Deutschland

Online-Handel: Zusteller können Paket-Flut nicht mehr beherrschen

Lesezeit: 1 min
01.12.2017 13:55
Die wachsende Zahl der im Internet bestellten Pakete kann kaum mehr ausgeliefert werden.
Online-Handel: Zusteller können Paket-Flut nicht mehr beherrschen

+++Werbung+++

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Die wachsende Paket-Flut wird nicht nur zur Weihnachtszeit zum Problem: „In Zukunft kann nicht mehr im gleichen Umfang an die Haustür geliefert werden“, warnte der Bundesverband Onlinehandel (BVOH) am Freitag in den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Kunden müssten „sich stärker in den Lieferprozess einbringen“ – Lösungen wie etwa mehr Abholstationen seien denkbar, berichtet AFP.

Rund 3,16 Milliarden Sendungen beförderten die Unternehmen des Bundesverbandes Paket und Expresslogistik im vergangenen Jahr – dazu gehören die großen Anbieter wie DPD, GLS, Hermes oder UPS. In diesem Jahr sei ein Anstieg auf über 3,3 Milliarden Sendungen zu erwarten, teilte der Verband am Freitag mit. Zu Spitzenzeiten wie in der Vorweihnachtszeit werden demnach „deutlich mehr“ als 15 Millionen Sendungen pro Tag befördert. In der Weihnachtszeit würden 25.000 zusätzliche Zusteller beschäftigt.

„Wir hatten im Sommer bereits die Spitzenwerte von Weihnachten 2016“, sagte BVOH-Präsident Oliver Prothmann den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Im Sommer 2018 könne die Branche dann wieder bei den Spitzenwerten von Weihnachten dieses Jahres landen. „Wir haben dauerhaft ein Logistikproblem“, sagte er. „Da muss schnell eine Lösung her.“

Prothmann erwartet „wachsenden Unmut aus den Kommunen, weil ständig Fahrstreifen von Paketdiensten blockiert sind“. Handel, Logistiker, Kommunen und die Immobilienbranche müssten gemeinsam über Lösungen nachdenken. „Wir erleben, wie Onlinehandel in allen möglichen Bereichen unserer Gesellschaft Auswirkungen zeigt.“

Prothmann schlug Abholpunkte für die Empfänger vor. Der Lieferdienst DPD forderte bereits einen privilegierten Zugang seiner Fahrzeuge zu öffentlichen Parkflächen. In einer Studie des Beratungsunternehmens PwC werden auch digitale Lösungsansätze angeregt, etwa die bessere Nutzung von Verkehrsdaten für die Verkehrsplanung und -steuerung durch Datenplattformen oder der Einsatz von Apps zur Information und Kommunikation zwischen den Beteiligten.

Die Verbraucher selbst sind laut PwC-Umfrage oft unzufrieden mit der Paketzustellung: Jeder Fünfte bemängelt unpünktliche Lieferungen, fast ebenso viele Befragte gaben an, beschädigte Sendungen bekommen zu haben. Verbraucher wünschen sich demnach vor allem pünktliche Lieferungen, die aber nichts kosten sollen, und am besten umweltfreundlich und leise daherkommen – etwa per Elektroauto oder Fahrrad. Das ist den meisten laut der im Oktober veröffentlichten Umfrage sogar wichtiger als eine besonders schnelle Lieferung.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Halbzeit Urlaub bei ROBINSON

Wie wäre es mit einem grandiosen Urlaub im Juni? Zur Halbzeit des Jahres einfach mal durchatmen und an einem Ort sein, wo dich ein...

DWN
Panorama
Panorama Der Chefredakteur kommentiert: Eine rauschende Ballnacht! Wirklich?
12.04.2024

Liebe Leserinnen und Leser, jede Woche gibt es ein Thema, das uns in der DWN-Redaktion besonders beschäftigt und das wir oft auch...

DWN
Finanzen
Finanzen Vor der nächsten Zinswende: Welche Zinsprodukte lohnen sich noch und wie viel Geld sollte man festverzinslich anlegen?
12.04.2024

Die nächste Zinswende steht kurz bevor, aber noch gibt es für Anleger attraktive Zinsen. Welche Zinsprodukte sind empfehlenswert und wie...

DWN
Immobilien
Immobilien Wohnungsnot? Wo zigtausende Häuser und Apartments leer stehen
12.04.2024

Nicht überall gibt es vergleichbare Probleme auf dem Wohnungsmarkt wie in Berlin, Hamburg oder München. Entsprechend macht eine generelle...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Das KaDeWe ist verkauft und darf nun auf eine neue Blütezeit hoffen
12.04.2024

Während mit der Pleite von Rene Benkos Signa-Holding in Wien wohl der letzte Dominostein gefallen ist, herrscht wenigstens bei der...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Krieg in der Ukraine: So ist die Lage
12.04.2024

Die Schweiz plant einen Friedensgipfel zur Beendigung des Ukraine-Kriegs, doch Moskau bleibt fern. Ohne Russland – ein...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Scholz' China-Reise: Drahtseilakt zwischen Wirtschaft und Diplomatie
12.04.2024

Bundeskanzler Olaf Scholz führt für vier Tage eine Delegation nach China. Sein Besuch im Reich der Mitte soll auf wirtschaftliche...

DWN
Finanzen
Finanzen Volkswirt: Die Phase hoher Inflation ist beendet
12.04.2024

Sinkende Preise bei Nahrung und Energie bringen Erleichterung: Inflationsrate auf tiefstem Stand seit Jahren. Was bedeutet das für die...

DWN
Politik
Politik Eineinhalb Jahre bis zur Bundestagswahl: Was wuppt die Ampel noch?
12.04.2024

Wann hat der Bundestag eigentlich das letzte große Gesetz verabschiedet? Die Ampel-Koalition vermittelt das Gefühl, mehr festzustecken...