Politik

Wettlauf zwischen syrischer Armee und Söldnern in Richtung Euphrat

Lesezeit: 2 min
09.09.2017 22:59
Die syrische Armee hat offenbar den Flughafen von Deir Ezzor erobert. Doch auch von den USA unterstützte Söldner greifen den IS in der Region an.
Wettlauf zwischen syrischer Armee und Söldnern in Richtung Euphrat

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

+++Werbung+++

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Die syrische Armee hat laut einem Bericht des staatlichen syrischen Fernsehens den Flughafen von Deir Ezzor teilweise zurückerobert. Der Sender berichtet, es sei der syrischen Armee gelungen, den Widerstand des IS um den Flughafen herum zu brechen.

Die syrische Armee will nun, unterstützt von der russischen Luftwaffe, bis zum Euphrat vorstoßen. Dieser Zug ist entscheidend, um den IS endgültig aus dieser Region zu vertreiben.

Allerdings könnte sich für die Syrer ein neues Problem ergeben: Laut Reuters haben von den USA unterstützte Söldner den IS in der Region Deir al-Sor im Osten des Landes ebenfalls angegriffen. Der "oppositionelle Militärrat" – eine Söldner-Einrichtung – von Deir al-Sor teilte am Samstag mit, Ziel seiner Offensive sei es, den IS aus den Gebieten nördlich und östlich des Euphrat zu vertreiben, die zugleich nahe der Grenze zum Irak liegen. Die Söldner gehören laut Reuters zu den vom Westen unterstützten Syrischen Demokratischen Streitkräften (SDF), die gegen den Präsidenten Baschar al-Assad kämpfen. Durch den Vormarsch in das Gebiet, das jahrelang Hochburg des IS war, rücken die verfeindeten Einheiten der SDF und die Assad-Armee sowie ihre Verbündeten auch näher aneinander heran.

"Der erste Schritt ist, das Ostufer des Euphrats und die Gebiete zu erobern, die der IS noch immer hält", sagte Ahmed Abu Choleh, der Chef des Militärrates von Deir al-Sor Reuters. "Wir legen uns zeitlich nicht fest, aber wir hoffen, dass es ein schneller Einsatz wird." Ob die Rebellen auch auf die Stadt Deir al-Sor selbst vorrücken werden, ließ Abu Choleh offen. Er rechne nicht mit Kämpfen mit der syrischen Armee, die in der Region vorrückt. Wenn aber auf seine Einheiten gefeuert werde, "werden wir antworten".

Die syrische Armee rückt von Westen in Richtung Euphrat vor und hat in dieser Woche Deir al-Sor erreicht. Sie habe ein Ölfeld in der Nähe der Stadt vom IS zurückerobert, berichtete das staatliche syrische Fernsehen. Weitere Angriffe seien im Gange. Auch einen Teil der wichtigsten Straße von Deir a-Sor nach al-Majadeen, wohin sich viele IS-Kämpfer zurückgezogen hätten, sei unter Kontrolle der Armee.

Ob es zu einer Konfrontation zwischen den Söldnern und der syrischen Armee kommt, ist unklar. US-Präsident Donald Trump hatte vor einigen Tagen gesagt, das einzige Ziel der USA in Syrien sei die Vernichtung des IS. Russland und die USA kooperieren in Syrien, wenngleich dies ohne große öffentliche Bekundungen geschieht.

Der Kampf der Syrer, ihr Land zurückzuerobern, könnte noch lange dauern: In Idlib haben sich die al-Kaida-Söldner neu gruppiert. Russland hofft, bei der nächsten Runde in Astana Fortschritte auf dem Verhandlungsweg zu erzielen. Die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS meldet, dass die Türkei Bemühungen unternehme, auch Teile der "bewaffneten Opposition" an den Verhandlungstisch zu bringen. Den UN ist dies in Genf bisher nicht gelungen. Die von Saudi-Arabien unterstützten Söldner hatten die Verhandlungen zuletzt verlassen – gleichzeitig aber ihren Anspruch angemeldet, bei einer künftigen Neuordnung Syriens eine Rolle spielen zu wollen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Riesenboom für Krypto-Währungen: 350 Millionen PayPal-Nutzer können jetzt mit Bitcoin bezahlen

PayPal hat offiziell bestätigt, dass es Online-Händlern und ihren Kunden ab 2021 Zahlungen mit den vier Kryptowährungen Bitcoin,...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Renaissance der Kernkraft in Europa: Polen steigt in die Atomenergie ein, Deutschland mit „Energiewende“ isoliert

Während die Bundesregierung aus „klimapolitischen“ Gründen massiv in die Windkraft investiert, startet unser östlicher Nachbar eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Derivate - Finanzielle Massenvernichtungswaffe oder wichtige Stütze der Wirtschaft? Teil 1

Die Finanz-Instrumente sind heftig umstritten. Einige sehen sie als notwendige Absicherungs-Vehikel, andere nur als reine...

DWN
Finanzen
Finanzen Serie „So werde ich zum Anleger“: Das Depot

Einsteiger verzweifeln oft, wenn sie in Fonds, ETFs oder Aktien investieren wollen. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, auf welche...

DWN
Deutschland
Deutschland Neueste Zahlen zeigen extrem niedrige Sterblichkeitsrate bei Corona-Infektionen

Neueste Zahlen des Robert Koch-Instituts sowie der Weltgesundheitsorganisation zeigen eine extrem niedrige Wahrscheinlichkeit, dass...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldman: Wenn Biden die US-Wahlen gewinnt, explodiert der Silberpreis

Im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen am 3. November empfiehlt Goldman Sachs Investoren, sich vom Dollar zu trennen und Silber zu...

DWN
Deutschland
Deutschland Blühende Landschaften: Ostdeutschland entwickelt sich zum Zentrum der europäischen Elektro-Mobilität

Ostdeutschland steht eine glänzende Zukunft bevor: Das sagt die Ökonomin Dalia Marin.

DWN
Finanzen
Finanzen Preise für Strom und Gas ziehen weiter deutlich an

Die Preise für Strom und Gas in Deutschland zählen zu den höchsten weltweit. Ein Ende der Teuerung ist indes nicht abzusehen, wie Daten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Siemens Gamesa zieht mit neuem Großauftrag deutsche Windparkbranche aus der Talsohle

Die deutschen Windpark-Entwickler, die schon länger unter Druck standen, entwickeln sich wieder besser. Während Siemens Gamesa (SG) eine...

DWN
Politik
Politik US-Experten warnen vor Inlands-Terrorismus vor der US-Wahl

Einer Analyse der Pentagon-Denkfabrik RAND zufolge könnte es vor und während der US-Präsidentschaftswahlen zu Terroranschlägen kommen....

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Globale Institutionen: Es droht eine weltweite Nahrungsmittel-Knappheit

Nahrungsmittel werden immer knapper und deshalb immer teurer. Knappheits-Szenarien wurden bereits vor fünf Jahren von globalen...

DWN
Finanzen
Finanzen Türkische Lira markiert neue Allzeit-Tiefstände

Die Entscheidung der Zentralbank, den Leitzins unverändert zu lassen, hat zu einem neuerlichen Einbruch der türkischen Landeswährung...

DWN
Marktbericht
Marktbericht Ständiges Warten aufs neue US-Konjunkturpaket drückt Dax immer weiter in die Verlustzone - heute Blick in die Türkei

Die Woche läuft derzeit an den deutschen Börsen alles andere als gut. So treiben unter anderem die steigenden Corona-Zahlen den Anlegern...

DWN
Deutschland
Deutschland Messerattacke in Dresden hat islamistischen Hintergrund, Generalbundesanwalt ermittelt

Die tödliche Messerattacke auf zwei Touristen am 4. Oktober in Dresden hat offenbar einen islamistischen Hintergrund. Der 2015 eingereiste...