Finanzen

Laser-Technologie: Levi Strauss automatisiert Bearbeitung von Jeans

Lesezeit: 1 min
03.03.2018 18:19
In Zukunft sollen nicht mehr Menschen, sondern Laser die Endbearbeitung der Jeans beim amerikanischen Herstellers Levi Strauss übernehmen.
Laser-Technologie: Levi Strauss automatisiert Bearbeitung von Jeans

Der Jeans-Hersteller Levi Strauss will in Zukunft Laser einsetzen, um seinen Jeans ihren typisch abgetragenen Look zu verleihen. Bislang werden die Hosen von Arbeitern mit Löchern, Rissen, Fransen und Ausbleichungen versehen. Dabei kommen unter anderem Schmirgelpapier, Rotationswerkzeuge und Chemikalien zum Einsatz.

Die Laser sollen die Handarbeit fast komplett ersetzen. Chip Bergh, Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender von Levi Strauss, nennt das neue Verfahren „die Zukunft der Jeans-Herstellung“. Die Laser werden von der spanischen Firma Jeanologia geliefert. Die Umstellung der Produktion soll im Jahr 2020 abgeschlossen sein. Zur Höhe der Investitionen wollte sich Levi Strauss nicht äußern.

Mit dem Einsatz der Laser will das Unternehmen Kosten einsparen. Außerdem soll der Produktionszirkel von teilweise mehr als sechs Monaten auf wenige Wochen verkürzt werden. Das soll unter anderem verhindern, dass am Ende der Saison viele noch nicht verkaufte Jeans zu Dumpingpreisen verschleudert werden müssen. Darüber hinaus soll die neue Technologie umweltschonender als die bisherige Produktionsweise sein.

Bislang wurden bei der manuellen Bearbeitung der Jeans rund 1.000 verschiedene Chemikalien eingesetzt. In Zukunft sollen es nur noch ein paar Dutzend sein, behauptet Levi Strauss.

Laut Bart Sights, der bei Levi Strauss für Innovationen und technische Neuerungen zuständig ist, gehen die Planungen noch einen Schritt weiter. In naher Zukunft sollen Kunden direkt im Geschäft oder sogar per Smartphone ihre Jeans individuell auf alt trimmen und anschließend bestellen können.

Das US-Unternehmen betreibt zwei eigene Fabriken in Südafrika und Polen. Der Großteil der Produktion geschieht aber in Fremdbetrieben. Eine Levi Strauss-Sprecherin sagte, sie rechne nicht damit, dass die neue Technologie in naher Zukunft Arbeitsplätze vernichten werde, weil Arbeiter umgeschult und in anderen Bereichen eingesetzt werden könnten.

Laut dem Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) arbeiten weltweit mehr als 60 Millionen Menschen in der Textilindustrie, vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern.

Levi Strauss mit Sitz in San Francisco wurde 1853 gegründet und erhielt 1873 ein Patent für die Erfindung der Blue Jeans. Das Unternehmen produziert etwa 150 Millionen Jeans im Jahr, beschäftigt rund 15000 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von knapp 4,5 Milliarden Euro.

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