Politik

Merck übernimmt deutschen Krebs-Spezialisten

Lesezeit: 1 min
06.09.2017 16:54
Der US-Pharmakonzern Merck übernimmt den deutschen Krebsspezialisten Rigontec.
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Der US-Pharmakonzern Merck & Co verstärkt sich mit einer Übernahme in Deutschland im zukunftsträchtigem Markt für Krebs-Immuntherapien. Für die Münchner Biotechfirma Rigontec legen die Amerikaner bis zu 464 Millionen Euro auf den Tisch, berichtet Reuters. Die Eigner von Rigontec sollen eine Vorauszahlung von 115 Millionen Euro in Bar erhalten, teilten die beiden Unternehmen am Mittwoch mit. Beim Erreichen bestimmter Meilensteine von der Entwicklung bis hin zur Vermarktung von Medikamenten winken weitere Zahlungen von bis zu 349 Millionen Euro.

Rigontec wurde gerade einmal vor drei Jahren als Ableger der Universität Bonn gegründet. Erst im Mai wurde das erste Produkt des Unternehmens in die frühe klinischen Entwicklung der Phase I/II gebracht und wird für den Einsatz bei soliden Tumoren getestet. Die Technologie der Münchner wird zudem noch in weiteren Indikationen in der präklinischen Forschung erprobt. Studienergebnisse und damit Nachweise über die Wirksamkeit der Technologie bei Krebspatienten liegen noch nicht vor.

Rigontec hat bislang 30 Millionen Euro von Life-Science-Investoren eingesammelt, darunter auch der Wagniskapitalfonds von Boehringer Ingelheim und namhafte Geldgeber wie Forbion Capital Partners und Wellington Partners Life Sciences. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben Vorreiter in der Entwicklung eines neuartigen und eigenständigen Ansatzes in der Krebs-Immuntherapie, welcher einen der wichtigsten Signalwege der angeborenen Immunsystems aktiviert, um sowohl eine sofortige als auch langfristige Antitumor-Immunität zu erzeugen.

Merck & Co führt mit seinem Mittel Keytruda derzeit das Rennen in der Immuntherapie von Krebs, eines der vielversprechendsten Felder der Krebsmedizin, an. Die neuen immuntherapeutischen Arzneien zielen darauf ab, das körpereigene Abwehrsystem so zu aktivieren, dass es Krebszellen erkennen und zerstören kann. In der Pharmabranche ist ein regelrechtes Wettrennen um die Vorherrschaft in diesem Milliardenmarkt entbrannt. Hohe Summen fließen dafür in die Forschung und in Zukäufe. Erst kürzlich kündigte der US-Pharmakonzern Gilead die Übernahme der in diesem Bereich tätigen US-Biotechfirma Kite für knapp zwölf Milliarden Dollar an.

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