Finanzen

China öffnet Markt für ausländische Autobauer

Lesezeit: 1 min
17.04.2018 14:00
Die chinesische Regierung hat beschlossen, dass ausländische Autobauer künftig auch ohne chinesischen Partner im Land aktiv werden können.
China öffnet Markt für ausländische Autobauer

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

China hebt für Autohersteller aus dem Ausland den Zwang zur Beteiligung an einheimischen Unternehmen auf. Hersteller von Elektro- und Hybridautos sollen bereits in diesem Jahr von der Auflage befreit werden, sich mit einem chinesischen Partner zusammenzutun – Hersteller konventioneller PKWs im Jahr 2022, teilte die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission am Dienstag mit. Damit kommt China langjährigen Forderungen seiner wichtigsten Handelspartner USA und EU nach.

Präsident Xi Jinping hatte vergangene Woche auch angesichts des riesigen Überschusses im Handel mit den USA und Drohungen von US-Präsident Donald Trump mit Zöllen auf zahlreiche chinesische Produkte versprochen, den riesigen chinesischen Automarkt weiter zu öffnen. Die Entwicklungskommission erläuterte nun, binnen fünf Jahren würden alle Restriktionen für ausländische Hersteller aufgehoben.

Autounternehmen aus dem Ausland dürfen derzeit nicht mehr als 50 Prozent an einem Unternehmen ihrer Branche in China halten. Daher sind sie dazu gezwungen, Partnerschaften mit chinesischen Unternehmen einzugehen. Bis 2020 soll dieser Zwang für Nutzfahrzeughersteller fallen – bis 2022 für PKW-Produzenten.

Ab 2022 sollen zudem ausländische Investoren mehr Freiheiten bekommen: Dann sollen sie sich an mehr als zwei Gemeinschaftsunternehmen in der Autoindustrie beteiligen dürfen. Bereits in diesem Jahr sollen zudem die Beteiligungsschranken in den Sektoren Schiffbau und Raumfahrt fallen, wie die Entwicklungskommission weiter mitteilte.

China ist der größte Automarkt der Welt. 2017 wurden dort 28,9 Millionen Fahrzeuge verkauft. Für deutsche Hersteller ist der Markt enorm wichtig: Jedes fünfte Auto, das in China zugelassen wird, trägt ein deutsches Markenzeichen, wie jüngst der Verband deutscher Automobilhersteller erklärt hatte. Der Marktanteil ausländischer Marken insgesamt betrug im ersten Quartal 2018 rund 55 Prozent.

Die deutsche Autoindustrie hat die angekündigte Öffnung als Zeichen für freien Wettbewerb begrüßt. Die Pläne seien ein wichtiger Schritt für offenere Märkte, erklärte der Präsident des Branchenverbands VDA, Bernhard Mattes, am Dienstag. „China ist für die deutschen Hersteller und Zulieferer nicht nur Exportmarkt, sondern vor allem auch ein wichtiger Produktionsstandort. Verbesserungen bei den Investitionsbedingungen stärken unsere Zusammenarbeit.“ Die Gleichbehandlung von nationalen und internationalen Unternehmen sei eine Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg Chinas.

***

Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Bitte unterstützen Sie die Unabhängigkeit der DWN mit einem Abonnement:

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, werden Sie von uns benachrichtigt und können dann das Abo auswählen, dass am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Finanzen
DWN
Finanzen
Finanzen Die USA brechen die Regeln des internationalen Finanzsystems

Wegen kurzfristiger Vorteile verspielt Amerika seinen guten Ruf.

DWN
Technologie
Technologie Energiewende führt zu Strommangel-Wirtschaft, De-Industrialisierung und Verarmung

So, wie die Energiewende derzeit geplant ist, gefährdet sie den Wirtschaftsstandort Deutschland und unseren Sozialstaat. DWN-Autor Henrik...

DWN
Politik
Politik Einflussreicher US-Stratege sagt, der Westen trage Mitschuld am Krieg: Hat er Recht?

Stellt der Ukraine-Krieg nur die logische Folge eines erneut aufkeimenden russischen Imperialismus dar? Nein, so der berühmte US-Stratege...

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Technologie
Technologie „Die Debatte um die Atomkraft wird nahezu faktenfrei geführt“

Fluch oder Segen? Der Analyst für Energie- und Atom-Politik, Mycle Schneider, empfiehlt einen nüchternen Blick auf die Kernenergie. Und...

DWN
Finanzen
Finanzen Zinswende: Mit Vorsatz in den nächsten Crash

Die Fed befindet sich in einem Teufelskreis: Lässt sie die Zinsen unangetastet, steigt die Inflation. Erhöht sie die Zinsen, brechen die...

DWN
Technologie
Technologie Wenn Russland den Hahn zudreht: "Dann gnade uns Gott"

Kernenergie, sagt der Diplomingenieur für Kernenergetik, Manfred Haferburg, ist sicher. Die deutsche Energiewende hingegen sieht er...