Finanzen

Banken-Aufsicht: BaFin will Fintechs regulieren

Lesezeit: 1 min
30.09.2017 19:06
Die deutsche Bankenaufsicht hat ihren Anspruch auf die Kontrolle kleiner Finanztechnologiefirmen unterstrichen.
Banken-Aufsicht: BaFin will Fintechs regulieren

Mehr zum Thema:  
Banken >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Banken  

Banken sollten nach den Worten von BaFin-Chef Felix Hufeld nicht darauf spekulieren, dass sie sich mit Hilfe fortschrittlicher Technik aus dem Griff der Aufseher lösen können. „Sie dürfen alles auslagern, nur nicht die Verantwortung“, sagte Hufeld in Frankfurt laut Reuters.

Von Fintechs angebotene Technologien, mit deren Hilfe Kreditinstitute und andere etablierte Akteure in der Finanzwelt besser auf die strengere Regulierung der Branche reagieren könnten, seien zwar grundsätzlich zu begrüßen. Jedoch dürften die Gefahren – etwa durch die Anwendung von künstlicher Intelligenz – für den Schutz der Verbraucher oder wenn es darum geht, gesetzliche Regeln etwa beim Thema Geldwäsche einzuhalten, nicht unterschätzt werden, sagte Hufeld. „Das Objekt unserer Aufsicht bleibt die Bank oder der Zahlungsdienstleister.“

Die Finanzaufsicht BaFin hat erst vor wenigen Monaten eine eigene kleine Abteilung aufgebaut, die Fintechs, auf Regulierungsanwendungen spezialisierte sogenannte RegTechs und andere neue IT-Anbieter im Finanzsektor überwacht. Ziel sei es keineswegs den technologischen Fortschritt abzuwürgen, sondern in geordnete Bahnen zu lenken. „Da kann schon die tägliche Aufsicht bei den Instituten viel machen.“ Welche Konsequenzen aus dem Fintech-Boom regulatorisch – also bei der Formulierung internationaler Standards – gezogen werden sollten, ließ Hufeld offen. Hier seien Aufseher, Politik und andere Beteiligte der Branche und der Bevölkerung eine intensive Prüfung schuldig. „Da sollte man nicht daneben hauen.“

In den vergangenen Jahren sind rund um die Finanzbranche eine Vielzahl kleiner, sehr innovativer Firmen entstanden, die mit ihren IT-Lösungen etwa im Zahlungsverkehr oder bei der Bonitätsprüfung von Kunden die etablierten Spieler angreifen. Die meisten dieser Firmen sind bislang über das Stadium von Start-ups nicht hinausgegangen. Experten erwarten, dass bis zu 80 Prozent von ihnen die nächsten Jahre nicht überstehen werden. Viele Banken nutzen externe Technologien, um ihre internen Prozesse schlanker zu machen. Dies gilt auch für Anwendungsbereiche wie Compliance, bei der es darum geht, sich entsprechend den gesetzlichen, regulatorischen und aufsichtlichen Anforderungen zu verhalten.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Banken >

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Finanzen
Finanzen Wann beginnt der nächste Bullenmarkt beim Gold?

Trotz hohen Inflationsraten überall auf der Welt ist der Goldpreis in den letzten Wochen deutlich gefallen. Doch der nächste Bullenmarkt...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Kupfer: Rezessionsgefahr trübt die Aussichten, langfristig aber enormes Potential

Der Rohstoff-Experte der DWN, Markus Grüne, analysiert den Kupfermarkt.

DWN
Politik
Politik WEF-Treffen in Davos wirft Schatten voraus : Schweiz aktiviert Armee für Transport und Sicherheit der Gäste

Damit sich hunderte Politiker und Milliardäre in einem noblen Bergort vergnügen können, wird ein großer Aufwand betrieben.

DWN
Finanzen
Finanzen Bärenmarkt voraus: Was Anleger derzeit von professionellen Tradern lernen können

Investoren und Trader betrachten Märkte aus geradezu gegensätzlichen Perspektiven, die beide Erfolg haben können. Doch in einem...

DWN
Deutschland
Deutschland Russland-Sanktionen sind für deutsche Unternehmen ein Rätsel

Deutschen Unternehmen fällt es schwer zu erkennen, welche Geschäfte unter die Russland-Sanktionen fallen, wie eine Umfrage von KPMG...

DWN
Politik
Politik EU-Kommission will russisches Vermögen an Ukraine übergeben

Die EU-Kommission will beschlagnahmte russische Vermögenswerte an die Ukraine übergeben. Es brauche eine europaweite strafrechtlich...

DWN
Politik
Politik Nutzen nicht ersichtlich: Afrikaner verzichten auf Corona-Impfung

Die Corona-Impfstationen in Afrika stehen leer, Millionen unbenutzter Fläschchen stapeln sich. Die Menschen haben hier andere Sorgen, vor...

DWN
Politik
Politik Geopolitische Kehrtwende: US-Regierung nimmt Sanktionen gegen Venezuela zurück

US-Präsident Biden hat die unter Trump begonnene Druck-Kampagne gegen Venezuela abrupt beendet und eine erstaunliche Kehrtwende...