Finanzen

Verschuldung der Amerikaner erreicht neue Höhen

Lesezeit: 2 min
12.12.2017 16:59
Die Verschuldung der US-Amerikaner erreicht neue Höhen.
Verschuldung der Amerikaner erreicht neue Höhen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Aus dem aktuellen „Consumer Credit Update“ der US-Zentralbank Federal Reserve geht hervor, dass die Verschuldung der Bürger in den USA schnell wächst. Im Oktober legten die Verbindlichkeiten für Konsumausgaben um 20,5 Milliarden Dollar zu. Davon entfielen rund 12,2 Milliarden Dollar auf Auto- und Studentenkredite und etwa 8,3 Milliarden Dollar auf Kreditkarten.

Die Gesamtverschuldung der Konsumenten stieg zwischen Ende Oktober 2016 und Ende Oktober 2017 um 6,5 Prozent auf 3,8 Billionen Dollar. Der Anstieg der Verbindlichkeiten ist damit mehr als dreimal so stark wie die offiziellen Zuwachsraten bei der Wirtschaftsleistung und mehr als doppelt so stark wie der Zuwachs der Realeinkommen.

Da etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftskraft aus dem Binnen-Konsum resultieren, wird deutlich, dass die USA nur dank der massiven Verschuldung der Bürger ein nennenswertes Wachstum des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaften können.

Die über Kreditkarten aufgenommenen Schulden lagen Ende Oktober mit 1,011 Billionen Dollar fast auf jenem Wert von 1,02 Billionen Dollar, der im Sommer 2008 kurz vor Ausbruch der Finanzkrise erreicht wurde.

Den Daten der Federal Reserve zufolge stiegen sowohl die Studentenkredite (1,486 Billionen Dollar) als auch die Autokredite (1,108 Billionen Dollar) auf ein neues Allzeithoch.

Nicht zuletzt dank laxer Darlehensvergabe, auch an bonitätsschwache Kunden, wurden beim US-Autoverkauf in den vergangenen Jahren neue Rekordmarken aufgestellt. Doch nun neigt sich der Boom dem Ende zu und nach der auf Pump finanzierten Absatzparty könnte der Kater folgen. Angesichts steigender Ausfallraten bei Autokrediten warnen Experten vor dem erneuten Platzen einer dicken Finanzblase, berichtet die dpa.

„Die Situation der Automobilkredite in den Vereinigten Staaten ist bedenklich und erinnert auf vielfache Weise an die Subprime-Immobilienkrise“, sagte die Wirtschaftsweise Isabel Schnabel jüngst der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Die Finanzökonomin, die sich bestens mit Bankenpleiten auskennt, sieht erhöhte Unfallgefahr. Führen Zahlungsausfälle und sinkende Gebrauchtwagenpreise zu einer Massenkarambolage am Kreditmarkt?

Sorgen bereitet vor allem der Subprime genannte Bereich des Marktes, der die Kreditvergabe an Kunden mit schlechter Bonität umfasst. Der Ratingagentur Standard & Poor's zufolge stiegen die Ausfallquoten hier im April des laufenden Jahres verglichen mit dem Vorjahreswert von 5,33 auf 6,14 Prozent, auch wenn es im Monatsvergleich einen leichten Rückgang gab. Der Anteil neu vergebener Darlehen, die an Schuldner mit schwacher Kreditwürdigkeit gingen, lag zuletzt bei über 20 Milliarden Dollar.

Als besonders heikel gilt eine Nische, in der sich Betrüger mit Falschangaben Darlehen erschleichen. Solche Tricks waren bereits beim Kollaps des US-Häusermarktes ein großes Problem, der die Weltwirtschaft 2008 in eine tiefe Krise stürzte. Der Analyse-Firma Point Predictive zufolge macht der Anteil erschwindelter Darlehen an den Kreditanträgen zur Autofinanzierung inzwischen über ein Prozent aus. Die Verluste dadurch dürften sich in diesem Jahr auf sechs Milliarden Dollar erhöhen, was eine Verdopplung gegenüber dem Jahr 2015 wäre.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft OPEC stellt Weichen für Drosselung der Öl-Förderung

Die OPEC bereitet den Markt auf eine Drosselung der Öl-Förderung vor. Zugleich erwartet die IEA eine steigende Nachfrage. Öl könnte...

DWN
Finanzen
Finanzen Kampf gegen das Bargeld: Australien testet digitale Währung

Die Zentralbank Australiens arbeitet an der Einführung einer digitalen Währung. Damit folgt sie einem Aufruf der Bank für...

DWN
Deutschland
Deutschland Impfnebenwirkungen: TK meldet fast eine halbe Million Behandlungen in 2021

Die Debatte um Impfnebenwirkungen der Corona-Impfstoffe nimmt wieder Fahrt auf. Die Techniker Krankenkasse musste nun Daten offenlegen, die...

DWN
Finanzen
Finanzen Die größten Vermögensverwalter der Welt setzen plötzlich auf Krypto

Die Vermögensverwalter Abrdn, BlackRock und Charles Schwab haben im August massive Geschäfte im Krypto-Sektor gestartet. Sie erwarten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Fußball-Bundesliga: Die bunte Welt der Sponsoren

Die neue Bundesligasaison bietet vielen Unternehmen eine große Bühne, um ihre Zielgruppen zu erreichen und ihre Produkte zu bewerben....

DWN
Finanzen
Finanzen EZB traut sich nicht: Maßnahmen gegen Inflation sind äußerst zaghaft

Zwar hat EZB hat die geldpolitische Straffung tatsächlich begonnen und ihre Bilanz schon um 90 Milliarden Euro reduziert. Doch im Kampf...

DWN
Finanzen
Finanzen Milliardengrab für den Westen: Die Ukraine ist zahlungsunfähig

Die Ratingagenturen S&P und Fitch haben die Ukraine als teilweise zahlungsunfähig herabgestuft. Den Gläubigern im Westen drohen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Wie Frankreich der Dijon-Senf ausgegangen ist

In den Regalen von Frankreichs Supermärkte herrscht ein akuter Mangel an Dijon-Senf. Dies ist vor allem die Folge zweier ganz unerwarteter...