit seiner radikalen Energie-Politik sein eigenes Grab

DWN-Kolumnist Ronald Barazon liefert eine brisante Analyse der fehlenden Energiesicherheit unseres Landes.

DWN
Politik
Politik 5.000 Teilnehmer für heutige Corona-Demo in Berlin angemeldet

Für die heutige Corona-Demo in Berlin wurden nach Angaben der Polizei 5.000 Personen angemeldet. Die Demo läuft unter dem Motto „Es...

DWN
Politik
Politik Keine Masken, keine Polizei, keine Lockdowns: Wie DWN-Autor Christian Kreiß die Pandemie in Costa Rica erlebte

Um den Anti-Corona-Maßnahmen in Deutschland zu entfliehen, verbrachte Christian Kreiß drei Monate in Costa Rica. Der DWN-Autor liefert...

DWN
Politik
Politik Bundesjustizministerin Lambrecht fordert härteres Durchgreifen der Polizei bei Corona-Demos

Im Zusammenhang mit den Corona-Demos sagte die sozialdemokratische Bundesjustizministerin Christine Lambrecht, dass die Polizei härter...

DWN
Finanzen
Finanzen Wegen Corona: Wirtschaftsexperten raten zu späterer Rente

Das Rententhema wird eines der wichtigsten im kommenden Bundestagswahlkampf. Führende Wirtschaftsinstitute raten jetzt zu einem höheren...

DWN
Finanzen
Finanzen Die Zentralbanken: Aufbruch in neue monetäre Welten

Im Windschatten der Coronakrise betritt die EZB monetäres Neuland. Rettungspakete von tausenden Milliarden Euro werden schon bald nichts...

DWN
Politik
Politik China ist der größte Profiteur der Corona-Krise

Vor einem Jahr erlebte die zweitgrößte Volkswirtschaft wegen der Corona-Krise einen schweren Einbruch. Nun legt sie den größten...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona-Bundesgesetz macht Klagen gegen Ausgangssperre vor Verwaltungs-Gerichten unmöglich

Das geplante Corona-Bundesgesetz hebelt die Verwaltungsgerichte aus. Es wird rechtlich nicht möglich sein, dass Bürger vor die...