Finanzen

EZB: Kredit-Vergabe in Europa zieht an

Lesezeit: 1 min
31.07.2017 00:07
Die Kreditvergabe an Unternehmen und Privathaushalte zog im zweiten Quartal weiter an.
EZB: Kredit-Vergabe in Europa zieht an

Mehr zum Thema:  
EZB >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
EZB  

Die massive Geldschöpfung der Europäischen Zentralbank (EZB) verstärkt den Kredit-Vergabe in der Euro-Zone. Im Juni vergaben Banken an Firmen etwa 2,1 Prozent mehr Darlehen als noch vor Jahresfrist, wie die Währungshüter am Donnerstag in Frankfurt laut Reuters mitteilten. Im Mai lag der Zuwachs sogar bei 2,5 Prozent. An Privathaushalte reichten die Banken im Juni 2,6 Prozent mehr Kredite aus als vor Jahresfrist.

Die EZB hält schon seit längerem ihre Geldschleusen weit offen und sorgt mit einem Leitzins auf Rekordtief von 0,0 Prozent für günstige Finanzierungsbedingungen. Zudem erwirbt sie seit März 2015 in großem Stil Staatsanleihen der Euroländer, um Banken zur stärkeren Kredit-Vergabe an die Staaten anzuregen.

Aktuell erwerben die EZB und die nationalen Euro-Notenbanken Wertpapiere im monatlichen Umfang von 60 Milliarden Euro. Durch die Zusage der EZB, Staatsanleihen anzukaufen, sollen Banken dazu bewogen werden, auch hochverschuldeten Staaten wie Portugal, Spanien und Frankreich Geld zu leihen.

Zuletzt hatte die EZB aber einen ersten Mini-Schritt in Richtung einer weniger lockeren Geldpolitik gewagt und will nun im Herbst über die Zukunft ihres Anleihen-Kaufprogramms beraten. Die Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi führten allerdings prompt zu einem starken Abverkauf an den Anleihemärkten.

Die von der EZB genau beobachtete Geldmenge M3 stieg im Juni wie erwartet um 5,0 Prozent nach einem Plus von 4,9 Prozent im Mai. Zu M3 zählen neben Bargeld und Einlagen auf Girokonten auch Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen. Die EZB stützt sich bei der sogenannten monetären Analyse auf die Tatsache, dass Geldmengenwachstum und Inflation mittel- bis langfristig eng miteinander verbunden sind.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
EZB >

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Russland verkauft Öl teurer als 60-Dollar-Preisdeckel

In Asien wird der von den G7-Staaten verhängte Preisdeckel auf russisches Öl ignoriert. Russland kann sein Öl dort weiterhin für mehr...

DWN
Politik
Politik Twitter-Files: Wie die Social-Media-Plattform gezielt kritische Meinungen zensierte

Interne Dokumente zeigen, dass Twitter die Meinungsfreiheit jahrelang gezielt einschränkte. Opfer der Zensur wurden vor allem konservative...

DWN
Finanzen
Finanzen Größter Aktienfonds der Welt wettet jetzt gegen den Markt

Der 1,3 Billionen Dollar schwere norwegische Staatsfonds verfolgt künftig konträre Strategien. Dies sei notwendig, um im aktuellen Markt...

DWN
Deutschland
Deutschland Alarm im Ländle: Baden-Württemberg schrammt knapp an Strom-Engpass vorbei

Der baden-württembergische Netzbetreiber TransnetBW hat die Bürger Mitte der Woche in einer Warnmeldung aufgefordert, den Stromverbrauch...

DWN
Politik
Politik Rentenfonds des EU-Parlaments steht vor der Pleite

Ein Rentenfonds für EU-Abgeordnete verfügt bei Weitem nicht mehr über nötigen Anlagen, um die versprochenen Zahlungen abzudecken....

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Russland erreicht Rekord-Überschuss in Leistungsbilanz

Wegen hoher Export-Einnahmen erreicht Russland dieses Jahr einen Rekordüberschuss in seiner Leistungsbilanz. Ursache ist vor allem die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Handelsabkommen CETA stärkt Konzerne und schwächt den Mittelstand

Lange stand das Handelsabkommen CETA auf der Kippe, nun macht der Bundestag den Weg frei. Das Abkommen steht wegen umstrittener...

DWN
Politik
Politik WHO: Arzneimittel-resistente Bakterien auf dem Vormarsch

Die Zahl der arzneimittelresistenten Bakterien, die lebensbedrohliche Blutvergiftungen hervorrufen können, ist gestiegen. Antibiotika...