Finanzen

Unklarheit um Bilanz von General Electric

Lesezeit: 2 min
26.02.2018 17:09
Der US-Industriekonzern General Electric muss den Gewinn für die zurückliegenden beiden Jahre neu berechnen.
Unklarheit um Bilanz von General Electric

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der US-Industriekonzern General Electric (GE) berechnet den Gewinn für die zurückliegenden Geschäftsjahre 2016 und 2017 neu. Grund seien neue Bilanzierungs-Standards, hieß es in einer Mitteilung an die Börsenaufsicht. Dies geschehe vor allem mit Blick auf die Bewertung von Umsätzen aus langfristigen Verträgen.

Durch die Umstellung werde das Ergebnis pro Aktie im Jahr 2016 um 13 Cent unter den bisherigen Bekanntmachungen liegen. Für 2017 werde das Ergebnis je Aktie um 16 Cent niedriger liegen. Das bedeutet, dass mit einem niedrigeren Gewinn als bislang angenommen gerechnet wird.

Die US-Börsenaufsicht SEC hatte vor einigen Monaten die Bilanzierung der langfristigen Verträge bei GE unter die Lupe genommen.

General Electric hatte im vierten Quartal 2017 gigantische Verluste eingefahren. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, führten Sonderbelastungen unter anderem durch die US-Steuerreform sowie die Probleme im Energiezweig zu einem Verlust von 9,8 Milliarden Dollar (7,9 Milliarden Euro). Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte der Mischkonzern noch einen Gewinn von 3,5 Milliarden Dollar erzielt.

Der Umsatz schrumpfte im vierten Quartal auf 31,4 Milliarden Dollar. Das waren fünf Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Für das Gesamtjahr 2017 verbuchte der Konzern einen Verlust von 6,2 Milliarden Dollar, nach einem Gewinn von 9,2 Milliarden Dollar im Jahr 2016.

GE will mittels einer rigorosen Schrumpfkur wieder auf die Füße kommen. Bereits im November hatte der neue Unternehmenschef John Flannery angekündigt, dass tausende Stellen gestrichen und mehrere große Unternehmensteile abgestoßen werden. Der problematische Strombereich soll gestutzt werden. Dort werden 12.000 Jobs gestrichen, wie der Konzern im Dezember präzisierte.

Ein Großteil des Stellenabbaus betrifft das Ausland, weshalb in Deutschland die Gewerkschaft IG Metall heftig gegen die GE-Pläne protestiert hat.

Trotz der Verluste zeigt die Quartalsbilanz nach Ansicht Flannerys jedoch, dass der eingeleitete Umstrukturierungsprozess bereits erste positive Resultate produziert. Das Unternehmen arbeite daran, dass unter anderem „tiefgreifende Kostenreduzierungen“ im Jahr 2018 zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Geschäfte führten. Die Probleme im Strombereich waren im vierten Quartal teilweise durch Erfolge im Luftfahrts- sowie Gesundheitszweig kompensiert worden.

Belastet wurde die Bilanz durch die im Dezember verabschiedete Steuerreform. Diese soll zwar die US-Unternehmen entlasten, indem die Körperschaftsteuer von 35 auf 21 Prozent gesenkt wurde. Für die Bilanz von GE wie auch anderer Firmen hat sie jedoch kurzfristig negative Effekte. Die aufgrund einer Rate von 35 Prozent im Voraus gezahlten Steuern können wegen des gesunkenen Steuersatzes nicht mehr im vollen Umfang abgeschrieben werden.

Ferner wurde die GE-Bilanz durch eine Aufstockung der Reserven im Versicherungsgeschäft um 6,2 Milliarden Dollar belastet. Diese Maßnahme sorgte für Unruhe unter Investoren und rief die Börsenaufsichtsbehörde SEC auf den Plan. Sie teilte mit, dass sie die Hintergründe dieser GE-Entscheidung untersuche.

Im hohen Bogen hatten Anleger am Montag Aktien von GE aus ihren Depots geworfen. Die schon 2017 arg gebeutelten Papiere des Traditionskonzerns fielen um 3,7 Prozent auf 13,96 Dollar. Damit waren sie im Dow Jones mit Abstand größter Verlierer.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Finanzen
Finanzen Der „IMF Coin“ wird das weltweite Fiatgeld-System zerschlagen

Das Ende des Fiat-Geldsystems steht bevor. Digitale Zentralbankwährungen bedrohen angeblich den US-Dollar. Doch wahrscheinlicher ist, dass...

DWN
Deutschland
Deutschland Seit Beginn der Pandemie setzt die Bundesregierung auf Panikmache und „Schockwirkung“

Die Corona-Strategie der Bundesregierung sollte zu Beginn der Pandemie eine „Schockwirkung“ innerhalb der Bevölkerung erzielen. Doch...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Expansion in der Corona-Krise: BlackRock profitiert massiv von Öffnung des chinesischen Finanzsektors

China öffnet ausgerechnet in der Corona-Krise seinen Finanzsektor für ausländische Investoren. Der größte Profiteur der Öffnung ist...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Konkurrent Ethereum setzt seinen Höhenflug fort

Ethereum eilt von Allzeithoch zu Allzeithoch. Damit entkoppelte sich die Währung in den letzten Wochen vom restlichen Kryptomarkt, der...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Protokoll deutet mögliche Straffung der Geldpolitik an

Das Protokoll der letzten Zinssitzung der EZB deutet darauf hin, dass die umfangreichen PEPP-Anleihenkäufe im kommenden Monat...

DWN
Politik
Politik Peter Altmaier: Als junger Mann war ich „rappeldürr“

Peter Altmaier hatte vor wenigen Jahren tiefe Einblicke in sein bewegtes Leben gegeben. Essen in all seinen Genussfacetten spielt der...

DWN
Politik
Politik Impfung für Kinder? Sturm der Entrüstung gegen Spahn und Wieler, Portal sammelt innerhalb weniger Stunden hunderttausende Unterschriften

Gegen die Pläne von Gesundheitsminister Spahn und RKI-Chef Wieler, auch Kinder zu impfen, mobilisiert sich massiver Widerstand.

DWN
Deutschland
Deutschland Mittelstandsverband warnt vor Exportbeschränkungen bei Holz

Exportbeschränkungen für Holz sind aus Sicht des Mittelstandsverbands BVMW der falsche Weg. Denn die Konsequenzen wären fatal.