Finanzen

Zeitbombe: Versicherungen mit Milliarden-Risiken

Lesezeit: 1 min
05.03.2013 15:23
Das europäische Versicherungswesen wird weiterhin von den Niedrig-Zinsen am Markt geschwächt. Besonders Lebensversicherer sind gefährdet, da sie dem Kunden eine garantierte Rendite versprochen haben. Aus diesem Grund steigt die Risikobereitschaft der Versicherer, was neue Gefahren für das schon brüchige System bedeutet.
Zeitbombe: Versicherungen mit Milliarden-Risiken

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Zinsen sind derzeit auf einem historischen Tiefstand, zumindest für als relativ sicher geltende Produkte. Das stellt die europäischen Versicherer vor massive Schwierigkeiten. Sie haben teilweise ihren Kunden eine entsprechend hohe Rendite zugesagt. Zugleich verbieten ihnen ihre Satzungen oft die Investition in risikoreiche Produkte. Am Montag hat nun die europäische Regulierungsbehörde (EIOPA) die nationalen Aufsichten aufgefordert, die Versicherer besser zu überwachen und zu kontrollieren, so die FT.

Der europäischen Regulierungsbehörde zufolge steht jeder zehnte Versicherer in Europa vor ernsthaften Schwierigkeiten. Vor allem die Lebensversicherer seien angeschlagen, da sie ihren Kunden eine garantierte Rendite gewähren, so die Behörde. „Die Tatsache, dass die Auswirkungen der niedrigen Zinsen nur langsam in die Bilanzen einfließen“, bedeute nicht, „dass es kein Problem gebe“, zitiert die FT Gabriel Bernardino, Vorsitzender der EIOPA. „Es besteht die reale Gefahr, dass die Unternehmen versteckte Probleme aufbauen“, fügte er hinzu.

Die letzten Stresstests der Behörde aus dem Jahr 2011 zeigten, dass schon damals zwischen fünf und zehn Prozent der Versicherungsunternehmen schwerwiegende Probleme hatten. Es bestehe nun das Risiko, dass sich die Versicherer zunehmend anderen Geschäftsmodellen zuwenden, um höhere Renditen zu erzielen. Das jedoch birgt ebenfalls ein Risiko – nicht zuletzt für den Kunden. Denn nicht nur, dass die Versicherer derzeit bei den Renditen an ihre Kunden draufzahlen, die Zinsen für die von ihnen gemachten Schulden steigen gleichzeitig.

Im schlimmsten Fall bedeutet es für den Anleger den Totalverlust - wenn seine Versicherung wie Staaten, Kommunen oder andere Unternehmen in der Schuldenfalle scheitert und in die Insolvenz schlittert.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Insider: EZB-Inflationsziel soll zeitnah angehoben werden

Bei der EZB herrscht Einigkeit darüber, dass das derzeitige Inflationsziel von "unter, aber nahe 2 Prozent" ausgedient hat. Die Bürger...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Nächster Preis-Boom? Bei Rohstoffen droht der nächste Super-Zyklus

Einem Top-Investor zufolge könnte bei Rohstoffen der nächste preisliche Super-Zyklus eintreten. Die Preise könnten sogar künstlich in...

DWN
Politik
Politik Wie die USA mit einem „impotenten“ Projekt Chinas Neue Seidenstraße aushebeln wollen

Die USA wollen angeblich mit der „B3W“-Initiative die chinesische Neue Seidenstraße aushebeln. Doch die Wahrheit ist, dass die...

DWN
Finanzen
Finanzen Cannabis auf Rezept: Gegen diese Krankheiten wirkt die Heilpflanze

Cannabis ist vielen nur als Droge bekannt. Dabei nutzen Menschen das Kraut seit Jahrtausenden auch als Heilpflanze. Seit 2017 können...

DWN
Politik
Politik Spanien begnadigt katalanische Separatisten unter Auflagen

Die spanische Regierung von Pedro Sanchez hat ungeachtet des Widerstands in der Bevölkerung alle neun verurteilten Anführer der...

DWN
Politik
Politik Philippinen: Präsident Duterte droht Impfverweigerern mit Gefängnis

"Wenn Sie sich nicht impfen lassen wollen, werde ich Sie festnehmen lassen", sagte der philippinische Präsident Rodrigo Duterte in einer...

DWN
Deutschland
Deutschland DWN-SERIE PARTEIENPROGRAMME: CDU und CSU sind gegen eine europäische Schuldenunion

Aus dem Wahlprogramm der CDU/CSU geht hervor, dass es auch künftig keine EU-Schuldenunion geben soll.

DWN
Politik
Politik Marc Friedrich: Die Bundesregierung probte schon 2012 den Umgang mit Corona

Marc Friedrich geht mit der Bundesregierung hart ins Gericht.