Finanzen

USA: Privathaushalte spekulieren in großem Umfang mit Aktien

Lesezeit: 1 min
05.08.2017 21:13
Die Zahl der Privatpersonen, die ihr Geld in Aktien investieren, ist zuletzt stark angestiegen. Beobachter erkennen darin ein Warnzeichen für die Aktienmärkte.
USA: Privathaushalte spekulieren in großem Umfang mit Aktien

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Das US-amerikanische Makler-Unternehmen Charles Schwab Corporation registriert seit Jahresbeginn einen deutlichen Anstieg unerfahrener und vergleichsweise junger Kunden, die ihr Geld an den Aktienmärkten investieren wollen, berichtet das Magazin MarketWatch.

Im ersten Halbjahr 2017 habe es demnach so viele Neuanmeldungen für Handelskontos bei dem Unternehmen gegeben, wie seit 17 Jahren nicht mehr. „Kunden haben über 350.000 Handelskonten allein im zweiten Quartal eröffnet und seit Anfang des Jahres 719.000. Damit ist dies die höchste Zunahme in einem Halbjahr seit 17 Jahren. Die verwalteten Gesamtanlagen der Kunden stiegen um 16 Prozent auf 3,04 Billionen Dollar“, zitiert MarketWatch aus dem Geschäftsbericht von Charles Schwab.

Charles Schwab verzeichnete nicht nur mehr Kontoeröffnungen, sondern insbesondere auch einen deutlichen Anstieg von Neukunden. „Die Eröffnung neuer Konten ist so hoch wie wir es seit dem Internetboom der späten 1990er Jahre nicht mehr gesehen haben. Aber für die Firma noch wichtiger auf lange Sicht ist, dass die Zahl neu hinzugekommener privater Kunden um etwa 50 Prozent im ersten Halbjahr 2017 bezogen auf das erste Halbjahr 2016 gestiegen ist“, zitiert der Finanzblog Zerohedge aus dem Geschäftsbericht.

Beobachter sehen in der Entwicklung ein Zeichen dafür, dass der Aufschwung bei Aktien in relativ kurzer Zeit seinem Ende entgegengehen könnte. Denn wenn nun auch immer mehr unerfahrene Privatpersonen in großem Stil einsteigen, schwindet die Reserve potentieller Käufer so weit, dass es irgendwann zu einer Trendwende bei der Nachfrage nach Aktien kommen muss.

Ein anderes Warnzeichen stellt Beobachtern zufolge der niedrige Anteil von Barmitteln in den Portfolios der Händler dar. Auch hier gibt es Bezüge zur letzten Finanzkrise. Je geringer die Barmittel-Niveaus sind, desto weniger Spielraum bleibt für Investitionen in die Märkte. „Jetzt ist klar, dass viel Cash in die Märkte investiert wurde – besonders in die Aktienmärkte. Am Ende des zweiten Quartals sind die Cash-Niveaus in den Portfolios unserer Kunden auf durchschnittlich 11,5 Prozent gefallen. Dies ist ein so tiefes Niveau, wie wir es nur einmal seit 2009 registriert haben.“

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